Ludwig-Maximilians-Universität München
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Juristische Fakultät benennt Gebäude nach dem jüdischen Rechtswissenschaftler Karl Neumeyer

München, 17.09.2008

Das Gebäude der Juristischen Fakultät in der Münchener Veterinärstraße 5, in dem sich das Institut für Internationales Recht befindet, hat einen neuen Namen: In Gedenken an den Juristen Karl Neumeyer wurde das Haus nun zum Karl-Neumeyer-Haus erklärt. Karl Neumeyer wurde am 19. September 1869 in München als Sohn eines jüdischen Unternehmers geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften in München, Berlin und Genf wurde er 1891 in München promoviert. Er habilitierte sich ebenfalls in München und wurde 1908 außerordentlicher Professor. Neumeyer bot Vorlesungen zum internationalen Privat-, Straf- und Verwaltungsrecht, zur Rechtsvergleichung, zur allgemeinen Rechtslehre und zum Kolonialrecht mit Eingeborenenrecht an. 1926 wurden ihm Titel und Rang eines ordentlichen Professors, 1928 der Titel eines Geheimen Justizrates verliehen. Es folgte die etatmäßige Ernennung zum ordentlichen Professor, 1931 wählte ihn die Fakultät zum Dekan.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten fand Neumeyers wissenschaftliche Karriere ein jähes Ende: Seine Vorlesungen für das Sommersemester 1933 wurden verboten, schließlich wurde er in den Ruhestand versetzt. Wegen des Verbotes für Juden, die Universität und öffentliche Bibliotheken zu betreten, war ein wissenschaftliches Arbeiten nur eingeschränkt möglich. Neumeyer vereinsamte zusehends. Am 17. Juli 1941 nahmen sich Karl Neumeyer und seine Frau Anna das Leben, nachdem ihre private Bibliothek beschlagnahmt worden war und die Ausweisung aus dem eigenen Haus drohte.

Mit der Umbenennung des Hauses wird das Wirken Karl Neumeyers gewürdigt, das ihm und seiner Familie zugefügte Unrecht verurteilt. Im Treppenhaus des Gebäudes erinnert eine Porträtreihe an den Namensgeber und seine Ehefrau.

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