Ludwig-Maximilians-Universität München
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München, 16.07.2008

Prof. Dr. Irmgard Fees
Fakultät für Geschichts- und Kulturwissenschaften
Irmgard Fees, geboren 1952, hat seit April 2008 die Professur für Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde an der LMU inne. Das Studium der Fächer Geschichte und Englisch an den Universitäten Marburg und Kingston-upon-Hull (UK) schloss sie 1977 mit dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Auf Tätigkeiten an der Universität Marburg und einen Studienaufenthalt in Venedig von 1979 bis 1981 am Centro Tedesco di Studi Veneziani folgte 1986 die Promotion an der Universität Marburg mit einer Arbeit zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Venedigs im hohen Mittelalter mit dem Titel „Reichtum und Macht im mittelalterlichen Venedig: Die Familie Ziani“. Von 1989 bis 1992 war Irmgard Fees am Institut für Historische Hilfswissenschaften der Universität Marburg beschäftigt; von 1992 bis 2008 bearbeitete sie im Auftrag der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii (bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz) die Regesten des westfränkischen Königs und Kaisers Karl des Kahlen (823 bis 877), deren erster Band mittlerweile erschienen ist. Im Jahr 1999 habilitierte sie sich im Bereich Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften mit einer Habilitationsschrift mit dem Titel „Eine Stadt lernt schreiben. Venedig vom 10. bis zum 12. Jahrhundert“. Anschließend übernahm Irmgard Fees mehrere Lehrstuhlvertretungen – von 1999 bis 2000 für Historische Hilfswissenschaften in Marburg, von 2000 bis 2001 für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und von 2003 bis 2004 für Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft an der Universität Leipzig. Irmgard Fees gehört dem Kuratorium des Deutschen Studienzentrums in Venedig an und ist Mitglied der Historischen Kommission für Hessen. Neben der Geschichte der Karolingerzeit, der Geschichte Venedigs im Hochmittelalter sowie der mittelalterlichen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sind ihre Hauptarbeitsgebiete, denen sie sich in München vor allem widmen wird, die Historischen Grundwissenschaften, besonders Diplomatik (Urkundenlehre) und Paläographie (Schriftgeschichte).

Prof. Dr. Frank Böckler
Fakultät für Chemie und Pharmazie
Frank Böckler ist seit März 2008 Professor für Pharmazeutische Chemie am Department Pharmazie der LMU. Böckler, geboren 1976, studierte von 1995 bis 1999 Pharmazie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. 2001 erhielt er die Approbation als Apotheker. Von 2001 bis 2004 verfasste er seine Dissertation am Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema „D3 and D4 Receptor-Ligand-Interactions – Investigations in Computational Chemistry and Pharmacological Consequences“ und war wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Assistententätigkeit im Praktikum Instrumentelle Analytik. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der Friedrich-Alexander Universität und arbeitete zeitgleich an seiner Habilitationsschrift. In den Jahren 2001 und 2005 führte er mehrmonatige Forschungsprojekte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Philipps Universität Marburg durch. Von 2006 bis 2008 war Böckler Postdoktorand bei Sir Alan Fersht am Medical Research Council – Centre for Protein Engineering in Cambridge, wo er an dem Projekt „Computer-assisted drug discovery and biophysical characterisation of mutant reactivators of the transcription factor p53 as putative tumour therapeutics“ arbeitete. Frank Böckler ist unter anderem Träger des Forschungspreises der Dornhecker Stiftung sowie des Klaus-Grohe-Preises für Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Er erhielt Forschungsstipendien der DFG sowie der Europäischen Union. Zu Böcklers Forschungsschwerpunkten zählt die struktur-basierte Wirkstoffentwicklung an onkologisch wichtigen und therapeutisch innovativen Proteinen. Computer-basierte Verfahren, wie Virtual Ligand Screening und in-silico Drug Design, werden dabei mit molekularbiologischen und biophysikalischen Methoden verknüpft. Neben der Validierung neuer therapeutischer Targets sowie der Entwicklung und Optimierung von Leitstrukturen, ist es ein besonders wichtiger Aspekt seiner Forschung, mithilfe biophysikalischer Verfahren die Struktur-Aktivitäts-Beziehungen der Protein-Ligand-Interaktionen auf molekularer Ebene besser zu verstehen. Seit dem Wintersemester 2007/2008 hat Frank Böckler Lehraufgaben im Fach Pharmazeutische Chemie übernommen. Dabei liegt der Schwerpunkt ebenfalls im Bereich instrumenteller analytischer Verfahren sowie moderner computergestützter Drug Discovery Methoden.

Prof. Dr. Eveline Dürr
Fakultät für Kulturwissenschaften
Eveline Dürr ist seit Mai 2008 Professorin am Institut für Ethnologie und Afrikanistik der LMU. Geboren 1962, studierte sie von 1982 bis 1987 Ethnologie, Soziologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte an den Universitäten in Heidelberg, Mexiko-Stadt und Freiburg i. Br. 1990 promovierte sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über das Thema „Der Aufstand der Tzeltal, 1712/13. Analyse einer Revitalisationsbewegung im kolonialen Mesoamerika“. Die Dissertation wurde vom Land Baden-Württemberg und vom DAAD gefördert und mit dem Carl-Cromer-Preis der Universität Freiburg ausgezeichnet. Von 1991 bis 1994 führte sie ein von der DFG gefördertes Postdoc-Projekt über den kulturellen Wandel einer zapotekischen Gemeinde in Mexiko durch und war Lehrbeauftragte am Lateinamerika-Institut sowie am Institut für . Dr. Eveline Dürr Ethnologie der FU Berlin. Von 1994 bis 2000 war sie wissenschaftliche Assistentin am Institut für Völkerkunde an der Universität Freiburg. Während dieser Zeit erhielt sie ein Habilitationsstipendium von der DFG, führte von 1997 bis 1998 Feldforschungen im Südwesten der USA durch und war als Assistant Professor in das Department of Anthropology der University of New Mexico in Albuquerque eingebunden. 1999 erhielt sie für ihr Engagement in der interdisziplinären Lehre den Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg. 2000 folgte die Habilitation mit einer stadtethnologischen Studie zum Thema „Repräsentation und Verortung von Identitäten in urbanem Raum. Hispanics im Südwesten der USA“ und die Venia Legendi für Ethnologie. 2001 wurde sie Oberassistentin, 2002 Hochschuldo zentin. In dieser Zeit unterrichtete sie auch im transdisziplinären Studiengang Global Studies Programme an der Universität Freiburg. 2004 erhielt sie einen Ruf an die School of Social Sciences der Auckland University of Technology in Auckland, Neuseeland, wo sie ab 2005 als Associate Professor wirkte. Eveline Dürrs regionale Forschungsschwerpunkte liegen zum einen in den Amerikas, insbesondere in Mesoamerika und im Südwesten der USA, sowie im südlichen Pazifi k, hauptsächlich in Neuseeland. Inhaltlich umfassen ihre Interessen und Publikationen sowohl die Altamerikanistik und Ethnohistorie als auch die zahlreichen Facetten der kulturellen Globalisierung und Lokalisierung, Identitäts- und Repräsentationsforschungen, politische Prozesse, stadtethnologische Fragestellungen und transkulturelle Kulturbeziehungen, speziell zwischen dem südlichen Pazifik und den Amerikas.

Prof. Dr. Stefan Ritter
Fakultät für Kulturwissenschaften

Stefan Ritter hat im April 2008 eine Professur für Klassische Archäologie an der LMU angetreten. Ritter, geboren 1959, studierte von 1984 bis 1991 Klassische Archäologie, Latein und Christliche Archäologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und wurde 1991 promoviert mit dem Thema „Hercules in der römischen Kunst von den Anfängen bis Augustus“. Von 1992 bis 1994 arbeitete er an Forschungsprojekten am Römisch-Germanischen Museum zu Köln, einmal mit einem Postdoktorandenstipendium der DFG, einmal mit einem Postdoktorandenstipendium des Amtes für Archäologische Bodendenkmalpfl ege der Stadt Köln. Von 1994 bis 2001 war er wissenschaftlicher Assistent am Archäologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Jahr 2001 habilitierte er sich mit einer Schrift zum Thema „Bildkontakte. Götter und Heroen in der Bildsprache griechischer Münzen des 4. Jahrhunderts v.Chr.“. Von 2001 bis 2005 arbeitete er als Privatdozent und Oberassistent am Archäologischen Institut Freiburg. Nachdem er im Wintersemester 2005/06 eine Lehrstuhlvertretung am Institut für Klassische Archäologie der LMU übernommen hatte, wirkte er von 2007 bis 2008 als Universitätsprofessor für Klassische Archäologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Stefan Ritters Forschungsschwerpunkte, die kommunikative Funktion griechischer und römischer Bildwerke und die historische Landeskunde Nordafrikas, sind von einem „kulturanthropologischen Erkenntnisinteresse“ geprägt. Seine bisherigen Lehrveranstaltungen bezogen sich auf verschiedenste Themen der griechischen und römischen Kunst- und Kulturgeschichte sowie auf Fragen der Forschungsvermittlung und der Feldforschung. Aktuelle Forschungsprojekte sind eine Monographie zum Thema „Das Wirtshaus als Kommunikationsraum: Die Bilderwelt pompejanischer tabernae“ sowie das Feldforschungsprojekt „Die Unterstadt von Thugga: Archäologische Untersuchungen zur Urbanistik einer nordafrikanischen Stadt zwischen Hellenismus und Spätantike“, das derzeit in Vorbereitung ist.

Prof. Dr. Birgit Neuhaus
Fakultät für Biologie
Birgit Neuhaus, Jahrgang 1975, wurde im März 2008 an die Fakultät für Biologie der LMU München berufen. Sie leitet dort den Fachbereich für Didaktik der Biologie. Neuhaus studierte Grundschullehramt, Diplombiologie und Diplompsychologie an den Universitäten Münster, Berlin und Göttingen. Sie wurde 2004 an der Universität Kassel zum Thema „Einstellungsausprägungen von Biologielehrern. Ein bundesdeutscher Vergleich“ promoviert. Im Anschluss an ihre Promotion ging Neuhaus als Postdoktorandin an die Universität Duisburg-Essen, wo sie Mitglied der DFG-finanzierten Forschergruppe „Naturwissenschaftlicher Unterricht“ der Universität Duisburg-Essen ist. Neben ihrem DFG-Projekt, in dem sie die Bedeutung von fachspezifischen Kriterien eines guten Biologieunterrichts für die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern nachzuweisen versucht, ist sie seit 2006 am Projekt „Biologie im Kontext“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligt, in dem – gemeinsam mit Lehrkräften verschiedener Schulformen – kontextorientierte Lernaufgaben entwickelt und erprobt werden. Mit diesen Lernaufgaben soll ein neuer Weg der Aufgabenkultur beschritten werden, indem Aufgaben entwickelt werden, mit denen speziell die in den Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss geforderten Kompetenzen erarbeitet werden können. Während verschiedener Auslandsaufenthalte in Südostasien lernte Neuhaus neben dem deutschen auch andere Bildungssysteme und Sichtweisen von Schule und Unterricht kennen, die sie in ihre Unterrichts-, Lehr- und Forschungstätigkeit einfließen lässt. In ihren Forschungsprojekten versucht Neuhaus, grundlegende Aspekte, die beim Lehren und Lernen biologischer Inhalte berücksichtigt werden müssen, mit quantitativen Methoden unter fachdidaktischer Perspektive aufzuklären, um so empirisch begründete Anregungen für die Unterrichtspraxis geben zu können. Eine enge Kooperation zwischen Schulpraktikern, Fachdidaktikern, Psychologen und empirischen Bildungsforschern ist ihr dabei besonders wichtig, um Probleme des Schulalltags mit empirischen Methoden analysieren und gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeiten zu können. Um das eigene Schulsystem mit kritischer Distanz reflektieren zu können, betont sie immer wieder den Blick über den Tellerrand in andere Nationen. Unter anderem entstand so eine erste Forschungskooperation mit Taiwan.

Prof. Dr. Jürgen Stausberg
Medizinische Fakultät
Jürgen Stausberg, geboren 1961, ist seit April 2008 Professor für Medizinische Informatik an der LMU. Er studierte Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Am Städtischen Krankenhaus Solingen und dem GSF-Forschungszentrum in Neuherberg (heute HelmholtzZentrum München) absolvierte er von 1990 bis 1994 die ärztliche Weiterbildung in Medizinischer Informatik. Das Zertifi kat Medizinische Informatik der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und der Gesellschaft für Informatik (GI) wurde ihm 1998 verliehen. Die Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement erwarb er 2007 von der Ärztekammer Nordrhein. 1992 promovierte Stausberg über Expertensysteme in der Medizin. Diesem Thema widmete er sich anschließend intensiv als Mitglied der Arbeitsgruppe „Methoden der Künstlichen Intelligenz“ am GSF-Forschungszentrum. 1994 wechselte er als Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Informatik an das Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Universität Duisburg-Essen. Dort verantwortete er den Ausbau eines umfassenden Klinischen Arbeitsplatzsystems in der Chirurgie. Forschungsschwerpunkte lagen in den Bereichen Dokumentation und Terminologie. 2001 habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Die chirurgische Routinedokumentation in einem Krankenhausinformationssystem: Anforderungen – Konzepte – Resultate“. Seit 2003 war Stausberg Hochschuldozent an der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen zum einen in der Telematik im Gesundheitswesen, insbesondere der Konzeption von Elektronischen Patientenakten und Elektronischen Gesundheitsakten und deren Einbettung in Geschäftsprozesse im Gesundheitswesen. Zum anderen befasst er sich mit der Nutzung von Routinedaten im Gesundheitswesen in Medizinmanagement, Versorgungsforschung und Klinischer Epidemiologie. Stausberg ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCh).

Prof. Dr. Matthias Christandl
Fakultät für Physik
Matthias Christandl, geboren 1978, hat im April dieses Jahres eine Stelle als Juniorprofessor für Theoretische und Mathematische Physik an der LMU angetreten. Christandl studierte von 1997 bis 2002 Physik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und am Royal Institute of Technology in Stockholm (KTH). Er promovierte im Jahre 2006 bei Artur Ekert an der University of Cambridge zum Thema „The Structure of Bipartite Quantum States: Insights from Group Theory and Cryptography“. In den Jahren 2005 und 2006 absolvierte er Forschungsauftenthalte am California Institute of Technology in Pasadena. Im Anschluss an seine Promotion wurde er zum Thomas Nevile Research Fellow am Magdalene College Cambridge gewählt und arbeitete als Postdoctoral Fellow am Department for Applied Mathematics and Theoretical Physics (DAMTP) in Cambridge. Matthias Christandl ist Träger zahlreicher Auszeichnungen. So erhielt er unter anderem den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für seine Dissertation sowie den Hamilton Prize der University of Cambridge für ein Essay mit dem Titel „Entanglement in Quantum Communication“. Seine Forschungsinteressen erstrecken sich von theoretischen Aspekten der Verarbeitung von Information in quantenmechanischen Systemen bis hin zur Implementierung von sicherer Verschlüsselung mit Hilfe von einzelnen Quanten. An der LMU wird er eine Arbeitsgruppe zu dieser Thematik aufbauen, deren Schwerpunkte der topologische Quantencomputer – ein neuartiges Modell des Quantencomputers – sowie die Quantenkryptographie sein werden. Er wird im Rahmen des neu eingerichteten Master-Studiengangs für Theoretische und Mathematische Physik im Rahmen des Elitenetzwerks Bayern unterrichten.

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