Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ausstellung zeigt den „Biograph des Zauberers“

München, 02.06.2008

Zu seinem 100. Geburtstag zeigt die Universitätsbibliothek München eine Ausstellung über den Thomas-Mann-Forscher Peter de Mendelssohn. Die Ausstellung demonstriert die ungeheure Produktivität des Schriftstellers, Übersetzers, Journalisten und Literaturwissenschaftlers. Unter dem Titel „Der Biograph des Zauberers“ zeigt sie den Lebensweg eines wahren Europäers, der Sprachen und Kulturen verband. Noch bis zum 30. Juli 2008 ist sie montags bis freitags von 9 bis 22 Uhr in der Ausleihhalle zu sehen, Erdgeschoss des LMU-Hauptgebäudes, Geschwister-Scholl-Platz 1.

Peter de Mendelssohn wurde am 1. Juni 1908 in München geboren, wuchs in Hellerau, der Künstlerkolonie bei Dresden, auf, ging 1926 als Feuilletonredakteur des „Berliner Tageblattes“ nach Berlin und publizierte bald darauf seine ersten Romane. Er war mit den Thomas-Mann-Kindern Klaus und Erika befreundet. 1933 emigrierte er über Paris nach London, wo er als Journalist, Übersetzer und Schriftsteller tätig war. 1949 kam er als britischer Presseoffizier nach Deutschland zurück. Er war Berichterstatter bei den Nürnberger Prozessen, in München war er an der Gründung der „Süddeutschen Zeitung“ beteiligt, in Berlin gründete er den „Tagesspiegel“, in Hamburg „Die Welt“. Von 1950 bis 1970 lebte er in London als Auslandskorrespondent u. a. für den Bayerischen Rundfunk.

1970 kehrte er in seine Geburtsstadt München zurück. Er wurde Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er schrieb die Geschichte des Verlegers Samuel Fischer und dessen Verlags und veröffentlichte eine meisterhafte Thomas-Mann-Biographie unter dem Titel „Der Zauberer“. Ab 1975 widmete er sich nahezu ganz der Herausgabe von Thomas Manns Werk, seinen Briefen und Tagebüchern. Peter de Mendelssohn starb 1982 in München.

Die Exponate stammen aus dem Nachlass von Anita Naef, der letzten Sekretärin Thomas Manns. Sie begleitete Peter de Mendelssohn in seinen Münchner Jahren bis zu seinem Tod. Durch ihre Verbundenheit mit der Familie Mann wurde sie zur idealen Mitarbeiterin bei der Edition von Thomas Manns Werken.

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