Ludwig-Maximilians-Universität München
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Symposion über „Konkordate und Kirchenverträge“

München, 09.07.2008

Das Reichskonkordat von 1933 zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich regelt noch heute das Verhältnis des Staates zur Katholischen Kirche. Aus Anlass des 75. Jahrestages der Vertragsunterzeichnung veranstaltet das Klaus-Mörsdorf-Studium für Kanonistik der LMU ein Symposium, um über Konkordate und Kirchenverträge zu diskutieren. Es findet am 17. und 18. Juli 2008 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften statt.

Am 20. Juli 1933 wurde das Reichskonkordat im Vatikan von Eugenio Pacelli, dem Apostolischen Nuntius im Deutschen Reich und späteren Papst Pius XII., sowie Franz von Papen, Vizekanzler des Deutschen Reichs, unterzeichnet. Das Reichskonkordat sicherte der Katholischen Kirche im Deutschen Reich unter anderem innere Autonomie und ungehinderte Verbreitung ihrer Schriften zu. Es garantierte die Freiheit des Bekenntnisses und seine öffentliche Ausübung. Außerdem stellte es das Eigentum der Kirche unter Schutz, garantierte die katholisch-theologischen Fakultäten und sicherte den katholischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in den Schulen. Im Gegenzug wurde durch den Vertrag die Mitgliedschaft in politischen Parteien für katholische Geistliche und Ordensleute ausgeschlossen. 1957 musste das Bundesverfassungsgericht darüber urteilen, ob das Reichskonkordat noch bestehendes Recht in der Bundesrepublik sei. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass der Vertrag Bund und Länder zwar nach wie vor völkerrechtlich binde, gleichwohl aber das Grundgesetz den Ländern die Möglichkeit gäbe, davon abzuweichen.

Das Symposium ist prominent besetzt: Ministerpräsident a. D. Professor Bernhard Vogel analysiert das Verhältnis von Staat und Kirchen nach der Wiedervereinigung am Beispiel von Thüringen. Der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Dr. Jean-Claude Pérrisset, spricht zum Thema „Das Reichskonkordat und die weitere aktuelle Konkordatspolitik des Heiligen Stuhles“. Weitere Beiträge fragen nach Motiven und Interpretationen des Reichskonkordats von 1933, untersuchen Konkordate und Kirchenverträge im System des deutschen Staatskirchenrechts und nehmen die niedersächsischen Kirchenverträge unter die Lupe. Ein weiterer Schwerpunkt fragt danach, inwiefern das System des Staatskirchenvertragsrechts durch das Europarecht unter Druck gerät.

An der Veranstaltung können alle Interessierten teilnehmen. Um Anmeldung per E-Mail an margaret.boss@kaththeol.uni-muenchen.de wird gebeten.

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