Ludwig-Maximilians-Universität München
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Der „poetischen Gerechtigkeit“ auf der Spur

München, 31.03.2008

Die Idee der Gerechtigkeit bildet eines der zentralen Themen der Weltliteratur von der Antike bis zur Gegenwart. Eine internationale Konferenz an der LMU nimmt den Topos der „poetischen Gerechtigkeit“ in den Blick und untersucht den literarhistorischen Wandel, den er bis heute durchlaufen hat. Unter dem Titel „Poetische Gerechtigkeit – Weltliteratur und Wertung“ diskutieren dazu am 15. und 16. April Wissenschaftler in der Siemens-Stiftung München auf Einladung des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde den Dichtern eine Art Richteramt zugeschrieben, kraft dessen sie ihren Figuren je nach Denken und Handeln „poetische Gerechtigkeit“ widerfahren lassen sollten. Das heißt es wurde erwartet, dass ihre Geschichten dem allgemeinen Gerechtigkeitssinn nicht zuwider liefen und – verkürzt gesagt – die Tugendhaften belohnt und die Sünder bestraft würden. Spätestens mit der Moderne verabschiedeten sich die Schriftsteller jedoch von der Vorstellung einer dieser Konzeption zugrunde liegenden ganzheitlichen Weltordnung.

Gerechtigkeit hat viele Aspekte – vier von ihnen spürt die Konferenz nach: In der Sektion „Prozesse literarischer Kommunikation“ werden verschiedene literarische Vermittlungsformen mit Blick auf das jeweils zugrunde liegende Wertesystem untersucht. Die zweite Sektion analysiert „poetische Gerechtigkeit“ unter formalen Gesichtspunkten, konkret beispielsweise die Unterordnung des Inhalts unter die „höhere Gerechtigkeit“ der Form. Auf der thematischen Ebene untersucht die dritte Sektion einschlägige Schemata wie Verbrechen und Strafe, Buße und Gnade oder Tugend und Belohnung in Bezug auf die Handlung sowie Figurenkonstellation und fragt nach der Fortführung oder Korrektur literarischer Traditionen. Eine vierte Sektion diskutiert das Thema „Gebrochene Gerechtigkeit: Zwischen poetischer Repräsentation und ‚Welt’“.

Anmeldung:
Dr. Elisabeth Dobringer
E-Mail: dobringer@lmu.de

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