Ludwig-Maximilians-Universität München
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Américo Castro und das Spanien der drei Kulturen

München, 19.11.2008

Vor 60 Jahren erschien die Studie España en su historia − Cristianos, moros y judíos des spanischen Exil-Historikers und Philologen Américo Castro (1885–1972). Das Buch löste den bis dahin größten Historikerstreit in Francos Spanien aus. Castro fragte, worauf sich die spanische Identität gründe und welchen Einfluss dabei die drei großen Religionen ausübten. Er zeichnete dabei das Bild eines friedlichen Zusammenlebens der Muslime, Christen und Juden auf der Iberischen Halbinsel.

Neue Relevanz gewinnt die Diskussion durch die religiöse und kulturelle Pluralisierung Spaniens in den letzten Jahrzehnten und den Wandel vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland.

In Kooperation mit dem Instituto Cervantes München würdigen das Institut für Romanische Philologie sowie das Historische Seminar der LMU vom 23. bis 25. November 2008 das hierzulande kaum bekannte Werk Américo Castros. In Diskussionen und Vorträgen befassen sich internationale Experten, wie etwa der Komparatist Professor Hans Ulrich Gumbrecht von der Stanford University, mit der Bedeutung von Castros’ Arbeiten und erörtern die Stellung der drei Kulturen bzw. Religionen in Geschichte und Gegenwart Spaniens.

Wie sich die Begegnung der Christen, Araber und Juden auf musikalischer Ebene ausgewirkt hat, präsentiert zudem das spanische Renaissance-Ensemble Fontegara im Rahmen der 22. Jüdischen Kulturtage München mit „Musik aus drei Kulturen“. Abgerundet wird das Programm durch den Dokumentarfilm „Knowledge is the Beginning“. Er porträtiert das erfolgreiche künstlerische israelisch-arabische Friedensprojekt West-East Divan Orchestra von Daniel Barenboim und Edward Said.

Die Veranstaltungen sind Teil des LMUexcellent-Projekts „Christen, Mauren, Juden“ am Lehrstuhl für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der LMU.

Die Vorträge finden im Kultursaal des Instituto Cervantes, Alfons-Goppel-Straße 7 sowie in der Spanischen Bibliothek des Instituts für Romanische Philologie der LMU, Ludwigstraße 25, statt. Das Konzert ist in der Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5, zu sehen.

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