Ludwig-Maximilians-Universität München
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Habilitanden und Promovenden beim Stiftungsfest ausgezeichnet

München, 03.07.2006

Die Preisträger

Im Rahmen des 534. Stiftungsfestes der Ludwig-Maximilians-Universität wurden Promovenden und Habilitanden mit Förderpreisen der Münchener Universitätsgesellschaft (UG) ausgezeichnet.
Einen Habilitationsförderpreis erhielte PD Dr. Barbara Mayer von der Medizinischen Fakultät für ihre Habilitationsschrift „Rationale Zielantigene in der molekularen Therapie des Magenkarzinoms“. Die Forschungsschwerpunkte von Mayer sind die Identifikation und Inhibition therapierelevanter Moleküle sowie die Analyse von Tumor-Stroma-Interaktionen bei so genannten soliden Tumoren. Ergebnisse dieser Untersuchungen beim Magenkarzinom gingen in ihre Habilitationsarbeit ein.

Ein weiterer Förderpreis ging an PD Dr. Thomas Udem von der Fakultät für Physik. Damit wurde seine Arbeit „Phasenkohärente optische Frequenzmessungen am Wasserstoffatom. Bestimmung der Rydberg-Konstanten und der 1S Lamb-Verschiebung“ ausgezeichnet.
Udem hat damit wesentlich zur Realisierung optischer Frequenzkamm-Synthesizer mit Hilfe von Femtosekundenlasern beigetragen. Optische Frequenzkammtechniken haben die Messung der Frequenz von Licht grundlegend revolutioniert. Optische Atomuhren, die diese neue Technik nutzen, versprechen eine Genauigkeit bis zu 18 Dezimalstellen. Damit kann man nach möglichen langsamen Veränderungen von Naturkonstanten suchen. Mit seiner Arbeit hat Herr Udem zudem neue Perspektiven für die Präzisionsspektroskopie im extremen UV und für die Attosekundenphysik geschaffen.

 

Promotionsförderpreise

Für Ihre Dissertation „Inter-firm collaboration: Valuation, Contracting and Firm Restructuring“ wurde Dr. Carolin Häußler, Fakultät für Betriebswirtschaftslehre, mit einem von sechs Promotionsförderpreisen der UG ausgezeichnet.
In ihrer Arbeit untersucht Frau Häußler empirisch verschiedene Formen der Kooperation zwischen Unternehmen in Technologie geprägten Branchen. Sie fragt nach der Wert steigernden Wirkung von Kooperationen insbesondere aus der Sicht junger Unternehmen und analysiert, wie die Interessen der beteiligten Unternehmen vertraglich voneinander abgegrenzt werden können, wenn Kooperationen zustande kommen.

Ein weiterer Preis ging an Dr. Klaus Hans Metzeler von der Medizinischen Fakultät. In seiner Arbeit „Ein lokales GABAerges System in der Nebennierenrinde des Menschen und der Ratte“ untersuchte Metzeler an Nebennierengewebe von Menschen und Ratten sowie einer Zell-Linie die Rolle einer so genannten neuro-endokrinen Transmittersubstanz, die sich GABA abkürzt. Er setzte dabei immunologische, molekularbiologische und zellbiologische Methoden ein. Im Ergebnis konnte er zahlreiche Komponenten der Bildung, Speicherung und Freisetzung dieses bis dahin in seiner Funktion für die Nebenniere nicht bekannten Neurotransmittersystems sowie seiner Rezeptoren nachweisen.

Dr. Marcus Pyka von der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften erhielt einen Promotionsförderpreis für die Dissertation „Jüdische Identität bei Heinrich Graetz“.
Darin untersuchte Pyka Biografie und wissenschaftliche Methodik von Heinrich Graetz, dem wohl wichtigsten neuzeitlichen Repräsentanten jüdischer Geschichtsschreibung. Er trägt dabei bisher unbekannte oder in diesem Zusammenhang unberücksichtigte Dokumente zusammen, analysiert die Schriften von Graetz vor dem Hintergrund einer sich rapide verändernden Wissenschaftslandschaft im 19. Jahrhundert und ordnet Graetz nicht nur in die Wissenschaft des Judentums, sondern auch in die deutsche akademische Landschaft ein.

Ausgezeichnet wurde auch die Arbeit von Dr. Judith Frömer von der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften: „Vaterfiktionen. Empfindsamkeit und Patriarchat in der Literatur der Aufklärung“.
In ihrer Arbeit geht Frömmer der Frage nach, wie man Empfindsamkeit und Patriarchat in der Aufklärung zusammen denken kann. Sie zeigt zum einen, dass es der Aufklärung nicht gelingt, dieses Patriarchat zu legitimieren. Zum anderen analysiert sie, weshalb man gleichwohl daran fest hält. Welche Konsequenzen dieses Verhalten aufklärerischer Moralität zeitigt, ist ebenfalls in ihrer Arbeit nachzulesen.

Ein fünfter Förderpreis ging an Dr. Alexander Högele, Fakultät für Physik. In seiner Arbeit „Laser Spectroscopy of Single charge-tunable quantum dots” weist Herr Högele nach, dass die Präzisions-Laser-Spektroskopie an so genannten künstlichen Atomen, die auf der Basis von Halbleiter- und Diamant-Materialien erzeugt werden, ohne die befürchteten Schwierigkeiten möglich ist. Es ist ihm gelungen, diese Methode soweit fortzuentwickeln, dass sie heute schon in verschiedene Labors im In- und Ausland zur Routinemethode gehört.

Dr. Thomas Becker von der Fakultät für Biologie erhielt den Preis für seine Dissertation “Preprotein recognition and translocation by the Toc complex”.
Herr Becker hat einen neuen Proteinkomplex entdeckt, der im Intermebranraum an der Translokation beteiligt ist. Außerdem hat er die molekulare Wechselwirkung des Importrezeptors Toc 34 mit dem Importmotor Toc 159 biochemisch im Detail charakterisiert und die Regulation durch GTP (Guanosintriphosphat) und Signalsequenzen beschrieben. Diese Arbeiten sind in zwei angesehenen internationalen Journalen erschienen.

Bürgermeisterin Christine Strobl verlieh dem Absolventen Johannes Lauer, Fakultät für Kulturwissenschaften, den Hochschulförderpreis der Landeshauptstadt München für seine Magisterarbeit „Stüberln in München“.
Die Magisterarbeit befasst sich mit dem Stüberl als klassische Münchner Arbeiterkneipe und damit als eine für München typische gastronomische Einrichtung. Dabei wird gezeigt, dass es das Münchner Stüberl heute zwar schwer hat, sich im Gastronomiebereich zu behaupten, aber durchaus noch seine soziale Funktion besitzt. Dabei zeigt der Autor, welchen Veränderungen, bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel, das Stüberl unterliegt. Es wird erläutert, welchen Stellenwert und welche soziale Bedeutung das Stüberl für seine Besucher hat.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse