Ludwig-Maximilians-Universität München
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Die guten Seiten eines Alzheimer-Proteins

Gefährliches beta-Amyloid wichtig für Signalübertragung im Gehirn

München, 06.07.2006

Das Amyloid-Vorläuferprotein, kurz APP, spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Alzheimerschen Erkrankung. Erst wenn aus diesem Protein das so genannte beta-Amyloid ausgeschnitten wird, kann es zu der weit verbreitenden Form der Altersdemenz kommen. Denn dieses Protein verklumpt zu großen Plaques, die toxisch auf Neuronen wirken. Wie ein Team um Professor Dr. Jochen Herms, Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, jetzt in der Online-Ausgabe des „Journal of Neuroscience“ nachweist, hat das beta-Amyloid aber nicht nur diese schädliche Wirkung. Vielmehr zeigen Nervenzellen ohne APP – und damit ohne beta-Amyloid – Veränderungen bei der Bildung von Synapsen. Das sind die Kontaktstellen zwischen Neuronen und damit wichtige Stationen bei der Übertragung von Nervensignalen. „Das beta-Amyloid hat also wohl auch eine normale Funktion im Gehirn“, so Herms. „Seit Jahren aber wird an Therapien gearbeitet, die die Entstehung von beta-Amyloid unterdrücken sollen. Möglicherweise ist das der falsche Weg.“

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