Ludwig-Maximilians-Universität München
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Professor Herbert Mayr und Professor Ralf Bender als Mitglieder in die Leopoldina gewählt

München, 14.08.2006

Zwei LMU Professoren sind als Mitglieder in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt worden. Professor Herbert Mayr, Lehrbereich Organische Chemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie, ist in die Sektion Chemie, Professor Ralf Bender von der Universitätssternwarte in die Sektion Physik der Leopoldina aufgenommen worden.

Mayr studierte Chemie an der LMU. Nach seiner Dissertation im Jahr 1974 war er als Postdoktorand für ein Jahr beim späteren Nobelpreisträger Professor Dr. George A. Olah in Cleveland (Ohio). 1976 nahm Mayr seine Habilitationsarbeit in Erlangen auf. 1981 zum Privatdozenten ernannt, wurde er 1984 als C4-Professor an die Medizinische Universität Lübeck berufen. 1991 wechselte er an die TU Darmstadt, fünf Jahre später nahm er einen Ruf an die LMU an. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und wurde kürzlich mit der der Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet. Seit 2004 ist er zudem Sprecher des Fachkollegiums Molekülchemie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

In seiner Forschung beschäftigt sich Mayr vor allem mit der Frage, wie sich die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen in einfacher Weise abschätzen lässt. Das ist wichtig, um vorauszusagen, ob gedanklich konzipierte Reaktionen tatsächlich so auch ablaufen oder ob störende Parallelreaktionen eine Rolle spielen können. Mayr ist es gelungen, Reaktivitätsskalen für Elektronenmangel-Verbindungen (Elektrophile) und Elektronenüberschuss-Verbindungen (Nucleophile) zu erstellen, die 30 Zehnerpotenzen überdecken, was Reaktionszeiten von einer Mikrosekunde bis zum millionenfachen Alter des Universums entspricht. Seine Reaktivitätsskalen dienen als Ordnungsprinzipien polarer organischer Reaktivität für die systematische Planung von Synthesen. Außerdem werden die Reaktivitätsskalen in der Makromolekularen Chemie für das bessere Verständnis der Kinetik carbokationischer Polymerisationen eingesetzt.

Ralf Bender  ist Professor für Astrophysik an der LMU und Direktor am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik Garching.  Bender leitete ein internationales Team, das letztes Jahr etwa 200 Sterne als Quelle eines mysteriösen blauen Lichts im Zentrum unserer Nachbargalaxie Andromeda (M31) identifizierte. Dieses Ergebnis bestätigte zudem eine lang gehegte Vermutung: In der Mitte von Andromeda befindet sich ein massives schwarzes Loch. Dank der hohen Auflösung der neuen Bilder konnten alternative Erklärungen ausgeschlossen werden.

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