Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuberufen in 2015

Prof. Dr. Andrea Szelényi

bislang Universitätsklinikum Düsseldorf, ab 15.12.2015 W2-Professorin für Neurochirurgie mit dem Schwerpunkt klinische Neurophysiologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Ralf Thomas Weitz

Prof. Dr. Ralf Thomas Weitz

bislang BASF SE, ab 01.12.2015 W2-Professor für Experimentalphysik - Physik mit Nanosystemen, Fakultät für Physik der LMU.

Ralf Thomas Weitz ist seit Dezember vergangenen Jahres W2-Professor für Experimentalphysik – Physik mit Nanosystemen an der Fakultät für Physik der LMU. Sein Schwerpunkt ist die experimentelle Festkörperphysik. Weitz ist Jahrgang 1980 und in Mannheim geboren. Nach dem Grundstudium und dem Vordiplom der Physik und Elektrotechnik an der Technischen Universität Kaiserslautern 2001 studierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von 2004 bis 2008 promovierte er am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart zum Thema Electrical properties of functionalized nanowire field effect transistors, die Doktorprüfung absolvierte er an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz. Zurück in Stuttgart arbeitete Weitz als Postdoktorand, ab 2009 als Feodor- Lynen-Forschungsstipendiat an der Harvard University in Cambridge, USA. Nach einem erneuten Aufenthalt in Stuttgart wurde er 2011 BASFLaborleiter auf dem Gebiet der organischen Elektronik in Ludwigshafen am Rhein. Zu seiner Arbeit gehörten internationale Projekte zur Entwicklung und Bewertung neuartiger organischer Halbleiter, welche biegbare Bildschirme ermöglichen sollen, die Entwicklung neuartiger Materialien für innovative Druckprozesse sowie die wissenschaftliche Anleitung von Studierenden. Insgesamt hat der Physiker bisher zwölf Patente angemeldet sowie mehr als 50 wissenschaftliche Artikel in internationalen Journalen veröffentlicht, darunter auch in renommierten Zeitschriften wie zum Beispiel Science, Nature Nanotechnology, Nano Letters und Physical Review Letters. Professor Weitz’ Lehr- und Forschungsgebiet an der LMU beschäftigt sich einerseits mit Quantentransport in niederdimensionalen Materialien wie zum Beispiel dem Graphen: „Hierbei interessieren uns der Einfluss von externen elektrischen oder magnetischen Feldern sowie kollektive Phänomene wie die Wechselwirkung der Ladungsträger untereinander und Supraleitung”, erklärt Weitz. Andererseits geht es um die organische Elektronik und dabei um das Verständnis der elektrischen Eigenschaften von organischen Halbleitern. „Dazu werden unter anderem temperaturabhängige elektrische Messungen eingesetzt”, erläutert der Physiker.

Prof. Dr. Simone Kreth

Prof. Dr. Simone Kreth

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.12.2015 dort W2-Professorin für Anästhesiologie - insbesondere Experimentelle Anästhesiologie.

Simone Kreth ist seit 1. Dezember 2015 W2- Professorin für Anästhesiologie an der LMU. Ihr Schwerpunkt ist insbesondere die Experimentelle Anästhesiologie. Nach ihrem Diplomstudium der Humanbiologie mit Schwerpunkt Biochemie an der Philipps-Universität Marburg wurde sie 1996 an selber Stelle zum Doktor der Humanbiologie promoviert. Parallel dazu studierte die heute 46-Jährige Medizin. 1998 absolvierte sie die Ärztliche Prüfung, im Jahr 2000 wurde sie an der Klinik für Innere Medizin an der Goethe-Universität Frankfurt mit summa cum laude promoviert. Ein Jahr später war sie Ärztin in der Klinik für Anästhesiologie der LMU, ab 2007 Fachärztin für Anästhesie und wieder ein Jahr später Leiterin des Forschungslabors sowie Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie. 2011 habilitierte sie sich im Fach Medizin zum Thema Anästhesiologie. Kreth ist Mutter dreier Söhne im Alter von 5, 8 und 12 Jahren. An der LMU wollen sich Professorin Kreth und ihr Team mit der Erforschung der Rolle des adaptiven Immunsystems in der Pathogenese intensivmedizinischer Krankheitsbilder befassen, beispielsweise der Sepsis oder des akuten Lungenversagens. Im Fokus dieser Forschungsarbeiten stehen laut der Medizinerin insbesondere miRNAs. „Dies sind kleine, nicht-kodierende RNA-Moleküle, die auf posttranslationaler Ebene die Genexpression regulieren – und deren Einfluss in der Steuerung von Immunzellfunktionen“, erklärt sie.

Prof. Dr. Nikolaus Haas

bislang Universitätsklinikum der Ruhruniversität Bochum, ab 01.12.2015 W2-Professor für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Pooyan Khashabi

bislang Università Bocconi, Italien, ab 04.11.2015 W1-Professor für Strategie und Organisation, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Prof. Dr. Jürgen Bernhagen

Prof. Dr. Jürgen Bernhagen

bislang Uniklinik RWTH Aachen, ab 01.11.2015 W3-Professor für Vaskuläre Biologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Jürgen Bernhagen wurde im November 2015 zum W3-Professor für Vaskuläre Biologie an der Medizinischen Fakultät berufen. Er ist Leiter des entsprechenden Lehrstuhls am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung des Klinikums. Sein Forschungsschwerpunkt sind molekulare Entzündungsmechanismen („Inflammation”) – vor allem atypische Chemokine, die Rezeptormechanismen und das COP9-Signalosom und ihre Rolle bei kardiovaskulären Erkrankungen wie der Atherosklerose, einer der Hauptursachen des ischämischen Schlaganfalls, sowie verwandte inflammatorische Krankheiten. Außerdem ist Bernhagen Mitglied des Exzellenzclusters SyNergy und im Sonderforschungsbereich SFB1123.

Professor Bernhagen ist Jahrgang 1964 und in Wuppertal geboren. Er studierte zwischen 1985 und 1992 Biochemie an der Universität Tübingen, davon ein Jahr als Visiting Research Scientist am Queen Mary & Westfield College der University of London, UK . Seine Doktorarbeit führte er an der Universität Tübingen und am Picower Institute for Medical Research in New York durch. Nach einer zweijährigen Zeit als Postdoc und Senior Scientist am gleichen Institut in den USA wurde er Arbeitsgruppenleiter an der Universität Stuttgart und am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik. Positionen als Hochschuldozent und Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut in den Jahren 1998 bis 2001 folgte 2002 ein Ruf auf die C3-Universitätsprofessur für Biochemie und Molekulare Zellbiologie am Klinikum der Rheinisch- Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. 2009 erhielt Professor Bernhagen W3-Rufe an die Universitäten Düsseldorf und Bochum und wurde 2009/2010 zum W3-Professor und Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie an der RWTH Aachen ernannt.

Professor Bernhagen wird die molekular-kardiovaskulären Forschungsthemen an der LMU intensiv weiterverfolgen. Dabei wird einerseits ein grundlegendes verbessertes Verständnis der Mechanismen der vaskulären Pathobiologie angestrebt, andererseits werden neue translationale und methodische Ansätze verfolgt. Um potenzielle neue Pathomechanismen bei Schlaganfall und Demenz aufzudecken, werden die vaskulären Prozesse bei Atherosklerose, Myokardinfarkt und Schlaganfall vergleichend untersucht. Hierzu ist der Lehrstuhl von Professor Bernhagen neben diversen Kooperationen am Standort München in vielfältige internationale Netzwerke mit Wissenschaftlern und Firmen aus den USA, Israel, Irland, Neuseeland, Österreich und der Schweiz eingebunden.

Prof. Dr. Siegfried Georg Priglinger

Prof. Dr. Siegfried Georg Priglinger

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.11.2015 dort W3-Professor für Augenheilkunde.

Am 1. November 2015 hat Siegfried Priglinger den Lehrstuhl für Augenheilkunde sowie die Direktion der Augenklinik am Klinikum der LMU übernommen. Er trat die Nachfolge von Professor Kampik an, dessen Schüler er war. Zu seinen Schwerpunkten gehört neben der Netzhautchirurgie und der modernen Chirurgie des grauen sowie grünen Stars die minimalinvasive Hornhauttransplantationschirurgie (DMEK, DAL K).

Priglinger studierte an der Universität Wien Biotechnologie und Medizin. Im Jahr 1998 wurde er mit summa cum laude promoviert. Es folgte ein Research Fellowship am Schepens Eye Research Institute der Harvard Medical School Boston, USA, wo er zur Immunbiologie bei der Netzhautablösung forschte. An seinem neuen Wirkungsort ist dem 45-jährigen Klinikchef als ehemaligem Mitarbeiter vieles bereits vertraut: An der LMU begann er im Jahr 2000 seine klinische Karriere, wurde 2005 Oberarzt und habilitierte sich 2006 über Wundheilung in der Augenchirurgie. Im Jahr 2007 übernahm der Österreicher die Leitung der Augenklinik am Allgemeinen Krankenhaus in seiner Heimatstadt Linz. Er baute die Einrichtung zur neu gegründeten Universitätsaugenklinik der Johannes Kepler Universität auf. Professor Priglinger wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt und arbeitet federführend in wichtigen Fachgesellschaften und Gremien seines Faches mit. Er hat bislang etwa 100 Publikationen und Buchartikel verfasst.

An der LMU möchte der neue Klinikchef ein Arbeitsklima schaffen, in dem individuelle und innovative Wege eingeschlagen werden, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Mitarbeiter gerecht werden zu können. Als Vater von fünf Kindern sieht er es als unabdingbar an, Mütter und Väter bei Management von Familie und Beruf großzügig zu unterstützen. In der Lehre soll die Möglichkeit gefördert werden, sich früh individuell mit wissenschaftlichen Schwerpunkten zu befassen, um ein hohes Maß an Kompetenz in wissenschaftlich fundierter Medizin zu erlangen. Darüber hinaus soll durch zusätzliche Projekte, Kurse oder Lehrveranstaltungen besonders interessierten Kolleginnen und Kollegen die Welt der Augenheilkunde eröffnet werden.

Prof. Dr. Andreas Mayer

bislang Universität zu Köln, ab 15.10.2015 W3-Professor für Sprachheilpädagogik und Sprachtherapie, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Prof. Dr. Oliver Till Keppler

Prof. Dr. Oliver Till Keppler

bislang Universitätsklinikum Frankfurt, ab 01.10.2015 W3-Professor für Virologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Professor Oliver Keppler vom Universitätsklinikum Frankfurt ist seit 1. Oktober 2015 neuer Vorstand der Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der Medizinischen Fakultät der LMU. Sein Schwerpunkt ist die Erforschung des Humanen Immundefizienz- Virus (HIV) anhand von Zellkultur- und Kleintiermodellen, um den Krankheitsprozess der Erworbenen Immunschwächekrankheit AIDS besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze bis hin zur Heilung zu untersuchen. Aktuell kann das HI-Virus durch Medikamente zwar in Schach gehalten werden, es versteckt sich aber in zellulären Reservoirs im Körper in einer Art Winterschlaf und kann von dort nach Absetzen der Medikamente reaktiviert werden.

Keppler ist Jahrgang 1968 und in Mannheim geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg wurde er 1994 für seine Arbeit Die Bedeutung der Glykosylierung für den zellulären Rezeptor des B-lymphotropen Papovavirus mit summa cum laude promoviert. Nach einer zweijährigen klinischen Ausbildung in der Inneren Medizin des Kantonsspitals Bruderholz in der Schweiz war er ab 1997 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Angewandten Tumorvirologie des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und in der Folge am Gladstone Institute of Virology and Immunology der University of California in San Francisco, USA, als Howard Hughes Physician Postdoctoral Fellow tätig. Zurück in Deutschland leitete er ab 2002 eine Nachwuchsforschergruppe und absolvierte seine Facharztweiterbildung in der Abteilung Virologie am Department für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. 2005 folgten die Habilitation und die Venia legendi für das Fach „Experimentelle Virologie“ und 2010 wurde er an gleicher Stelle zum Oberarzt der Abteilung Virologie bestellt. 2012 wurde Professor Keppler zum Ordinarius für Virologie, Chefarzt und Direktor des Instituts für Medizinische Virologie des Klinikums der Goethe-Universität Frankfurt am Main berufen. Weiterhin leitete er dort auch das Nationale Referenzzentrum für Retroviren.

Professor Keppler wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderen erhielt er den Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands, den Loeffler-Frosch Preis, den Heinz-Ansmann- Preis für AIDS-Forschung und den AIDS-Forschungspreis der H.W. & J. Hector-Stiftung.

An der LMU will sich Professor Keppler intensiv der ganzen Breite der Virologie in den Bereichen Forschung, Diagnostik und Lehre widmen. „Eine exzellente Diagnostik für die Patienten am Klinikum und die Beratung der behandelnden Ärzte zu allen Themen der Virologie liegen mir sehr am Herzen“, erklärt er. Die infektiologische Ausbildung der nächsten Generation von Ärzten will der Vater zweier Söhne noch problemorientierter gestalten, die Infektionskrankheiten praxisnah vermitteln. Im Bereich der strategischen Forschungsentwicklung plant er, die Virologie der LMU in den nächsten Jahren durch zwei neue W2-Professuren und die Rekrutierung mehrerer Nachwuchsgruppen, insbesondere mit Schwerpunkten in der Retrovirologie, zu verstärken.

Prof. Dr. Katrin Auspurg

Prof. Dr. Katrin Auspurg

bislang Goethe-Universität Frankfurt am Main, ab 01.10.2015 W3-Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung, Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU.

Katrin Auspurg hat zum Oktober 2015 die Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung am Institut für Soziologie der LMU angetreten. Auspurg trägt mit ihrer Forschung neben einem besseren Verständnis der Verzahnung von Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt und in Familien zur Aufdeckung von Fehlverhalten in der Wissenschaft und Erklärung bei: Was sind Risikofaktoren für Datenmanipulationen und Fälschungen? Kann eine bessere institutionelle Organisation von Wissenschaft helfen, solche Probleme einzudämmen?

Auspurg ist Jahrgang 1974 und in München geboren. 2006 hat sie an der LMU ihr Diplom in Soziologie mit Auszeichnung erhalten, 2010 wurde sie an der Universität Konstanz promoviert. Zwischen 2006 und 2014 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Akademische Rätin am Fachbereich Soziologie der Universität Konstanz sowei von 2014 bis 2015 Professorin für Soziologie an der Goethe- Universität Frankfurt. Außerdem war Auspurg von 2012 bis 2014 als Research Associate am Institute for Social and Economic Research (ISER) der Universität Essex, Großbritannien. Aktuell ist sie darüber hinaus im Editorial Board der angesehenen Zeitschrift Social Science Research. Nicht zuletzt erscheint bald eine Publikation im American Sociological Review zur Erklärung von Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt.

In Forschung und Lehre beschäftigt sich Professor Auspurg mit aktuellen Methoden quantitativer Sozialforschung und ihrer Anwendung. In der Grundlagenforschung zu Methoden engagiert sie sich dabei insbesondere für die Weiterentwicklung von innovativen Verknüpfungen von Surveys mit Experimenten. Zusammen mit Thomas Hinz von der Universität Konstanz hat sie das erste Lehrbuch zu Faktoriellen Survey Experimenten verfasst, das 2015 beim SAGE Verlag in der renommierten Serie Quantitative Applications in Social Sciences erschienen ist. In der Lehre bieten Auspurg und ihr Team vielfältige Veranstaltungen im Bereich der Methoden-, Arbeitsmarkt-, Diskriminierungs- und Familienforschung an.

An der LMU will Auspurg verstärkt zum sogenannten Publication Bias forschen: Signifikante Ergebnisse, welche die Erwartungen von Forschenden oder Konzernen bestätigen, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit publiziert als andere Ergebnisse. Die daraus resultierenden Verzerrungen haben gravierende gesellschaftspolitische Folgen, wenn etwa wirkungslose sozialplanerische Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Prof. Dr. Michael John Gorman

bislang Science Gallery International, Dublin, Irland, ab 01.10.2015 W3-Professor für Life Sciences in Society, Fakultät für Biologie der LMU.

Prof. Dr. Veit Hornung

bislang Universitätsklinikum Bonn, ab 01.10.2015 W3-Professor für Immunbiochemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Prof. Dr. Stephan Kammer

Prof. Dr. Stephan Kammer

bislang Eberhard Karls Universität Tübingen, ab 01.10.2015 W2-Professor für Neuere deutsche Literatur, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Stephan Kammer ist seit Oktober 2015 W2-Professor für Neuere deutsche Literatur am Institut für Deutsche Philologie. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der deutschsprachigen Literatur und der Philologie seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert; Medialität und Materialität der Literatur; Produktionsprozesse in Literatur, Wissenschaften und Künsten; Kultur-, Medien- und Wissensgeschichte der Schrift und des Schreibens sowie Theorie und Geschichte der Ambiguität.

Kammer ist Jahrgang 1969 und in Basel, Schweiz, geboren. Nach seinem Studium der Germanistik, Neueren allgemeinen Geschichte, Soziologie und Kunstgeschichte an der Universität Basel wurde er im Jahr 2000 mit summa cum laude promoviert. Von 1997–2000 war er Mitglied des Graduiertenkollegs „Textkritik als Grundlage und Methode historischer Wissenschaften“ an der LMU, ab 2001 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wo 2011 seine Habilitation in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft erfolgte. Zwischenzeitlich hatte Kammer Vertretungsprofessuren am Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und am Institut für deutsche Philologie der LMU inne. Außerdem war er 2013 UNESCO-Gastprofessor am Institut für Germanistik der Universität Wien, 2014 Max Kade Visiting Professor an der University of California, Davis, USA, und bis 2015 Lehrstuhlvertreter am Deutschen Seminar der Universität Tübingen. In seinen aktuellen Forschungsvorhaben an der LMU beschäftigt sich Professor Kammer mit der Geschichte der Inventionsmodelle, die er weiterhin in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Technik- und Wissenschaftshistorikern verfolgen will. Ein Tagungs- und Publikationsvorhaben zum „strukturalen Realismus“ in der Literatur, den Künsten und der Epistemologie ist in Vorbereitung; ebenso ein umfassendes internationales Forschungsvorhaben zu den „Netzwerken der Europäischen Moderne“. Dieses soll, so Kammer, „die literarische Moderne nicht über Werke oder programmatische Artikulationen, sondern in der Rekonstruktion ihrer Kommunikationswege und -netze sowie ihrer Öffentlichkeitsinstanzen und deren Agenten wie Zeitschriften, Verlage, Redakteure, Kritiker etc. beschreiben“.

Prof. Dr. Chase Broedersz

Prof. Dr. Chase Broedersz

bislang Princeton University, USA, ab 01.09.2015 W2-Professor für Biologische Physik, der LMU.

Professor Chase Broedersz ist seit 1. September 2015 W2-Professor am Lehrstuhl für Statistische und Biologische Physik. Sein Forschungsgebiet ist die Untersuchung der Physik des Lebens. „Wir verwenden eine theoretische Perspektive der Physik, um Grundprinzipien der lebenden Materie aufzudecken”, erklärt er. Eine zentrale Frage seiner Forschung ist, wie funktionales Verhalten in biologischen Systemen aus der kollektiven Dynamik ihrer interagierenden Bestandteile entsteht.

Geboren wurde Broedersz 1984 in Johannesburg und wuchs dann in den Niederlanden auf. Nach seinem Physikstudium an der Vrije Universiteit Amsterdam wurde er dort 2011 in Theoretischer Physik promoviert. Nachdem er dort auch kurz als Postdoc tätig war, nahm er für vier Jahre eine Stelle als Lecturer und als Lewis-Sigler-Theory-Fellow an der Princeton University, USA, an.

An der LMU möchte sich der theoretische Biophysiker zusammen mit seiner Gruppe einem breiten Spektrum verschiedener Themengebiete widmen. Seine Hauptinteressen beinhalten die Organisation und Dynamik der Chromosomen von Bakterien sowie die Mechanik beweglicher Zellen in Gewebe. Eine grundlegende Fragestellung ist, wie sich interne Aktivität auf das Verhalten biologischer Systeme auswirkt. Die Tatsache, dass sich Systeme dieser Art fernab des Gleichgewichts befinden, zeichnet lebende Materie aus. An der LMU wird Broedersz Vorlesungen über die Physik Weicher Materie und Stochastische Prozesse in biologischen Systemen sowie Kurse am Graduiertenkolleg Quantitative Biosciences Munich halten.

Prof. Dr. Sven Mahner

Prof. Dr. Sven Mahner

bislang Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, ab 01.09.2015 W3-Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Medizinische Fakultät der LMU.

Professor Sven Mahner übernahm am 1. September 2015 den Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie die Direktion der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der LMU. Er leitet die beiden Standorte der Klinik in Großhadern und in der Innenstadt an der Maistraße. Sein Vorgänger Professor Klaus Friese ist in den Ruhestand getreten.

Mahner, geboren in Hannover, war über zwölf Jahre am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Der 40-Jährige erlangte insbesondere in der Behandlung und Erforschung gynäkologischer Tumorerkrankungen inklusive individualisierter Operationsverfahren internationales Renommee. Er studierte in Heidelberg, Homburg, den USA und der Schweiz, wurde in Heidelberg promoviert und habilitierte sich in Hamburg. Nach einem Forschungsaufenthalt am Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical School in Boston, USA, begann seine klinische Karriere in Hamburg. Der Mediziner wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt, arbeitet federführend in den wichtigsten Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Gremien und ist Autor von über 100 Publikationen.

Ein klinischer Schwerpunkt des Gynäkologen an der LMU sind tumorchirurgische Operationsverfahren, die individualisiert, also an die Person und Situation der Patientin angepasst sind. Gerade bei ausgedehnten Tumoren wie zum Beispiel beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist die komplette Entfernung der oft weit ausgebreiteten Tumorabsiedlungen die wichtigste Voraussetzung für das Überleben der Frauen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die medikamentöse Tumortherapie, hier besonders der Einsatz zielgerichteter Antikörper und genbasierter Behandlungen. In optimaler Kombination können verschiedene Therapiemethoden die Überlebenschancen deutlich verbessern – beim Eierstockkrebs, aber auch beim Brustkrebs. Professor Mahners Ziel: „Die Spitzenstellung der LMU als wissenschaftliches Zentrum im Bereich der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zu sichern und auszubauen – lokal sowie national und international.“

Prof. Dr. Kai Papenfort

Prof. Dr. Kai Papenfort

bislang Princeton University, USA, ab 01.09.2015 W2-Professor für Mikrobiologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Kai Papenfort ist seit 1. September 2015 LMUProfessor für Mikrobiologie an der Fakultät für Biologie. Zu seinen Schwerpunkten gehören RNA-Biologie, bakterielle Kommunikation und Virulenz.

Geboren wurde Papenfort 1981 in Ahlen/Westfalen. Nach seinem Studium an der Philipps-Universität Marburg und am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie ebendort wurde er im Jahr 2006 Marie-Curie-Fellow am Institute of Food Research in Norwich, Großbritannien. In den darauffolgenden Jahren folgte sein Ph.D. mit summa cum laude in Genetik beziehungsweise Mikrobiologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema Functional characterization of sRNAs in the model pathogen Salmonella Typhimurium.

Vor dem Wechsel nach München war Papenfort von 2010 bis 2012 Postdoctoral Fellow am Institut für Molekulare Infektionsbiologie in Würzburg und von 2012 bis 2015 Postdoctoral Fellow an der Princeton University, USA, am Department of Molecular Biology. An der LMU möchte sich Papenfort zukünftig in Lehre und Forschung vor allem auf die molekularen Mechanismen der bakteriellen Kommunikation konzentrieren: „Wann und wie Bakterien kommunizieren, ist bisher weitgehend unbekannt. Bekannt ist aber, dass damit wichtige Funktionen wie Virulenz und die Bildung von Biofilmen gesteuert werden. Es ist daher unser Ziel, die der bakteriellen Kommunikation zugrunde liegenden Prozesse besser zu verstehen und diese als Ansatzpunkte antibakterieller Therapien zu etablieren.“

Prof. Dr. Nikita Semenov

bislang Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ab 01.09.2015 W2-Professor für Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Drüen

bislang Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ab 01.09.2015 W3-Professor für Öffentliches Recht, insbesondere öffentliches Wirtschafts- und Steuerrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Neil Thurman

Prof. Dr. Neil Thurman

bislang City University London, UK, ab 01.09.2015 W2-Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Computational Journalism, Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Neil Thurman ist seit 29. Mai 2015 Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der sozialwissenschaftlichen Fakultät. Zu seinen Schwerpunkten gehören Datenjournalismus, Reichweitenmessung beziehungsweise Medienkonsum, digitale Medienpraxis, ethnographische und qualitative Methoden sowie Medienwirtschaft und Innovation.

Thurman wurde 1970 im englischen Norwich geboren. Begonnen hat seine Karriere 1992 als Visiting Lecturer an der University of Kent. Bis 1997 folgten Anstellungen als Design- und Projektmanager in Newcastle. Anschließend war Thurman 18 Jahre lang Lecturer, Senior Lecturer und Reader am Department of Journalism der City University in London. 2015 erhielt er einen Freigeist-Research-Fellow von der Volkswagen-Stiftung.

An der LMU will Professor Thurman Studierenden die Veränderungen in der Nachrichtenproduktion durch das Internet näherbringen. „The ubiquity of computing in contemporary culture has resulted in human decision-making being augmented, and even partially replaced, by computational processes or algorithms using artificial intelligence and informational retrieval techniques“, erklärt er.

Dies habe bereits Auswirkungen auf einige Branchen – beispielsweise den Finanzhandel oder die Rechtsforschung. Die Studierenden sollen vor allem in Gruppenarbeit Einblicke in das Thema gewinnen, Forschungsfragen entwickeln und ein englischsprachiges Forschungsprojekt mit Datenerhebung und -analyse durchführen.

Prof. Dr. Karen Radner

bislang University College London, UK, ab 01.08.2015 W3-Professorin für Alte Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Bernd Bischl

Prof. Dr. Bernd Bischl

bislang Technische Universität Dortmund, ab 01.06.2015 W2-Professor für Statistik mit dem Schwerpunkt Computationale Statistik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Bernd Bischl ist seit Juni 2015 W2-Professor und Leiter der Arbeitsgruppe „Computationale Statistik“ am Institut für Statistik der LMU.

Bischl ist Jahrgang 1978. Nach seinem Informatikstudium in Hamburg absolvierte er 2009 seinen Master in Datenwissenschaften und 2012 seinen Ph.D. an der Technischen Universität Dortmund. 2013 wurde er an gleicher Stelle mit seiner Arbeit Model and Algorithm Selection in Statistical Learning and Optimization mit summa cum laude zum Dr. rer. nat. promoviert. Anschließend war Bischl dort Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Statistik. Im April 2014 kam er für eine W2-Vertretungsprofessur an das Institut für Statistik der LMU und ging im Oktober 2014 bis zu seinem endgültigen Wechsel nach München für eine W3-Vertretungsprofessur wieder zurück an die TU Dortmund.

Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt Professor Bischl 2013 unter anderem den Preis für die beste Dissertation von der TU Dortmund, zusammen mit Julia Schiffner den „Best paper award“ für den Artikel Bias-variance analysis of local classification methods und mehrere Auszeichnungen im Rahmen seiner Teilnahme am „German Data Mining Cup“-Wettbewerb mit verschiedenen Teams aus Studierenden. An der LMU möchte der Statistiker vor allem seinen Forschungsinteressen Maschinelles Lernen, modellbasierte Optimierung für zeitintensive Black-Box-Probleme, automatische Algorithmus-Konfiguration und -Selektion sowie statistische Software-Entwicklung und Parallelisierung widmen. Außerdem möchte er intensiv den neuen Lehr- und Forschungsbereich der Data Science am Institut für Statistik stärken.

Prof. Dr. Thomas Kuhr

Prof. Dr. Thomas Kuhr

bislang Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ab 01.05.2015 W2-Professor für Experimentalphysik - Elementarteilchenphysik, Fakultät für Physik der LMU.

Thomas Kuhr verstärkt seit 1. Mai 2015 den Lehrstuhl für Elementarteilchenphysik und beteiligt sich an der Belle II-Kollaboration. Das Experiment am SuperKEKB-Beschleuniger im japanischen Tsukuba in der Nähe von Tokyo untersucht Kollisionen von Elektronen und Positronen, bei denen unter anderem Teilchen mit b-Quarks entstehen. „Solche Teilchen bieten vielfältige hervorragende Möglichkeiten, um nach Effekten Neuer Physik zu suchen“, erklärt Professor Kuhr. „Und mit den Daten des Belle II-Experiments wird man diese Suche mit bisher unerreichter Präzision durchführen können.“
Kuhr ist Jahrgang 1973 und im westfälischen Gronau geboren. Nach seinem Abitur in Bad Bentheim studierte er Physik in Hamburg, wo er 1998 sein Diplom erwarb. 2002 folgte der Ph.D. Von 2003 bis 2004 war er Fellow am CERN, ab 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Karlsruhe beziehungsweise dem Karlsruher Institut für Technologie, 2006 für ein Jahr als Gastwissenschaftler am Fermilab bei Chicago, USA, und 2008 Gründungsmitglied der Belle II-Kollaboration. Zu den wichtigsten Publikationen zählt seine Habilitationsschrift mit dem Titel Flavor Physics at the Tevatron, in der er einen Überblick über die experimentellen Resultate auf dem Gebiet der Flavor-Physik am Proton-Antiproton-Beschleuniger Tevatron bei Chicago gibt, und die Beobachtung von Oszillationen von B^0_s-Mesonen Observation of B^0_s anti-B^0_s Oscillations. Außerdem ist Kuhr im Belle II-Management, in einer internationalen Gruppe zur Kombination von Messungen auf seinem Forschungsgebiet, in dem Gremium zur Begutachtung der LHC-Experimente am CERN und Gutachter von renommierten Fachzeitschriften.
Ziel von Professor Kuhrs Forschung an der LMU ist es, die elementaren Teilchen und die Wechselwirkungen zwischen ihnen besser zu verstehen. Dazu fragt er unter anderem, weshalb es im heutigen Universum nur Materie und keine Antimaterie mehr gibt, obwohl beide zu gleichen Teilen im Urknall erzeugt wurden. „Deshalb suche ich nach neuen Teilchen oder neuen Kräften, die sich dadurch bemerkbar machen, dass man in Messungen eine Abweichung von der Vorhersage des Standardmodells beobachtet“, erklärt Kuhr. Er vermutet, dass die Effekte der sogenannten Neuen Physik sehr klein sein müssen, da man bisher noch keinen überzeugenden Hinweis auf solch eine Abweichung gesehen hat. Daher sei es erforderlich, die Genauigkeit der Messungen zu erhöhen. „Deshalb arbeite ich in Kollaboration mit etwa 600 Wissenschaftlern weltweit an der Vorbereitung eines Experiments, das mit 50-mal mehr Daten als bisherige Experimente nach Neuer Physik suchen wird.“

Prof. Dr. Markus Kipp

Prof. Dr. Markus Kipp

bislang Universitätsklinikum der RWTH Aachen, ab 01.05.2015 W2-Professor für Anatomie (mit Schwerpunkt Neuroanatomie und Mikroskopische Anatomie), Medizinische Fakultät der LMU.

Markus Kipp von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ist seit 1. Mai 2015 W2-Professor für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der LMU mit dem Schwerpunkt Neuroanatomie und Mikroskopische Anatomie. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Rolle von Oligodendrozyten bei der Multiplen Sklerose, Läsionsentstehung, die Mechanismen der Demyelinisierung und Remyelinisierung, die Rolle von Astrozyten bei Remyelinisierung sowie die protektive Eigenschaften von Sexualhormonen in einem invivo Schlaganfall-Modell (MCA O).

Kipp ist Jahrgang 1978 und in Oberndorf am Neckar geboren. Sein Studium der Humanmedizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen begann er 1999, 2006 folgte die Approbation an der RWTH in Aachen. Anschließend war Kipp Wissenschaftlicher Angestellter am dortigen Institut für Neuroanatomie, 2008 folgte seine Promotion mit summa cum laude. Habilitiert wurde der Mediziner ebenfalls in Aachen im Jahr 2010. 2011 folgte die Promotion zum „Dr. rer. nat.“ an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der RWTH Aachen. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem den Fakultätspreis für die beste theoretische Promotion, verschiedene Reisestipendien, von 2010 bis 2012 ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Vrije Universiteit Amsterdam, Niederlande, und 2013 das Kármán-Fellowship der RWTH .

An der LMU zeichnet sich sein Forschungsgebiet durch eine hohe Interdisziplinarität mit engen Verknüpfungen von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung aus. „Mein vorrangiges Forschungsinteresse umfasst die Physiologie und Pathologie de- und remyelinisierender Prozesse des Zentralnervensystems“, erklärt Professor Kipp. Ein Hauptfokus richte sich dabei auf die Modulation neuroinflammatorischer Signalkaskaden durch Oligodendrozyten und der daraus resultierenden Immunzellrekrutierung. „Wir gehen davon aus, dass Gehirn-intrinsische Entzündungsprozesse mit einhergehender Neurodegeneration maßgeblich die Rekrutierung peripherer Immunzellen steuern.“ Ein besseres Verständnis dieser Vorgänge ermögliche den Ansatz neuer therapeutischer Interventionen bei der Multiplen Sklerose. Im Bereich der Lehre möchte Professor Kipp 3D-Abbildungen komplizierter anatomischer und klinischer Präparationsgebiete in das Curriculum der Human- und Zahnmedizin integrieren. „Wir erhoffen uns dadurch, das räumliche Denken der Studierenden gezielt zu fördern.“

Prof. Dr. Maria Belen Paredes Ariza

bislang Universidad Autonoma de Madrid, ab 01.05.2015 W2-Professorin für Theoretische Quantenoptik und Quanteninformation, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Thomas Ehring

Prof. Dr. Thomas Ehring

bislang Westfälische Wilhelms-Universität Münster, ab 01.04.2015 W3-Professor für Klinische Psychologie und Psychologische Psychotherapie, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Thomas Ehring wurde im April 2015 zum W3-Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik ernannt. Er ist ebenfalls Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz des Departments Psychologie. Auf methodischer Ebene ist seine Forschung gekennzeichnet durch die Kombination von experimenteller Psychopathologieforschung auf der einen Seite und Psychotherapieforschung auf der anderen Seite. „In unserer experimentellen Forschung versuchen wir, Prozesse, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen eine wichtige Rolle spielen, genauer zu verstehen“, erklärt Ehring. Diese Erkenntnisse nutze sein Team anschließend bei der Entwicklung und Validierung innovativer Interventionen, die zum Ziel haben, genau diese Prozesse zu beeinflussen.

Ehring ist Jahrgang 1973 und wurde in Duisburg geboren. Ab 1995 studierte er Psychologie an den Universitäten Mainz und Hamburg, ab 1999 für ein Jahr als Visiting Research Student am Department of Psychiatry an der University of Oxford, England. Bis 2004 war er Ph.D.-Student am Institute of Psychiatry des King‘s College London. Der Titel seiner Dissertation: Psychological consequences of road traffic accidents: The prediction of PTSD, phobias and depression. Bis 2007 war Ehring Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bielefeld und bis 2012 Assistant Professor an der Universiteit van Amsterdam, Niederlande. Vor seinem Wechsel an die LMU lehrte Ehring als Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Professor Ehring forscht an der LMU vor allem zu psychischen Störungen nach traumatischen Erlebnissen, beispielsweise Gewalterfahrungen in der Kindheit, Unfälle, Vergewaltigung oder Kriegserlebnisse. Ziele sind die Erforschung der wirksamen Bestandteile von aktuellen Therapien zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung sowie Entwicklung und Validierung von innovativen Behandlungsansätzen für komplexe Traumafolgestörungen. „Zudem untersuchen wir die Rolle von Missbrauchserfahrungen in der Kindheit im Rahmen anderer psychischer Störungen wie Depression oder Persönlichkeitsstörungen“, erläutert Ehring. Nicht zuletzt interessiert sich der approbierte psychologische Psychotherapeut für die Rolle von repetitiven negativen Gedankenprozessen. Ziel dabei ist es, herauszufinden, wie sich problematisches Grübeln beziehungsweise Sorgen von hilfreichen Formen der Auseinandersetzung mit Problemen unterscheiden lässt.

Prof. Dr. Matthias Punk

bislang Universität Innsbruck, A, ab 01.04.2015 W2-Professor für Theoretische Physik - Festkörperphysik, Fakultät für Physik der LMU.

Matthias Punk ist seit 1. April 2015 Professor für Theoretische Festkörperphysik des Arnold Sommerfeld Centers an der Fakultät für Physik. In seiner Forschung beschäftigt er sich in erster Linie mit korrelierten Quanten-Vielteilchensystemen. „Solche Systeme bestehen aus einzelnen Teilchen, typischerweise Atome und Elektronen, deren individuelle physikalische Eigenschaften sehr genau bekannt sind“, erklärt Punk. Das Zusammenspiel einer Vielzahl stark wechselwirkender Atome und Elektronen kann jedoch zu neuen, emergenten physikalischen Effekten führen, die nicht oder nur sehr schwer auf das Verhalten der einzelnen Teilchen zurückzuführen sind.

Punk ist Jahrgang 1981 und in Kufstein geboren. Nach seinem Diplom an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität 2006 war er Ph.D.-Student an der Technischen Universität München. Nach Abschluss seiner Arbeit Many-particle physics with ultracold gases war der heute 34-Jährige 2010 zuerst Postdoc an der Isar, ab 2011 an der Harvard University in Cambridge, USA, und ab 2013 wieder in Innsbruck.

Professor Punks Ziel an der LMU ist es, die physikalischen Eigenschaften von eingangs erwähnten stark korrelierten Materialien besser zu verstehen. Ein bekanntes Beispiel sind die sogenannten Hochtemperatur-Supraleiter. „Das sind keramische Materialien, die unterhalb einer bestimmten Temperatur elektrischen Strom verlustfrei transportieren können“, erläutert Punk. Der physikalische Mechanismus, der zu Supraleitung in diesen Materialien führt, habe allerdings bisher trotz jahrzehntelanger Forschung nicht im Detail entschlüsselt werden können. „In unserer Arbeit entwickeln wir unter anderem theoretische Modelle, die Vorhersagen für bestimmte Messgrößen liefern, um ein besseres Verständnis der physikalischen Prozesse in diesen Materialien zu erhalten.“ Vor Kurzem habe sein Team ein verhältnismäßig einfaches Modell erarbeitet, welches einige Eigenschaften solcher Supraleiter gut zu beschreiben scheint. Dieses Modell soll jetzt im Detail studiert und weiterentwickelt werden.

Prof. Dr. Julia Budka

Prof. Dr. Julia Budka

bislang Österreichische Akademie der Wissenschaften in Wien, A, ab 01.04.2015 W2-Professorin für Ägyptische Archäologie und Kunstgeschichte, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Julia Budka wurde zum 1. April 2015 zur W2-Professorin für Ägyptische Archäologie und Kunstgeschichte am Institut für Ägyptologie und Koptologie der LMU berufen. Zu ihren Forschungsinteressen gehören die Siedlungsarchäologie, materielle Kultur, Objektbiografie, Forschungsgeschichte deutschsprachiger Ägyptologie sowie Identitäten und Ethnizität beziehungsweise Bestattungsbrauchtum und Grabarchitektur.

Professor Budka ist Jahrgang 1977 und in Wien geboren. Nach dem Magister-, aber noch vor dem Promotionsabschluss an der dortigen Universität, war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Archäologie im Lehrbereich Ägyptologie und Archäologie Nordostafrikas. Von 2011 bis 2012 vertrat Budka die Assistenzprofessorin Dr. Irmgard Hein am Institut für Ägyptologie der Universität Wien. Anschließend folgte bis zum Wechsel nach München eine Anstellung als Principle Investigator des „START“- beziehungsweise des darauffolgenden European Research Council (ERC)-Projekts an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Die wichtigsten Auszeichnungen Budkas sind der Starting Grant des ERC, der START-Preis des österreichischen Wissenschaftsfonds und des Bundesforschungsministeriums sowie ein Stipendium durch das „Doktorand/inn/enprogramm der sterreichischen Akademie der Wissenschaften (DOC)“.

„Meine Projekte und Forschungsarbeiten finden sowohl im heutigen Ägypten als auch im modernen Sudan statt“, erklärt Professor Budka. Das wichtigste aktuelle Vorhaben sei gerade das ERC-Projekt „AcrossBorders“. Dabei finden Ausgrabungen, Landschafts- und Mikroarchäologie auf der Nilinsel Sai im Nordsudan sowie im Bereich der Stadt des Neuen Reichs statt. Ziel ist ein Vergleich der materiellen Kultur mit Elephantine und Abydos-Süd, beides Fundplätze in Ägypten.
In Zukunft will sich Budka vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Spezialisierung auf das Neue Reich und des kürzlich eingeworbenen EU-Projekts vorrangig auf das Gebiet Siedlungsarchäologie und Obernubien, heutiger Sudan, konzentrieren. Der Münchener Archäologie werde so zu einem zusätzlichen neuen Forschungsbereich verholfen, erläutert Budka. Ziel dabei sei, die ägyptische Archäologie in der Lehre und Forschung zu stärken und interdisziplinäre Ansätze zu berücksichtigen.

Prof. Dr. Sarah Diefenbach

Prof. Dr. Sarah Diefenbach

bislang Folkwang Universität der Künste Essen, ab 01.04.2015 W2-Professorin für Wirtschaftspsychologie, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Sarah Diefenbach ist seit 1. April 2015 W2-Professorin für Wirtschaftspsychologie am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationspsychologie der LMU. Schwerpunkte ihrer Forschung sind das Konsumentenerleben im Bereich interaktiver Produkte und die Betrachtung von Mensch-Technik- Interaktion aus einer psychologischen Perspektive. Dies umfasst beispielsweise die Ästhetik der Interaktion, die intuitive Interaktion, hedonische und utilitaristische Produktattribute, die Psychologie der Selbstverbesserung und motivationale Produkte sowie Methoden für User-Experience-Evaluation und -Gestaltung.

Sarah Diefenbach kommt gebürtig aus Darmstadt und ist Jahrgang 1982. Vor dem Ruf an die LMU war sie in den interdisziplinären Arbeitsgruppen am Schnittfeld von Psychologie, Gestaltung und Informatik an der Folkwang Universität Essen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Universität Koblenz-Landau tätig. Im Rahmen ihrer Promotion erforschte sie die Bedeutsamkeit hedonischer und utilitaristischer Produktattribute für Wahl und Erleben sowie den besonderen Einfluss von Rechtfertigung („Hedonic Dilemma“).

In mehreren vom Bundesforschungsministerium beförderten Verbundvorhaben wie zum Beispiel „proTACT – User Experience Prototyping für Begreifbare Interaktion“ entwickelte sie Methoden für User-Experience-Evaluation und -Gestaltung, die vielfachen Einsatz in Wissenschaft und Praxis finden. Professor Diefenbach ist außerdem Mitherausgeberin von i-com – Journal of Interactive Media. Darüber hinaus engagiert sie sich in der German UPA, dem Berufsverband der deutschen Usability und User Experience Professionals, in der Durchführung des jährlichen Branchenreports.

In der Lehre möchte Professor Diefenbach an der LMU grundständige Themen der Wirtschaftspsychologie um aktuelle Forschungsfragen aus dem Bereich interaktiver Produkte ergänzen. ies beinhaltet beispielsweise die Betrachtung neuerer Produktkategorien und Marktsegmente wie zum Beispiel E-Health oder Persuasive Technologies, deren Verbindungen zu psychologischen Theorien und Modellen wie beispielsweise Motivation, Selbstregulation oder Reaktanz sowie Methoden der nutzerzentrierten Gestaltung (Usability-Analyse, Fokusgruppen, Prototyping, UX-Evaluation). Mit dieser umfassenden Perspektive will Professor Diefenbach Studierenden eine gute Vorbereitung auf das gesamte Tätigkeitsspektrum der Wirtschaftspsychologie bieten, in der das Berufsfeld interaktiver Produkte/User Experience zunehmend wichtiger wird.

Prof. Dr. Thomas Schenk

bislang Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, ab 01.04.2015 W3-Professor für Klinische Neuropsychologie, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Thomas Schenk von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg ist seit 1. April 2015 W3-Professor für Klinische Neuropsychologie an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU. Zu seinen Schwerpunkten in der Lehre zählt das gesamte Spektrum der klinischen Neuropsychologie wie Störungen des Denkens, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung oder Bewegungssteuerung. In der Forschung geht er beispielsweise den Fragen nach, wie Bewegungen von unserem Gehirn gesteuert werden oder warum neurologische Patienten unter posttraumatischer Behandlungsstörung leiden.

Geboren wurde Schenk 1965 in Friedrichshafen am Bodensee. Nach seinem Studium der Psychologie an den Universitäten Konstanz und Tübingen folgte 1989 sein Master-Studium an der Universität von St. Andrews, Schottland. 1991 absolvierte er sein Diplom in Psychologie an der Universität Konstanz. 1995 wurde er in Psychologie am Münchener Max-Planck-Institut für Psychiatrie mit einer Arbeit zu Störungen der Bewegungswahrnehmung nach erworbener Hirnschädigung promoviert. Parallel zur Promotion arbeitete er bis 1996 als klinischer Neuropsychologe am Neurologischen Krankenhaus in München und später als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Neuropsychologischen Abteilung im LMU-Klinikum in Großhadern, als Senior Lecturer in der psychologischen Abteilung der Universität Durham, England, und an gleicher Stelle von 2008 bis 2010 als Direktor der Cognitive Neuroscience Research Unit.

An der LMU will sich Professor Schenk den Forschungsschwerpunkten Wahrnehmung und Handlung, Behandlung von Patienten mit Wahrnehmungsstörungen und der Untersuchung psychischer Störungen bei neurologischen Patienten widmen. Derzeit betreut er drei DFG-Projekte zu den Themen Multitasking, Aktive Wahrnehmung und ein Projekt zum Einfluss der motorischen Steuerung auf die räumliche Verteilung der Aufmerksamkeit. Ein weiteres wichtiges Ziel seiner Arbeit an der LMU wird der Aufbau einer neuropsychologischen Hochschulambulanz sein.

Prof. Dr. Tobias Feuchtinger

Prof. Dr. Tobias Feuchtinger

bislang Universitätsklinikum Tübingen, ab 01.04.2015 W2-Professor für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Tobias Feuchtinger ist seit 1. April 2015 W2-Professor für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Fakultät der LMU. Das Kinderkrebszentrum am Dr. von Haunerschen Kinderspital ist die größte Kinderhämatologie/Onkologie im süddeutschen Raum. Das Kinderkrebszentrum verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten der Hochleistungsmedizin in höchster Qualität auszuschöpfen und dabei aber die individuellen Bedürfnisse der Patienten auf emotionaler, sozialer und gedanklicher Ebene in die Behandlung mit einzubeziehen. Hierbei wird die Überwindung vorhandener Grenzen die Medizin immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Tobias Feuchtinger ist 42 Jahre alt, Kinderarzt, Kinderhämatologe und -Onkologe. Seine klinische Ausbildung absolvierte er an der Universitätskinderklinik Tübingen unter Professor Niethammer und Professor Handgretinger. Stationen während der Ausbildung waren außerdem Perugia, Italien, und Cleveland, Ohio, USA. Promoviert wurde Feuchtinger an der Ruhr-Universität Bochum bei Professor Schauer über die Interaktion von dendritischen Zellen und T-Zellen. 2009 habilitierte er sich in Tübingen über Virus-spezifische T-Zellantworten und T-Zellimmuntherapie. Wissenschaftlich ist laut Professor Feuchtinger die Translation von Erkenntnissen der Grundlagenforschung in die klinische Medizin die große Herausforderung für die Zukunft.

An der LMU will er daher neben den klassischen Therapien, wie Chemotherapie, Bestrahlung und Chirurgie eine weitere Säule aufbauen: die Immuntherapie. „T-Zellen sind die potentesten Effektoren des menschlichen Körpers“, erklärt der Kinderarzt. Sie seien in höchstem Maße individualisiert. „Wir haben jedoch in den letzten Jahren ansatzweise gelernt, das große Potenzial der T-Zellen für therapeutische Zwecke zu nutzen, um die Prognose von vormals unheilbar kranken Patienten zu verbessern und ihnen eine Chance zu ermöglichen.“

Prof. Dr. Henrike Rau

bislang National University of Ireland, Galway, IRL, ab 01.04.2015 W2-Professorin für Sozialgeographie mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsforschung, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Henrike Rau ist seit 1. April 2015 Professorin für Sozialgeographie mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsforschung. Ihre Forschung konzentriert sich auf die sozialwissenschaftliche und inter- und transdisziplinäre Behandlung von Nachhaltigkeitsthemen, besonders in den Bereichen Mobilität, Zeitverwendung und Konsum.

Geboren wurde Henrike Rau in Radebeul bei Dresden. Nach ihrem Abitur am Gymnasium Coswig in Sachsen 1995 studierte sie Psychologie und Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der National University of Ireland in Galway (NUIG). Dort erhielt sie 2004 auch den Doktortitel für ihre kulturvergleichende Studie zum Thema Zeitkulturen und Zeitverwendung in Deutschland und der Republik Irland. Danach forschte und lehrte sie in den Bereichen Umweltsoziologie, Kulturvergleichende Soziologie und Methoden der empirischen Sozialforschung an der School of Political Science and Sociology der NUIG sowie am Wiener Institut für soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seit 2009 ist sie als Kernmitglied des CONSENSUS-Forschungskonsortiums mit der Leitung des Arbeitsbereichs „Transport, Mobilität und der Konsum von Entfernung“ betraut.

An der LMU möchte Henrike Rau ihre Forschung zur Entstehung und Änderung (nicht) nachhaltiger Alltagspraktiken – besonders in Bezug auf Mobilität und Nahrungsmittelkonsum – weiter ausbauen. Sie arbeitet derzeit an der Weiterentwicklung eines mobilitätsbiografischen Ansatzes, der als theoretische Grundlage zukünftiger empirischer Erhebungen von Mobilitätspraktiken und deren Veränderungen über den Lebensverlauf dienen soll. Dabei plant Professor Rau die Sammlung qualitativer und quantitativer Daten am Standort München, unter anderem in Zusammenarbeit mit Unternehmen und ÖPNV -Anbietern in der Region. Weiterhin ist es ihr Ziel, innovative Realexperimente und „Living Labs“ zur Etablierung und Verbreitung nachhaltiger Konsumpraktiken in Deutschland und international vergleichend zu erforschen. Die dabei gewonnenen Forschungsergebnisse werden direkt in ihre Lehre einfließen, zum Beispiel im Rahmen des neu akkreditierten Masters in Humangeographie und Nachhaltigkeit an der LMU.

Prof. Dr. Paul CJ Taylor

Prof. Dr. Paul CJ Taylor

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.04.2015 W2-Professor für kognitive und höhere vestibuläre Störungen, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Am 1. April 2015 wurde Paul Taylor zum Professor für Kognitive und höhere vestibuläre Funktionsstörungen im Institut für Neurologie an der LMU ernannt. Hauptschwerpunkte seiner Forschung sind die Charakterisierung neuraler Mechanismen neurologischer Krankheiten, die Untersuchung der Interaktionen zwischen Aufmerksamkeit, Bewusstwerden und Handlungsauswahl sowie die Entwicklung neuer Methoden auf dem Gebiet der kognitiven und klinischen Neurowissenschaften, insbesondere durch den Einsatz der gezielten Hirnstimulation.

Taylor ist Jahrgang 1980 und gebürtiger Londoner. Er studierte Physiologie und Neurowissenschaften in Oxford, wo er im Fach Experimentelle Psychologie promovierte. Nach der Promotion verbrachte er drei Jahre als Postdoc am Birkbeck College und im Institut für Kognitive Neurowissenschaften der Universität von London. Anschließend übernahm er im Rahmen der Exzellenzinitiative eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Mit seiner Ernennung zum Professor wechselt Taylor in die Medizinische Fakultät, um eine neue Forschungsgruppe für Kognitive und Klinische Neurowissenschaften am Deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrum aufzubauen. „Ziel der neuen Forschungsgruppe ist es, unsere bisherigen Befunde in den klinischen Bereich zu übertragen“, sagt Taylor. „Neue, nicht-invasive Methoden erlauben uns, nicht nur einzelne Hirnareale gezielt zu stimulieren, sondern auch die dadurch ausgelöste neurale Aktivität zu erfassen. Wir hoffen, dass wir mithilfe dieser Techniken zu einem besseren Verständnis der neuralen Grundlagen von krankhaften Störungen im kognitiven Apparat sowie in den integrativen Funktionen des vestibulären Systems gelangen können.“ Um die physiologischen Ursachen solcher Störungen aufzuklären, setzt er ebenfalls auf Kollaborationen mit Medizinern und anderen Forschern an seiner neuen Wirkungsstätte.

„Der damit verbundene Fakultätswechsel ist gewiss eine Herausforderung, aber sie birgt auch neue Chancen“, fügt Taylor hinzu. Das Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften sprengt traditionelle Fachgrenzen und verlangt grundsätzlich nach einem interdisziplinären Ansatz. So wird ein Großteil seiner Lehrtätigkeit im Rahmen der Graduate School of Systemic Neurosciences (GSN) der LMU stattfinden. „Bei der GSN hat man es mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen zu tun, mit angehenden Medizinern und Psychologen, aber auch mit jungen Leuten, die sich eher mit der philosophischen Ebene befassen und sich für Themen wie das Bewusstsein interessieren. Und dank methodologischer Fortschritte werden auch diese Themen allmählich der kognitiven Erforschung zugänglich.“

Prof. Dr. Christiane Lütge

bislang Westfälische Wilhelms-Universität Münster, ab 01.04.2015 W3-Professorin für Didaktik der englischen Sprache und Literatur (Lehrstuhl), Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Christiane Lütge hat zum 1. April 2015 den Lehrstuhl für Didaktik der englischen Sprache und Literatur übernommen. Zuvor hatte sie einen Lehrstuhl an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster inne. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Literatur- und Kulturdidaktik, inter- und transkulturelles Lernen, in der Mediendidaktik und der Lehrerbildungsforschung.

Geboren wurde Christiane Lütge 1969 in Helmstedt. Sie studierte Anglistik und Geschichte in Braunschweig und Durham, Großbritannien. Im Anschluss an das Erste und Zweite Staatsexamen wurde sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Englischdidaktik an der Universität Hannover. Nach der Promotion war sie – nach zweimaliger Unterbrechung durch Elternzeiten – einige Jahre als Studienrätin an einem Gymnasium in Hannover und parallel in der universitären Fachdidaktik tätig. Anschließend wechselte sie an die Universität Bremen und widmete sich auf einer Postdoktorandenstelle Forschungsprojekten in der Literatur-und Filmdidaktik. 2008 folgte sie einem Ruf an die Universität Hildesheim und 2009 einem Ruf an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 2011 übernahm Christiane Lütge den Lehrstuhl für englische Fachdidaktik am Englischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

An der LMU wird Professor Lütge die enge Vernetzung der Didaktik mit den Fachwissenschaften sowie insbesondere mit den Didaktiken der Philologien intensiv betreiben. In Zusammenarbeit mit dem Münchner Zentrum für Lehrerbildung möchte Christiane Lütge die im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderten Maßnahmen systematisch für den von ihr geplanten Aufbau eines TEFLNet Munich (Teaching English as a Foreign Language) nutzen. In der Forschung laufen mehrere Projekte in der Literaturdidaktik, hier insbesondere zu Shakespeare im Englischunterricht und zu Kinder- und Jugendliteratur. Das international referierte E-Journal www.clelejournal.org wird von Lütge am Lehrstuhl herausgegeben. Andere Themenschwerpunkte werden sich im Bereich „Global Education“ mit bildungstheoretischen Implikationen englischdidaktischer Themen beschäftigen sowie mit aktuellen Entwicklungen der Lehrerbildungsforschung.

Prof. Dr. Ronny Vollandt

bislang Freie Universität Berlin, ab 01.04.2015 W2-Professor für Judaistik, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Ronny Vollandt wurde am 1. April zum Professor für Judaistik am Institut für den Nahen und Mittleren Osten ernannt. Er beschäftigt sich im Besonderen mit dem Judentum in der islamischen Welt vom frühen Mittelalter bis in die Moderne. Sein bisheriger Schwerpunkt lag nicht nur auf jüdischen Bibelkommentaren, sondern auch auf linguistischer Literatur und judaeo-arabischen Bibelübersetzungen. Einen weiteren Fokus stellten der Wissenstransfer und -austausch zwischen jüdischer, christlicher und muslimischer Kultur dar. „Die islamisch-geprägte Welt zeichnet sich durch einen intellektuellen Reichtum und eine Vielfalt aus, die ihresgleichen sucht“, erklärt Vollandt. „Die Beschäftigung mit der eng verwobenen Literatur-und Ideengeschichte zwischen Judentum, Christentum und Islam im rabischsprachigen Mittelalter kann darüber hinaus als historische Achse verstanden werden, die als Spiegelfläche im gegenwärtigen Diskurs um gesellschaftliche Vielfalt und Dialog wirken kann.“

Vor seiner Berufung war Ronny Vollandt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit Intellectual History of the Islamicate World an der Freien Universität Berlin tätig und forschte im Rahmen des deutsch-israelischen DFG-DIPProjektes „Bible in Arabic among Christians, Jews and Muslims“ zu den ebenso komplexen wie reichen Übersetzungstraditionen der Bibel ins Arabische. An der Hebrew University of Jerusalem in Israel schloss er 2007 mit einem Magister in Jewish Civilization ab und erwarb 2011 an der englischen University of Cambridge einen Ph.D. in Semitic Philology. Eine überarbeitete Fassung seiner Dissertationsschrift erschien unter dem Titel Arabic Versions of the Pentateuch. A comparative study of Jewish, Christian, and Muslim Sources (Leiden: Brill, 2015).

An der LMU ist Ronny Vollandt mitverantwortlich für die inhaltliche und strukturelle Gestaltung eines Fächerverbunds, der in Zukunft unter dem Dach des geplanten interfakultären MA-Studiengangs „Jüdische Studien“ zusammengefasst werden soll. Innerhalb des Verbundes deckt Vollandt die formative Periode des nachbiblischen Judentums ebenso ab wie die kulturellen und sozialen Erscheinungen des arabischsprachigen Judentums.

Prof. Dr. Markus Heydenreich

Prof. Dr. Markus Heydenreich

bislang Universiteit Leiden, NL, ab 01.03.2015 W2-Professor für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Markus Heydenreich von der niederländischen Universiteit Leiden wurde am 1. März 2015 zum W2-Professor für Angewandte Mathematik an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU ernannt. Sein Arbeitsgebiet umfasst die diskrete Wahrscheinlichkeitstheorie – insbesondere zufällige Medien und Prozesse auf zufälligen räumlichen Netzwerken.

Geboren und aufgewachsen ist Heydenreich in Berlin. Von 1998 bis 2004 studierte er Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Berlin – davon ein Jahr an der City University London, England. Von 2004 bis 2008 folgte die Promotion am Eurandom in Eindhoven, Niederlande. Das kleine Forschungsinstitut ist an der dortigen Technischen Universität angesiedelt und widmet sich speziell der Stochastik. Von 2009 bis 2010 arbeitete Heydenreich als Postdoc an der Vrije Universiteit in Amsterdam, Niederlande, und von 2010 bis zu seinem Umzug nach München als Assistenzprofessor für Mathematik an der Universiteit Leiden.

Ein Beispielprojekt, das Professor Heydenreich insbesondere in der kommenden Zeit an der LMU beschäftigen wird, ist ein Gemeinschaftsvorhaben mit Kollegen von LMU und Technischer Universität München. Darin werden „long-range order“ („langreichweitige Abhängigkeiten“) in kristallinen Strukturen untersucht. Der Vater dreier Kinder wird sich außerdem auch weiterhin auf zufällige Systeme in Räumen hoher Dimension konzentrieren. „Die lokalen Abhängigkeiten fallen so schnell ab, dass die Geometrie des Raumes bei makroskopischer Betrachtung des zufälligen Systems nicht mehr sichtbar wird, sogenanntes Mean-Field-Verhalten“, erklärt Heydenreich die Besonderheit an hohen Dimensionen.

Prof. Dr. Dierk Niessing

bislang HelmholtzZentrum München, ab 01.03.2015 W2-Professor für RNA Biochemie, Medizinische Fakultät der LMU.

Dierk Niessing vom Helmholtz Zentrum München ist seit dem 1. März 2015 W2-Professor für RNABiochemie an der Medizinischen Fakultät. Sein Arbeitsgebiet befasst sich mit der Fragestellung, wie Genexpression auf der Ebene von Boten-RNA reguliert wird und warum Fehlregulation in erblichen Krankheiten mündet.

Niessing ist Jahrgang 1968 und in Marburg geboren. Sein Studium der Biologie an der Georg-August-Universität Göttingen begann er 1990 und schloss dies 1996 ab. Die Doktorarbeit erfolgte ab 1996 am Max-Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, wo er im Jahr 2000 mit summa cum laude promoviert wurde. Es folgten zwei Forschungsaufenthalte in den USA: Zunächst an der Rockefeller University in New York (2000 bis 2002) und anschließend bei der Biotech-Firma SGX-Pharmaceuticals Inc. in San Diego (2003 bis 2005). 2005 kehrte Niessing nach Deutschland zurück, um – vom Helmholtz Zentrum München finanziert – am Genzentrum der LMU eine Nachwuchsgruppe zu etablieren. Niessing habilitierte sich 2013 im Fach Biochemie und war kurzzeitig an der Technischen Universität München als Privatdozent tätig.Für seine Arbeit erhielt er unter anderem die Otto-Hahn-Medaille und den Elisabeth-Gateff-Doktorandenpreis der Gesellschaft für Genetik. Außerdem war Niessing Stipendiat des Boehringer Ingelheim Fonds und der Human-Frontiers Science Foundation (HFSP).

Die Arbeitsgruppe von Niessing fokussiert bei ihren Forschungsarbeiten auf einen Prozess, bei dem die Boten-RNA vor ihrer Übersetzung in Eiweiße innerhalb der Zelle transportiert wird. Auf diese Weise erfolgt nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine räumliche Regulation der Genexpression: Eiweiße können so gezielt an einer bestimmten Stelle der Zelle hergestellt und so Zellpolarität generiert werden. Solche Transporte von Boten-RNA spielen eine zentrale Rolle beispielsweise bei der Festlegung von Körperachsen während der Embryogenese und sind wichtig für die Regulation synaptischer Aktivitäten während Lernprozessen. Im Oktober 2015 konnte Professor Niessing als Sprecher bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine neue Forschergruppe (DFG-FOR2333) zu diesem Thema einwerben. Die Förderung erfolgt zunächst für drei Jahre bis 2018.

Prof. Dr. Johannes Platschek

Prof. Dr. Johannes Platschek

bislang Universität Wien, A, ab 01.03.2015 W3-Professor für Römisches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht, Juristische Fakultät der LMU.

Professor Johannes Platschek von der Universität Wien ist seit 1. März 2015 Inhaber des Lehrstuhls für Römisches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht an der Juristischen Fakultät der LMU.

Geboren wurde Platschek 1973 in München. Nach seinem Abitur am Wilhelmsgymnasium studierte er von 1993 bis 1998 Rechtswissenschaften an der LMU. 1998 folgte die Erste, 2000 die Zweite Juristische Staatsprüfung. Drei Jahre später wurde das Münchener Kindl zum Thema Studien zu Ciceros Rede für P. Quinctius mit summa cum laude promoviert. Von 2004 bis 2009 war Platschek Wissenschaftlicher Assistent am Leopold-Wenger-Institut für Antike Rechtsgeschichte und Papyrusforschung. 2009 folgte die Habilitation mit dem Titel Das Edikt de pecunia constituta. Die römische Erfüllungszusage und ihre Einbettung in den hellenistischen Kreditverkehr. Vor seinem Wechsel an die Isar lehrte er an den Universitäten Göttingen und Wien; Kurzzeitdozenturen führten ihn unter anderem nach Nanjing, China, und Cagliari, Italien.

Zu seinen größeren Forschungsvorhaben an der LMU gehört in nächster Zeit die Mitautoren-und Mitherausgeberschaft eines Handbuchs des Römischen Privatrechts. „Am Forschungsstandort München sind für mich die hervorragenden Bibliotheken und die Möglichkeit der Vernetzung mit Fachvertretern und Forschungseinrichtungen der Alten Geschichte und der Klassischen Philologie von besonderer Attraktivität“, erklärt Professor Platschek. Neben der Lehre des Zivilrechts in allen Studienphasen hält er Vorlesungen und Seminare im Römischen Recht sowie der Antiken Rechtsgeschichte. „Dort sind die Studierenden aufgefordert, in den antiken Rechtsquellen Fremdes zu bewältigen und historische Vorläufer und Alternativen aktueller Lösungen nachzuvollziehen“, ergänzt Platschek. Das schärfe die juristische Methode und vertiefe das Verständnis für das geltende Recht.

Prof. Dr. Thomas Ott

Prof. Dr. Thomas Ott

bislang Fakultät für Biologie der LMU, ab 01.03.2015 dort W2-Professor für Genetik der organismischen Interaktion.

Thomas Ott wurde zum 1. März 2015 zum Professor für die Genetik der organismischen Interaktion an der Fakultät für Biologie der LMU ernannt. Ziel seiner Forschung ist die funktionelle Aufklärung membranständiger Signal- und Regulatorproteine sowie deren Kompartimentierung in Membrandomänen. „Erst wenn wir funktionelle Zusammenhänge zwischen molekularen Komponenten auf zellbiologischer und proteinchemischer Ebene im Detail aufklären, werden wir zelluläre Mechanismen in ihrer ganzen Komplexität verstehen“, erklärt der Biologe.

Geboren wurde Ott 1975 in Marburg. Nach seinem Biologiestudium in Göttingen und Manchester, England, promovierte er ab 2001 am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm. Nach einem Postdoc-Jahr an gleicher Stelle wechselte Ott 2006 für ein Postdoctoral Marie-Curie Fellowship zum Laboratoire des Interactions Plantes Microorganismes nach Toulouse, Frankreich. Nach seiner Rückkehr an die LMU war er von 2009 bis Anfang dieses Jahres Emmy Noether-Forschungsgruppenleiter.

In seinen zukünftigen Arbeiten an der LMU wird sich Professor Ott mittels genetischer, biochemischer und zellbiologischer Ansätze der weiteren funktionellen Aufklärung der Membrandomänen widmen. „Einen Schwerpunkt werden wir dabei auf die Analyse von Infektionen pflanzlicher Zellen durch Mikroben legen“, erläutert er. Neben diesen wissenschaftlichen Plänen werde sich der Biologe weiterhin in hochschulpolitische Diskussionen einbringen und sein Engagement im Bereich der Lehrerfortbildungen und Diskussionen mit der Öffentlichkeit fortsetzen. „Letzteres wird sicherlich zu großen Teilen im Rahmen des kommenden Neubaus eines LifeScience Museums München, das von der LMU federführend geleitet werden soll, stattfinden“, unterstreicht Ott. „Derzeit unterstütze ich den entsprechenden Förderkreis NaMu Bayern im Rahmen meiner Möglichkeiten.“

Prof. Dr. Andreas Spickhoff

Prof. Dr. Andreas Spickhoff

bislang Georg-August-Universität zu Göttingen, ab 01.03.2015 W3-Professor für Bürgerliches Recht und Medizinrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Andreas Spickhoff hat zum 1. März 2015 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Medizinrecht an der Juristischen Fakultät der LMU übernommen. In seinen Vorlesungen lehrt er auch zu rechtsvergleichenden Themen wie „Aktuelle Entwicklungen im europäischen Familienrecht“, zu ausgewählten Problemen des Zivilrechts und zum Medizinrecht. Spickhoff ist Jahrgang 1962 und in Wuppertal geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an den Juristischen Fakultäten der Universität Bielefeld und der Georg-August-Universität Göttingen wurde er 1989 zum Thema Der ordre public im internationalen Privatrecht promoviert. Nach seinem Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Celle arbeitete er bis 1993 bei der Wiedereröffnung der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit. 1996 folgte die Habilitation zum Thema Gesetzesverstoß und Haftung und die Lehrberechtigung. Bis zum Jahr 2000 lehrte Spickhoff Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich- Schiller-Universität Jena. Anschließend wechselte er auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung sowie Zivilprozessrecht an der Universität Regensburg, wo er von 2007 bis 2009 Prodekan und danach Dekan der Juristischen Fakultät war. Vor seinem Ruf an die LMU lehrte Spickhoff Bürgerliches Recht, Medizinrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Göttingen. Von 2010 bis 2012 war er dort außerdem Dekan der Juristischen Fakultät und Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medizinrecht. Seit 2012 ist Spickhoff darüber hinaus Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Professor Spickhoffs Lehr- und Forschungsgebiete an der LMU sind Bürgerliches Recht und Medizinrecht – „jeweils in der ganzen Breite, unter Einbeziehung der international-, privat- und prozessrechtlichen Bezüge und der Rechtsvergleichung“, betont er. Zudem wirkt der Jurist in vier größeren Standardwerken – sogenannte Kommentare – zum Bürgerlichen Recht mit. Im Medizinrecht sind vorrangig ein Standardlehr- und Handbuch, ein Gesamtkommentar zu diesem Rechtsgebiet sowie seit 2001 jährliche Aufsätze in der Neuen Juristischen Wochenschrift zur Entwicklung des Medizinrechts zu nennen.

Prof. Dr. Moritz Roßner

Prof. Dr. Moritz Roßner

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.02.2015 dort W2-Professor für Molekulare Neurobiologie und Tiermodelle psychiatrischer Erkrankungen.

Moritz Roßner wurde mit Wirkung vom 1. Februar 2015 zum Professor für Molekulare Neurobiologie an der Medizinischen Fakultät ernannt. Er interessiert sich bereits seit einiger Zeit für die Entwicklung und Charakterisierung von Mausmodellen für Risikogene psychiatrischer Erkrankungen. Darüber hinaus steht die Entwicklung von Biosensoren zur hoch-parallelen Messung zellulärer Signalverarbeitungsprozesse im Forschungsfokus seiner Arbeitsgruppe. Ihr derzeitiger Schwerpunkt ist die Untersuchung der molekularen Funktion der psychiatrischen Risikogene TCF4 und SHARP1/2. Weiterhin wird in der Arbeitsgruppe die Signalkaskade des sogenannten Neuregulin1/ERBB4 „Pathways“ untersucht.

Geboren wurde Roßner 1965 in Eppelheim in der Kurpfalz. Im Anschluss an sein Biologiestudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg erhielt er 1994 sein Diplom. Es folgte 1998 seine Doktorarbeit zum Thema Molekulare und funktionale Charakterisierung zweier neuer Transkriptionsfaktoren SHARP1 und -2. Anschließend übernahm er die Leitung der Projektgruppe „Novel Technologies“ in der Biotech-Firma Axaron Bioscience AG in Heidelberg. Im Rahmen der Projektförderungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Bioprofil und VIP) habilitierte er sich im Jahr 2010 mit der Arbeit Entwicklung neuer Techniken zur Analyse der Genexpression und zellulären Signalübertragung zur Anwendung in der Neurobiologie. Bis zu seinem Wechsel nach München war Roßner Arbeitsgruppenleiter bei der Axaron Bioscience AG in Heidelberg und am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen.

An der LMU möchte sich Professor Roßner stark auf die Aufklärung der molekularen Funktion weiterer Risikogene insbesondere der Schizophrenie konzentrieren. „Diese Arbeiten fokussieren zum einen auf Transkriptionsfaktoren und die Aufklärung krankheits-assoziierter Genregulationsmechanismen. Weiterhin entwickeln wir zusammen mit Partnern aus der Industrie Wirkstoffe, die den Neuregulin1/ERBB4 ‚Pathway‘ modulieren mit dem mittelfristigen Ziel, neuartige Leitstrukturen im Tiermodell zu validieren. Im Erfolgsfall könnten daraus neue Medikamente für die Behandlung der Schizophrenie werden“, erklärt der Neurobiologe. Außerdem möchte er die hoch-parallelen Biosensoren für den Einsatz in der Wirkstoffforschung und bei zellulären Erkrankungsmodellen weiterentwickeln.

Prof. Dr. Alexander Löw

Prof. Dr. Alexander Löw

bislang Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg, ab 01.01.2015 W2-Professor für Physische Geographie mit Schwerpunkt Mikrowellenfernerkundung, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Alexander Löw wurde zu Beginn des neuen Jahres zum W2-Professor für Physische Geographie mit dem Schwerpunk Mikrowellenfernerkundung am Lehrstuhl für Geographie und geographische Fernerkundung an der Fakultät für Geowissenschaften berufen. In seiner Forschung beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit den globalen Energie- und Wasserflüssen, der Klimamodellierung und Klimamodellevaluation sowie insbesondere der Synthese von Modellen und Daten (Datenassimilation).

Löw ist Jahrgang 1975 und in der Nähe von Frankfurt am Main geboren. Schon während seiner Promotion war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department für Geographie der LMU. 2007 zog es Löw als Visiting Scientist an das NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, USA. Zwei Jahre später habilitierte er sich in Physischer Geographie und wurde Forschungsgruppenleiter für Terrestrische Fernerkundung am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, und dem dortigen Exzellenzcluster ‚clisap‘ der Universität Hamburg. Löw ist darüber hinaus wissenschaftlicher Gutachter für zahlreiche renommierte Zeitschriften wie beispielsweise Nature Climate Change. Er ist Mitglied des Scientific Advisory Board der deutsch-französischen Klima-Satellitenmission Merlin und in der Arbeitsgruppe „Infrastrukturen in der terrestrischen Forschung“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und der DFG aktiv. In der Lehre und Forschung geht es Professor Löw insbesondere um die Auswertung von Satellitendaten und die Modellierung von Prozessen an der Landoberfläche. Sein Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf der Mikrowellenfernerkundung. Damit kann man beispielsweise beobachten, wie viel Feuchtigkeit im Boden enthalten ist. Diese Informationen kann man verwenden, um zu berechnen, wie viel Wasser von der Landoberfläche verdunstet. „Satelliten liefern uns erst einmal nur Bits und Bytes. Um daraus inhaltliche Aussagen zu machen, müssen wir die Daten mit komplexen Algorithmen auswerten“, erklärt Löw seine Arbeitsweise. An der LMU plant er hierzu neue Verfahren zu entwickeln. Helfen wird ihm dabei die neue Generation der SENTINEL-Satelliten, die im Rahmen des Copernicus-Programms der EU gestartet werden. Sie liefern Beobachtungsdaten etwa für die Klimaforschung, die Land- oder Wasserwirtschaft. „Die eingesetzten Sensoren können jeden Punkt der Erde regelmäßig und gleichzeitig zeitlich und räumlich hoch aufgelöst scannen“, freut sich Löw. Dies sei eine neue Ära der Erdbeobachtung.