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Neuberufen in 2011

Prof. Dr. Nadia Harbeck

bislang Klinikum der Universität zu Köln, ab 15.12.2011 W2-Professorin für Konservative Onkologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Jochen Herms

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 15.12.2011 dort W3-Professor für Translationale Forschung auf dem Gebiet der Neurodegeneration; Stiftungsprofessur DZNE.

Zum 15. Dezember 2011 wurde der Neuropathologe Jochen Herms, Jahrgang 1963, auf die gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. ausgeschriebene W3-Professur für Translationale Forschung in der Neurodegeneration an der LMU berufen. Die Abteilung von Professor Herms wird sich mit grundlegenden Mechanismen des Untergangs von Nervenzellen und synaptischen Endigungen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson beschäftigen. Außerdem möchte er neue Therapien sowie nicht-invasive Verfahren zur Frühdiagnose und Therapiekontrolle etablieren.

Geboren wurde Professor Herms am 17. Mai 1963 in Düsseldorf. Bis 1990 studierte er Humanmedizin an der Universität Hamburg und wurde dort zwei Jahre später promoviert. Mit einem zweijährigen Forschungsstipendium der Max-Planck-Gesellschaft forschte er am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen. Anschließend durchlief er die Facharztausbildung zum Neuropathologen an der Universität Göttingen. 1999 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Thema „Zur Frage der Lokalisation und Funktion des Prionproteins in Neuronen“ und wurde dafür mit dem Habilitationspreis des Vereins der Freunde und Förderer der Medizinischen Fakultät der Georgia Augusta zu Göttingen ausgezeichnet. Bis zu seiner Berufung auf eine C3-Professur für Neuropathologie an die LMU im Jahre 2001 war er als leitender Oberarzt und kommissarischer Leiter des Instituts für Neuropathologie an der Universität Göttingen tätig.

„Meine Expertise besteht neben neuropathologischen Kenntnissen der humanen Pathologie neurodegenerativer Erkrankungen im Wesentlichen in der Anwendung moderner molekularbiologischer, elektrophysiologischer und bildgebender Methoden an transgenen Mausmodellen neurodegenerativer Erkrankungen“, erklärt Herms. Er ist außerdem Gutachter für 17 Zeitschriften und zwölf Organisationen der Forschungsförderung. Unterstützt durch die EU, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Bayerische Forschungsstiftung konnte im Labor von Herrn Herms als einem der ersten Labore in Europa die chronische in vivo Zweiphotonenmikroskopie für die Erforschung der Ursachen neurologischer Erkrankungen etabliert werden. In den letzten Jahren gelang es Herms, wesentliche Mechanismen, die zum Untergang von Nervenzellen und Synapsen bei neurodegenerativen Erkrankungen führen, aufzuklären. Der Lehrstuhl will eine Brücke schlagen zwischen der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen und der klinischen Forschung.

Prof. Dr. Alexander Högele

bislang Fakultät für Physik der LMU, ab 01.12.2011 dort W1-Professor für Experimentalphysik - Nano Science.

Prof. Dr. Daniel Teupser

bislang Universität Leipzig, ab 01.12.2011 W3-Professor für Laboratoriumsmedizin (Klinische Chemie), Medizinische Fakultät der LMU.

Daniel Teupser übernahm zum 1. Dezember 2011 den renommierten Lehrstuhl für Klinische Chemie am Klinikum der Universität München. Sein Spezialgebiet sind die genetischen Faktoren von Stoffwechselerkrankungen sowie atherosklerotischen Gefäßerkrankungen als Ursache von Herzinfarkt und Schlaganfall. Mit biochemischen und zellbiologischen Ansätzen erforscht der Wissenschaftler die zugrunde liegenden Mechanismen.

Teupser ist Jahrgang 1968 und ein echtes „Münchner Kindl“. An der LMU hat er nicht nur studiert und wurde promoviert; hier hat er auch seinen Arzt im Praktikum absolviert und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter assistiert – nur habilitiert hat sich der 43-Jährige in Sachsen. Zu seiner akademischen Ausbildung gehörten nicht nur das US-amerikanische Staatsexamen (ECFMG Certificate) im Jahr 1998, sondern auch ein mehrjähriger Forschungsaufenthalt als Stipendiat im Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Rockefeller University in New York. Vor dem Ruf nach München hatte er in Leipzig eine Professur für Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik inne. Zudem war er als Oberarzt am Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik des Klinikums tätig.

Für München sieht der neue Ordinarius drei Hauptaufgaben: „Zunächst möchte ich das Institut eng an die Kliniken anbinden und den bestmöglichen Service in der Labordiagnostik anbieten.“ Forschungsschwerpunkte des Instituts, insbesondere der Bereiche der kardiovaskulären, Stoffwechsel- und Genomforschung sollen ausgebaut und den klinischen Disziplinen eine Forschungsplattform geboten werden. „Ein besonderes Anliegen ist mir eine aktive Einbindung des Fachs in die Ausbildung der Studierenden“, so Teupser.

Die Aufgabe in der Landeshauptstadt bringt Daniel Teupser wieder seinen geliebten Bergen näher. Aus ihrer Schönheit und Weite schöpft er Kraft – vorzugsweise auf Skiern oder auf dem Mountainbike. „Es spornt mich an, Dinge zu sehen, die nie vorher jemand gesehen hat“, erklärt er. Dies verlange Durchhaltevermögen wie beim Bergsteigen. „Es ist immer wieder erstaunlich, was sich entwickeln kann, selbst wenn es anfangs illusorisch erschien.“

Prof. Dr. Barbara Stecher

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.12.2011 dort W2-Professorin für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene.

Prof. Dr. Caroline Friedel

Prof. Dr. Caroline Friedel

bislang Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, ab 14.11.2011 W1-Professorin für Bioinformatik mit Schwerpunkt Komplexe Biologische Netzwerke, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Professor Caroline Friedel ist seit November 2011 Juniorprofessorin für Bioinformatik an der Lehr- und Forschungseinheit für Bioinformatik der LMU. Ihre Schwerpunkte sind komplexe biologische Netzwerke. Außerdem gilt ihr Interesse der Expressionsdatenanalyse mit Qualitätskontrolle für Microarrays, RNA-Sequenzierung und dem differenziellen RNA-Abbau von alternativ gespleißten Transkripten. Im Wintersemester hielt sie Vorlesungen zur algorithmischen Systembiologie und algorithmischen Bioinformatik mit Graphen, Netzwerken und Systemen.

Friedel wurde am 6. Februar 1981 in München geboren und ist als frühere Studentin, studentische Hilfskraft und Wissenschaftliche Mitarbeiterin schon lange eng mit der LMU verbunden. Im Jahr 2000 begann sie ihr Studium der Bioinformatik mit einem Stipendium nach dem bayerischen Begabtenförderungsgesetz an der LMU. Drei Jahre später erwarb sie den Bachelor und 2005 den Master of Science. Für ihre Masterarbeit zum Thema „On Abstaining Classifiers“ erhielt sie die Note 1,0. 2009 wurde sie an der LMU für ihre Arbeit „Analysis of High-Throughput Data – Protein-Protein Interactions, Protein Complexes and RNA Half-life“ mit summa cum laude promoviert. Nach ihrer Zeit als Postdoc war sie von 2010 bis 2011 an der Universität Heidelberg als Juniorprofessorin für Molekulare Biotechnologie und Theoretische Bioinformatik tätig. Anschließend folgte der Ruf auf eine W1-Juniorprofessur für Bioinformatik an der LMU.

In der Lehre sind für Professor Friedel vor allem zwei Themen von Bedeutung: zum einen die Vermittlung der mathematischen und informatischen Grundlagen der Bioinformatik, um eine fundierte Basis zu liefern für zukünftige Arbeiten über das Studium hinaus. Zum anderen solle die Behandlung von aktuellen Themen, Methoden und Fragestellungen der Bioinformatik das Interesse der Studierenden wecken und die neuen Möglichkeiten sowie Entwicklungen in diesem Bereich veranschaulichen. 2009 wurde ihr der Promotionsförderpreis der Münchener Universitätsgesellschaft verliehen und 2010 war sie für den Dissertationspreis der Gesellschaft für Informatik (GI) für ihre hervorragende Dissertation nominiert. Ihre bislang über 25 Aufsätze erschienen in Fachzeitschriften wie PLoS Pathog, Trends in Microbiology, EMBO Reports oder Bioinformatics.

Prof. Dr. Sonja Herres-Pawlis

bislang Technische Universität Dortmund, ab 01.11.2011 W2-Professorin für Koordinationschemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Sonja Herres-Pawlis ist seit November vergangenen Jahres W2-Professorin für Koordinationschemie an der Fakultät für Chemie und Pharmazie. „Meine Forschungsschwerpunkte liegen in der Lactidpolymerisation, der Atomtransferradikalpolyerisation und der bioanorganischen Chemie der Aktivierung kleiner Moleküle wie Sauerstoff und NO“, erklärt sie.

Sonja Herres-Pawlis wurde 1979 im nordrheinwestfälischen Schwelm geboren. Sie glänzte bereits beim Abitur mit der Note 1,0 und bestand auch ihr Diplom-Chemie-Hauptexamen an der Universität Paderborn mit Auszeichnung – gleiches gilt für ihre Promotionsprüfung. Ab 2002 war die heute 32-Jährige Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Anorganische Chemie des Departments Chemie der Universität Paderborn. Nach einem Aufenthalt an der US-amerikanischen Stanford University als Postdoc-Researcher wurde sie in Paderborn Lehrbeauftragte für Analytische Chemie. Von 2007 bis zu ihrem Ruf nach München bekam Herres-Pawlis zuerst das Postdoc-Stipendium der Universität Paderborn und anschließend das Liebig-Habilitationsstipendium des Fonds der Chemischen Industrie an der Technischen Universität Dortmund.

Neben der Berufung in das Junge Kolleg der nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste gelang es der Chemikerin 2011 zudem, den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Kategorie „Nachwuchs“ zu gewinnen. Die Summe der eingeworbenen Drittmittel beträgt seit 2007 inzwischen bereits knapp 800.000 Euro. Als neuestes Ergebnis ihrer Forschungsarbeit konnte sie mithilfe von spektroskopischen und theoretischen Studien zeigen, wie die Guanidin-Zinkkomplexe die lebende Lactidpolymerisation ermöglichen. Neben diesen polymerisationskatalytischen Gebieten gelang ihr auch mit Aspekten der bioanorganischen Tyrosinase-Modellchemie ein Durchbruch: die erstmalige Charakterisierung eines raumtemperaturstabilen Bis(μ-oxo) dikupfer(III)-Komplexes. In diesem Zusammenhang ist auch die Mitarbeit in der DFG-Forschergruppe „Dynamics of Electron Transfer Processes within Transition Metal Sites in Bioinorganic and Biological Systems“ sowie die kontinuierliche Mitarbeit im Projekt „Molecular Simulation Grid“ (MoSGrid) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und die Antragstellung des Supportprojekts im Rahmen der EU-Initiative „Building an European Research Community through Interoperable Workflows and Data“ (ER-Flow) zu nennen.

Prof. Dr. Max-Konstantin von Renesse

bislang Technische Universität Berlin, ab 17.10.2011 W2-Professor für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Claudia Binder Signer

Prof. Dr. Claudia Binder Signer

bislang Karl-Franzens-Universität Graz (Österreich), ab 03.10.2011 W3-Professorin für Anthropogeografie mit dem Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Beate Gsell

bislang Universität Augsburg, ab 01.10.2011 W3-Professorin für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Aihua Zhang

Prof. Dr. Aihua Zhang

bislang University of Nottingham, Ningbo (China), ab 01.10.2011 W1-Professorin für Quantitative Methoden in der Versicherungswirtschaft, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Das Gebiet der Insurance Economics wird an der Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU künftig Professor Aihua Zhang verstärken. Die gebürtige Chinesin mit deutscher Staatsbürgerschaft, die zuletzt in China und Schottland gearbeitet hatte, ist seit Oktober vergangenen Jahres am Institut für Risikomanagement und Versicherung der LMU tätig.

Aihua Zhang, Jahrgang 1976, begann ihre Universitätsausbildung in ihrem Heimatland, wo sie Mathematics und Mathematics Education an der Central China Normal University in Wuhan, China, studierte. Anschließend wechselte sie nach Europa. Hier studierte sie zunächst Financial Mathematics an der TU Kaiserslautern, später Economics an der University of Edinburgh, Schottland. Ihre Dissertation zum Thema „Stochastic optimization in finance and life-insurance: applications of the Martingale Method” verfasste Aihua Zhang anschließend, bis 2008, am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern.

Bereits von 2001 bis 2002 wirkte Aihua Zhang als University Lecturer an der in Peking ansässigen China University of Petroleum. 2008 war sie ein knappes Jahr lang Gastdozentin und Postdoctoral Research Fellow an der School of Finance and Economics der schottischen University of St. Andrews. Direkt im Anschluss kehrte sie zurück nach China, wo sie bis August 2011 als Assistant Professor in Quantitative Methods/Finance an der Nottingham University Business School China, Ningbo, tätig war. Vor ihrem Wechsel an die LMU war sie kurzzeitig als Lecturer in Economics an der Glasgow University Business School, Schottland, angestellt.

Aihua Zhangs wissenschaftliches Interesse liegt im Bereich Insurance Mathematics and Economics, Mathematical Finance und Portfolio Management. Zudem befasst sie sich mit Risikomanagement und Quantitativen Methoden im Bereich Insurance Economics. „Aus mehreren Gründen habe ich mich entschieden, den Ruf nach München anzunehmen“, erklärt Professor Aihua Zhang. „Zum einen ist die LMU eine der weltweit führenden Universitäten. Dazu ist München eine der schönsten Städte zum Arbeiten und Leben. Und außerdem ist hier das Feld der Versicherungswirtschaft, in dem ich arbeite, sehr stark.“

Prof. Dr. Florian Mehltretter

Prof. Dr. Florian Mehltretter

bislang Universität zu Köln, ab 01.10.2011 W3-Professor für Italienische Philologie, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Seine Forschungsgebiete sind Dante, Petrarca, die Renaissance- und Barockliteratur, Postmoderne sowie Intermedialität. „Und da ich einige Jahre außerhalb der Universität als Musiker gearbeitet habe“, erklärt Professor Florian Mehltretter, „gilt mein besonderes Interesse auf dem Feld der Intermedialität den Beziehungen der Literatur zur Musik.“ Seit Herbst 2011 hat er den Lehrstuhl für Italienische Philologie an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU inne.

Geboren 1963, studierte Florian Mehltretter Romanistik, Komparatistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in München und Florenz; zeitgleich absolvierte er ein privates Gesangsstudium bei Kieth Engen, Nigel Rogers und Karl-Heinz Jarius und belegte Meisterkurse auf dem Gebiet der Renaissance- und Barockmusik. Anschließend war er mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Italienische Philologie der LMU tätig. Im Jahre 1993 wurde Florian Mehltretter an der Freien Universität (FU) Berlin promoviert; seine Dissertation trug den Titel „Die unmögliche Tragödie. Karnevalisierung und Gattungsmischung im venezianischen Opernlibretto des siebzehnten Jahrhunderts“. Sodann wirkte Mehltretter einige Jahre lang als freiberuflicher Musiker, Übersetzer und Kursdozent. In dieser Zeit sang er zudem bei Konzerten sowie Rundfunk- und CD-Aufnahmen, wobei er mit Ensembles wie Carissimi Consort, Hassler-Consort, Collegium Vocale Gent oder Chiaroscuro zusammenarbeitete. Zudem spielte er Solopartien in Opern und Oratorien ein. Von 1997 bis 2002 war Florian Mehltretter Mitarbeiter an einem Dante-Projekt des Petrarca-Instituts der Universität Köln. 2003 habilitierte er sich dort mit einer Schrift zum Thema „Der Text unserer Natur. Studien zu Illuminismus und Aufklärung in Frankreich in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts.“

Mit der Habilitation gab Florian Mehltretter seine musikalische Tätigkeit auf, um von 2003 bis 2005 eine Professur für Romanische Philologie an der Universität Köln zu vertreten. Zwischen 2005 und 2009 arbeitete er an der LMU am Sonderforschungsbereich „Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit“ mit. Von 2009 bis 2010 war er Gastprofessor für Romanische Philologie an der FU Berlin, anschließend nahm er einen Ruf auf eine Professur für Romanische Philologie an der Universität zu Köln an.

Prof. Dr. Herwig Stibor

Prof. Dr. Herwig Stibor

bislang Université de Bretagne Occidentale (Frankreich), ab 01.10.2011 W2-Professor für Aquatische Ökologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Herwig Stibor ist seit dem 1. Oktober 2011 Professor für aquatische Ökologie an der LMU und Leiter der limnologischen Station in Seeon. Er unterrichtet im Rahmen des Programms Evolution, Ökologie und Systematik (EES) mit theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen zur generellen und aquatischen Ökologie. Sein Ziel ist vor allem die Vermittlung experimenteller Techniken und Analysen in der Ökologie. Zusätzlich will der Professor zukünftig Lehrprogramme in Zusammenarbeit mit ausländischen Universitäten weiter ausbauen.

Stibor ist Jahrgang 1967 und gebürtiger Salzburger. Er studierte Biologie, Limnologie sowie organische Chemie an den Universitäten Graz und Kiel. Seine Doktorarbeit zum Thema „Chemical information in Freshwater Predator-prey Systems“ schloss er 1995 am Max-Planck-Institut für Limnologie im schleswig-holsteinischen Plön ab. Anschließend war der Österreicher drei Jahre lang wissenschaftlicher Angestellter am Kieler Institut für Meeresforschung (IFM) mit EU-geförderten Forschungsaufenthalten in Finnland, Norwegen und Spanien. 1998 wechselte er als Assistent an den Fachbereich Ökologie des zoologischen Instituts der LMU, wo er sich sechs Jahre später in den Fächern Ökologie und Zoologie habilitierte. 2008 nahm der Vater von zwei Kindern einen Ruf als „Chaire de Excellence“ für marine Ökosysteme am Europäischen Institut für Meereswissenschaften an der französischen Universität Brest an – diesen hat er auch nach seinem Wechsel nach München weiterhin inne.

In seiner Forschungsarbeit liegt der Fokus des 44-Jährigen momentan auf experimentellen Untersuchungen pelagischer Ökosysteme in limnischen und marinen Gewässern. Denn alle global wichtigen Stoff- und Energieflüsse seien wesentlich durch die Lebenszyklusstrategien und die Ökophysiologie pelagischer Organismen (Plankton) bestimmt. Seine Untersuchungen sollen dazu beitragen, die „biologische Kohlenstoffpumpe“ der Ozeane besser zu verstehen. Diese Kenntnisse werden unter anderem bei der Erstellung und Validierung globaler Klimamodelle benötigt. Da insbesondere Freilandbeobachtungen experimentelle Analysen mit theoretischen Erkenntnissen kausal verknüpfen, müssen laut Professor Stibor Untersuchungen an möglichst vielen verschiedenen Gewässern durchgeführt werden. Die limnologische Station der LMU in Seeon mit ihren über 50 Seen böten dafür einzigartige Möglichkeiten.

Prof. Dr. Bernadett Weinzierl

bislang Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., ab 01.10.2011 W1-Professorin für Experimentelle Aerosolphysik, Fakultät für Physik der LMU.

Professor Bernadett Weinzierl ist seit dem Wintersemester 2011/12 Juniorprofessorin für Experimentelle Aerosolphysik am Meteorologischen Institut der LMU.

Seitdem hält sie die Vorlesungen Synoptik I sowie II und betreut mit ihrem Flugzeug das segelflugmeteorologische Praktikum. Zukünftig führt sie außerdem den Aerosolversuch für das Instrumentenpraktikum und das Physik-Fortgeschrittenpraktikum durch. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Flugzeug-gestützten Aerosolmessungen, die mikrophysikalischen und optischen Eigenschaften von Aerosolpartikeln wie Ruß, Saharastaub oder Vulkanasche sowie der Einfluss von abgehobenen Aerosolschichten auf Atmosphäre und Klima.

Bernadett Weinzierl wurde im Dezember 1979 in Rosenheim geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Meteorologie mit Nebenfach Geophysik und absolvierte neben dem Studium eine Ausbildung zur Kirchenmusikerin. Nach dem Studium forschte sie im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Zahlreiche internationale Boden- und Flugzeugmesskampagnen führten die 32-Jährige nach Australien, Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Grönland, Island, Marokko, auf die Kapverden und in die USA. Seit November 2005 besitzt Weinzierl eine Lehrberechtigung vom Luftamt Südbayern und bildet Privatpiloten in Meteorologie aus. 2007 begann sie als Postdoktorandin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Ein Jahr später folgte eine Zeit als Gastwissenschaftlerin in Boulder (Colorado, USA) und 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim DLR.

Neben ihrer Juniorprofessur ist die Physikerin Leiterin der Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe AerCARE. Zudem ist sie Mitglied des Vorstandes der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft e.V., Zweigverein München, Associate der „Stiftung Neue Verantwortung“ und im Besitz einer Privatpilotenlizenz. Im Jahr 2010 gehörte sie zum Expertenteam, das die „Aschewolke“ des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull mit dem Forschungsflugzeug untersuchte. 2009 gewann sie den Preis der Therese-von-Bayern-Stiftung für herausragende Nachwuchswissenschaftler, wurde 2008 vom DLR-Vorstand mit dem DLRForschungssemester und 2005 mit dem Grant der europäischen COST Short-Term Scientific Mission ausgezeichnet, um bei der Cargese International UTLS Schule in Korsika teilzunehmen. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen Aufsätze in Tellus B, Atmospheric Chemistry and Physics und Journal of Geophysical Research.

Prof. Dr. Christian Hagl

Prof. Dr. Christian Hagl

bislang Medizinische Hochschule Hannover, ab 01.10.2011 W3-Professor für Herzchirurgie, Medizinische Fakultät der LMU.

Professor Christian Hagl, Jahrgang 1967, hat zum 1. Oktober 2011 die Leitung der Herzchirurgischen Klinik und Poliklinik und damit die Nachfolge von Professor Bruno Reichart am Klinikum der LMU übernommen.

Nach seinem Medizinstudium an der Universität in Heidelberg wurde Christian Hagl ebendort promoviert. Seine klinische Ausbildung begann er 1995 in der Herz- und Gefäßchirurgie an der Uniklinik in Kiel. Bereits ein Jahr später wechselte er an die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), wo er an einem der größten Transplantationszentren Europas seine weitere Fachausbildung absolvierte. Nach der Rückkehr von einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Mount Sinai School of Medicine in New York habilitierte er sich an der MHH. 2004 wurde er Oberarzt, seit Januar 2009 war er Leitender Oberarzt an der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der MHH und wurde 2010 zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Von 2006 bis 2008 widmete sich Christian Hagl als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie insbesondere der strukturierten Ausbildung des chirurgischen Nachwuchses.

Die Herzchirurgie der LMU ist seit mehr als 30 Jahren am Klinikum in Großhadern angesiedelt; seit 1981 wurden mehr als 1.100 Herzen verpflanzt. Der neue Klinikchef konnte eine Reihe von Mitarbeitern gewinnen, die das Team der LMU-Herzchirurgie in verschiedenen Spezialgebieten verstärken werden. Mit der Neubesetzung wird das gesamte Spektrum moderner Herzchirurgie – einschließlich sogenannter minimal-invasiver, also weniger traumatischer Verfahren – fortgesetzt und weiterentwickelt. Klinische Expertise und wissenschaftliche Reputation besitzt Professor Hagl vor allem in der Behandlung von Erkrankungen der großen Körperschlagader, der Aorta. Hierzu gehören die Etablierung neuer Operationstechniken sowie der Schutz verschiedener Organsysteme während dieser häufig sehr komplexen Eingriffe. Weitere Schwerpunkte sind rekonstruktive Eingriffe an den Herzklappen, spezielle Techniken zur komplett arteriellen Revaskularisation der Koronararterien und die chirurgische Behandlung der terminalen kardialen sowie pulmonalen Insuffizienz. „Bei der zunehmenden Lebenserwartung unserer Patienten“, erklärt Professor Hagl, „wird die moderne Medizin immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringen.“

Prof. Dr. Kärin Nickelsen

Prof. Dr. Kärin Nickelsen

bislang Universität Bern (Schweiz), ab 01.10.2011 W3-Professorin für Wissenschaftsgeschichte, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Seit 1. Oktober des vergangenen Jahres hat Professor Kärin Nickelsen den Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte am Historischen Seminar der LMU inne.

Nickelsen, geboren 1972, studierte Biologie und Wissenschaftsgeschichte an den Universitäten Göttingen und Glasgow. 2002 wurde sie an der Universität Bern promoviert, mit einem Projekt gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds. In ihrer Dissertation mit dem Titel „Entstehung, Inhalt und Funktion wissenschaftlicher Pflanzenbilder des 18. Jahrhunderts“ verglich sie Abbildungen von zehn Pflanzenarten aus 120 Jahren. Von 2002 bis 2006 war Kärin Nickelsen als Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und -geschichte der Universität Bern tätig. Ein Forschungsaufenthalt führte sie in dieser Zeit an die University of Illinois, Urbana, ein Fellowship an das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Von 2006 bis 2011 war sie als Assistenzprofessorin am Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und -geschichte des Instituts für Philosophie der Universität Bern. 2010 habilitierte Kärin Nickelsen sich dort mit einer Arbeit zum Thema „Of Light and Darkness. Modelling Photosynthesis 1840 – 1960“, in der sie die Entwicklung der Fotosynthese-Forschung verfolgte. „Mich interessieren die Entscheidungen der Forscherinnen und Forscher auf diesem Gebiet“, erklärte Nickelsen in einem Artikel des „Junge Akademie Magazins“. „Wann wurden welche Modelle konstruiert und aus welchen Gründen wurden sie aufgegeben? Wie reagiert ein Kollektiv auf neue Entdeckungen? Warum wechselt jemand ein Thema oder gar ein Fachgebiet, und warum bleibt ein anderer dabei?“

Zu Kärin Nickelsens Arbeitsschwerpunkten zählen die Geschichte und Philosophie der experimentellen Lebenswissenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts, die klassische Naturgeschichte um 1800 sowie die Entstehung und Diskussion von Wissen in Gesellschaften und Akademien. Die klassischen Fragen danach, wie Wissen generiert wird und wie Modelle und Theorien sich wandeln, untersucht sie an historischen Fallbeispielen, mit dem Schwerpunkt auf den Prozessen der Modellbildung und der individuellen und kollektiven Forschungsheuristik. Seit Oktober 2010 ist sie „Associate“ des Rachel Carson Centers for Environment and Society, einer gemeinsamen Initiative der LMU mit dem Deutschen Museum München; zudem ist sie Vorstandsmitglied des Münchener Zentrums für Wissenschafts- und Technikgeschichte.

Prof. Dr. Hedwig Gasteiger

Prof. Dr. Hedwig Gasteiger

bislang Staatsinsitut für Schulqualität und Bildungsforschung, ab 01.10.2011 W2-Professorin für Didaktik der Mathematik - Schwerpunkt Grundschule, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Unter anderem mit Rechenstrategien von Grundschulkindern, dem Fach Mathematik am Übergang vom Kindergarten zur Grundschule sowie mit der Entwicklung und Erfassung mathematischer Kompetenz befasst sich Hedwig Gasteiger. Seit Oktober 2011 ist sie Professorin für Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Grundschule – an der LMU.

Geboren 1971, studierte Hedwig Gasteiger an der LMU Lehramt an Grundschulen mit dem Unterrichtsfach Mathematik. Ihr Referendariat absolvierte sie von 1994 bis 1996 an Schulen im Landkreis Freising. Danach wirkte sie bis 2002 als Lehrerin an der Grund- und Teilhauptschule Vötting bei Freising. Anschließend wechselte sie an das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München. Dort war sie Institutsrektorin des Referats Mathematik Grund- und Hauptschulen. Im Jahr 2007 ging Hedwig Gasteiger an den Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik und Informatik der LMU, wo sie bis 2010 zunächst als Dozentin tätig war. 2010 erfolgte ihre Promotion mit einer Dissertation zum Thema „Elementare mathematische Bildung im Alltag der Kindertagesstätte – Grundlegung und Evaluation eines kompetenzorientierten Förderansatzes“. Anschließend übernahm sie für einige Monate die Vertretung des Lehrstuhls Didaktik der Mathematik und Informatik, 2011 für einige weitere Monate die Vertretung der Professur für Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Grundschule.

In der Forschung will Hedwig Gasteiger – von der Grundlagenforschung, der Entwicklungsforschung für die Schulpraxis bis hin zur Evaluationsforschung für die Bildungsadministration – ein breites Spektrum abdecken. „Im Fokus meines Interesses stehen dabei in erster Linie die mathematischen Lehr- und Lernprozesse im vorschulischen und schulischen Bereich und insbesondere die Übergänge zwischen den verschiedenen Institutionen.“

Mit den Forschungstätigkeiten einher gehe die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Gerade im Bereich der Fachdidaktik Mathematik mit Schwerpunkt Grundschule herrscht ein eklatanter Nachwuchsmangel“, so Hedwig Gasteiger, „der sich auch in einem Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal niederschlägt. Die Ausbildung hoch qualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und                 -wissenschaftler in diesem Bereich ist mir deshalb ein großes Anliegen.“ In der Lehre strebt sie „ein ausgewogenes Verhältnis von fachdidaktischem Grundlagenwissen mit praktischen Aspekten“ an.

Prof. Lode Pollet, Ph.D.

Prof. Lode Pollet, Ph.D.

bislang ETH Zürich (Schweiz), ab 01.10.2011 W2-Professor für Theoretische Physik - Funktionale Nanosysteme, Fakultät für Physik der LMU.

Eine Professur für Funktionale Nanosysteme hat der Physiker Lode Pollet seit Oktober 2011 am Institut für Theoretische Physik der LMU inne.

Der 1979 geborene Belgier studierte Bauingenieurwesen und Physik an der Universität Gent, Belgien. Von 2001 bis 2005 arbeitete er am Department of Subatomic and Radiation Physics der Universität Gent an seiner Promotion in Physik; dabei verfasste er eine Dissertation zum Thema „Ultracold Atoms in an Optical Lattice: a Numerical Approach”. Ein zweimonatiger Aufenthalt führte Lode Pollet in dieser Zeit an die Universität Utrecht. Anschließend ging der Physiker nach Zürich, wo er bis 2008 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) als Postdoktorand in der Computational Physics-Group am Institut für Theoretische Physik tätig war. 2008 wechselte Lode Pollet in die USA. Dort forschte er zunächst als Postdoktorand an der University of Massachusetts at Amherst, wobei er unter anderem im Condensed Matter Physics Lab der Universität arbeitete. Ein halbes Jahr später wechselte er für eine weitere Postdoktorandenstelle an die Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Unterstützt wurde er in dieser Zeit durch einen Advanced Researcher Grant für eine mobile Postdoktorandenstelle des Schweizerischen Nationalfonds (SNF ), der wichtigsten Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Mit einem weiteren Grant des SNF – eines Ambizione Fellowship – war Lode Pollet anschließend, von 2010 bis September 2011, wieder in der Schweiz tätig. In dieser Zeit arbeitete er an der ETH Zürich, bevor er im Herbst desselben Jahres an die Fakultät für Physik der LMU wechselte.

Lode Pollets Forschungsgebiete sind ultrakalte Atome, supersolides Helium-4, Large Scale Monte Carlo-Simulationen und Quanten-Vielteilchensysteme. Einige seiner aktuellen Themen sind Simulationen exotischer Phasen und Phasenübergänge, High Performance-Simulationen – hier insbesondere das Open Source-Projekt „ALPS“ („Algorithms and Libraries for Physics Simulations“) – sowie quantitative Aspekte ultrakalter Gase.

Prof. Davide Cantoni, Ph.D.

Prof. Davide Cantoni, Ph.D.

bislang Universitat Pompeu Fabra, Barcelona (Spanien), ab 01.10.2011 W3-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsgeschichte, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Mit Themen wie „Television and Happiness: Evidence from a Natural Experiment“ oder „Urbanization in Europe: Regional Variations, 1700–1900“ befasst sich derzeit der Volkswirt Professor Davide Cantoni. Seit Herbst 2011 verstärkt er als Professor für Wirtschaftsgeschichte die Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

1981 in Mailand geboren, studierte Davide Cantoni Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim; als Visiting Graduate Student in Economics ging er in dieser Zeit auch an die University of California, Berkeley. Von 2005 bis 2006 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim, bevor er in die USA wechselte. Dort wurde er 2010 im Fach Economics an der Harvard University promoviert. Seine Dissertation trug dabei den Titel „Natural Experiments in European Economic History: The Reformation, the French Revolution, and Medieval Universities”. Unterstützt wurde Davide Cantoni während seiner akademischen Ausbildung durch mehrere Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes, eines Harvard Graduate School of Arts and Sciences Fellowship sowie eines Dissertation Completion Fellowship des an der Harvard University angesiedelten Minda de Gunzburg Centers for European Studies. Von 2007 bis 2010 war er zudem „Graduate Student Affiliate“ des Minda de Gunzburg Centers.

Nach seiner Promotion war er zunächst als Assistant Professor der Universität Pompeu Fabra, Barcelona, tätig, bevor er im Herbst an die LMU wechselte.

Am Seminar für Wirtschaftsgeschichte der LMU beschäftigt sich Cantoni nun in Forschung und Lehre mit der historischen Analyse wirtschaftlicher Entwicklung. „Dabei untersuchen wir in historischer Perspektive“, so Cantoni, „kausale Zusammenhänge zwischen institutionellen, kulturellen, technologischen oder geografischen Faktoren und Wirtschaftswachstum.“ Zu seinen aktuellen beziehungsweise gerade abgeschlossenen Forschungsthemen gehören die Reformation in Deutschland, die Französische Revolution – wie etwa deren langfristig positive Auswirkungen durch die Abschaffung von Zünften, Grundherrschaft etc. – sowie das Thema Märkte im Mittelalter. Weitere Bereiche seiner Forschung sind die Auswirkungen des westdeutschen Fernsehens in der DDR, Stadtrechte im Mittelalter sowie der Zusammenhang zwischen Lehrbüchern und der Verbreitung von Ideologien.

Prof. Dr. Reinhard Markowetz

Prof. Dr. Reinhard Markowetz

bislang Katholische Hochschule Freiburg, ab 01.10.2011 W3-Professor für Sonderpädagogik (Pädagogik bei geistiger Behinderung und Pädagogik bei Verhaltensstörungen), Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Zum 1. Oktober 2011 hat Reinhard Markowetz die W3-Professur für Sonderpädagogik sowie den Lehrstuhl für Pädagogik bei geistiger Behinderung und Pädagogik bei Verhaltensstörungen übernommen. Er tritt damit die Nachfolge von Professor Konrad Bundschuh an. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Inklusion und Bildung von Menschen mit Behinderung, der Soziologie der Behinderten, Geistigbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik. Zudem interessiert er sich für Wohnen und Freizeit im Leben behinderter Menschen und die international vergleichende Heil- und Sonderpädagogik.

Bevor Markowetz an der Universität Hamburg promoviert wurde, war er Real- und Sonderschullehrer in Baden-Württemberg. Danach wurde der 53-jährige Lehrbeauftragter am Institut für Sonderpädagogik der Universität Koblenz-Landau und an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Ab 2002 lehrte Markowetz an der Katholischen Fachhochschule Freiburg als Professor für Heilpädagogik/Inclusive Education. Drei Jahre später wurde er Dekan des Fachbereichs Heilpädagogik. Anschließend hatte er eine Gastprofessur für Sozial- und Integrationspädagogik an der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt inne. Bis zu seinem Ruf nach München war er Studiendekan in Freiburg. Markowetz ist beim Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung als Vertrauensdozent tätig und arbeitet als Gutachter bei der Vergabe von Studien-und Promotionsstipendien. „Die intensive Betreuung der Studierenden, verbunden mit einer hohen Präsenz an der Universität ist für mich eine Selbstverständlichkeit und der Qualität einer Hochschulausbildung geschuldet“, so Markowetz.

Um das Bewusstsein für die Existenz sozialer Probleme, Benachteiligungen und Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen wachzuhalten, sucht er als Hochschullehrer stets vielseitige Kontakte: „Ich engagiere mich beispielsweise als ehrenamtlich tätiges Mitglied des Verwaltungs- und Aufsichtsrates der Diakonie Kork“. Dies ist eine überregionale Komplexeinrichtung mit Sonderschule, Klinik und Epilepsiezentrum, die bei der Aufhebung von Aussonderung hin zu einem Mehr an gesellschaftlicher Teilhabe neue Wege sucht.

Prof. Dr. Anja Hoffmann-Röder

bislang Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ab 01.10.2011 W2-Professorin für Organische Chemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Aus Mainz wechselte im Oktober vergangenen Jahres die Chemikerin Anja Hoffmann-Röder nach München, wo sie als Professorin für Organische Chemie am Department Chemie der LMU tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen dabei in der präparativen Kohlenhydratchemie sowie der Synthese von biologisch aktiven Peptiden und Glycopeptiden.

Anja Hoffmann-Röder, geboren 1972, absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Chemielaborantin bei der Degussa AG in Bonn, bevor sie, unterstützt durch Stipendien der Fritzter-Meer-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Chemie studierte. Von 1999 bis 2003 war sie Doktorandin an der Universität Dortmund, wo sie mit einer Arbeit zum Thema „Von funktionalisierten alpha-Hydroxyallenen zu 2,5-Dihydrofuranen: Stereoselektive Synthesen mit Kupfer, Silber und Gold“ promoviert wurde. Ihre Dissertation, die durch ein Doktorandenstipendium des Fonds der Chemischen Industrie gefördert wurde, wurde 2003 mit dem Dissertationspreis der Universität Dortmund und dem International DSM Award for Chemistry and Technology ausgezeichnet. Kurze Forschungsaufenthalte während der Promotion führten sie zudem an die Université de Genève, die Tohoku University in Sendai, Japan, und an die LMU. Von 2003 bis 2005 wirkte Anja Hoffmann-Röder als Postdoktorandin an der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich (ETH), wobei sie sich als Emmy Noether-Stipendiatin (DFG) mit der Synthese und Evaluation fluorierter Thrombin-Inhibitoren beschäftigte.

Unterstützt durch ein Liebig-Stipendium des Fonds der Chemischen Industrie arbeitete Anja Hoffmann-Röder anschließend als Nachwuchswissenschaftlerin an der Universität Mainz; dort übernahm sie von 2006 an die Leitung einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe zum Thema „Biologisch aktive Glycopeptidkonjugate“ und wurde 2009 zur Juniorprofessorin für Bioorganische Chemie berufen.

Anja Hoffmann-Röders Forschungsgebiet umfasst unter anderem die Synthese von modifizierten Teilstrukturen tumorassoziierter Mucin-Glycoproteine, die als Antigenanaloga für die Entwicklung von Krebsvakzinen eingesetzt werden können. „Vom Normalzustand abweichende Glycosylierungsmuster bei Proteinen und Lipiden lassen sich häufig mit spezifischen Krankheitsbildern, zum Beispiel Autoimmun- und Infektionskrankheiten sowie Krebserkrankungen, korrelieren“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Dabei stellen insbesondere Glycopeptid-Antigene, die spezifisch an der Oberfläche von Tumorzellen exprimiert werden, interessante Zielstrukturen für die Entwicklung einer Krebsimmuntherapie dar.“ In der Lehre wird sie an der LMU unter anderem Veranstaltungen zur klassischen Organischen Chemie, zur Bioorganischen Chemie und zur Glycobiologie anbieten.

Prof. Dr. Reinhard Henschler

Prof. Dr. Reinhard Henschler

bislang Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, Frankfurt, des DRK - Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, ab 01.10.2011 W2-Professor für Transfusionsmedizin und Zelltherapeutika, Medizinische Fakultät der LMU.

Der Zellforscher Reinhard Henschler, Jahrgang 1959, hat im Oktober 2011 die Professur für Transfusionsmedizin und Zelltherapeutika und damit die Leitung einer eigenständigen Abteilung am Klinikum der LMU übernommen. Diese wurde zeitgleich in „Abteilung für Transfusionsmedizin, Zelltherapeutika und Hämostaseologie“ umbenannt. Die Hämostaseologie ist die Lehre von der Blutgerinnung.

Henschler studierte Humanmedizin in Würzburg und in Mainz, wo er im Fach Molekulare Pharmakologie promoviert wurde. Wichtige Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren ein Postdoktoranden-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ein Auslandsaufenthalt am CRC Paterson Institute for Cancer Research in Manchester, UK. Henschler kommt von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort war er seit 1999 Leiter der Abteilung Produktion am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Baden-Württemberg/Hessen. Weiterhin führte er die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Stammzellbiologie und seit 2009 die Stabsstelle Forschung und Entwicklung; diese koordiniert die Aktivitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen. 2005 habilitierte er sich im Bereich der experimentellen Medizin. Seine Forschungstätigkeiten umfassen die Techniken der Knochenmark-Langzeitkultur, die Regulation der Migration von Stammzellen, die Transplantation von Blutstammzellen und somatische Zell- und Gentherapie.

Über seine neue Aufgabe in München sagt der Zellforscher: „Wesentliche Ziele der Abteilung sind die jederzeit optimale Versorgung des Klinikums mit Blut- und Zellpräparaten und mit Diagnostik im Bereich der Immunhämatologie und der Transplantationsimmunologie sowie die klinische Versorgung von Patienten mit hämostaseologischen Krankheitsbildern. Für Letztere stehen in der Medizinischen Klinik Innenstadt eine eigene Patientenambulanz und Labors für überregional nachgefragte Spezialuntersuchungen zur Verfügung.“

Als ein Hauptziel fokussiert Professor Henschler sich darauf, im Rahmen des Interdisziplinären Zentrums für Zelltherapie am Klinikum weitere Zelltherapeutika zu entwickeln und einsatzfertig zu machen. „Besonders im Bereich der sogenannten Regenerativen Medizin, der Gentherapie und der Modulation des Immunsystems steigt der Bedarf stetig“, so Henschler. Dabei seien zahlreiche regulatorische Anforderungen zu bewältigen.

Prof. Dr. Nikolaus Plesnila

bislang Royal College of Surgeons in Ireland, Dublin (Irland), ab 01.10.2011 W2-Professor für Experimentelle Schlaganfallforschung, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Kerstin Roeder

bislang Universität Augsburg, ab 01.10.2011 W1-Professorin für Finanzwissenschaften, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Peter Kindler

Prof. Dr. Peter Kindler

bislang Universität Augsburg, ab 01.10.2011 W3-Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Juristische Fakultät der LMU.

Nach über zwanzig Jahren kehrt Peter Kindler wieder an den Ort zurück, an dem 1980 für ihn alles anfing: die LMU. Dort begann der heute 52-Jährige vor mehr als dreißig Jahren sein Studium der Rechtswissenschaften. Seit Oktober 2011 leitet er den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung am Institut für Internationales Recht.

Geboren wurde Kindler 1960 in Garmisch-Partenkirchen. Nach seiner Promotion an der Juristischen Fakultät der LMU war er drei Jahre als Rechtsanwalt vorwiegend im deutsch-italienischen Wirtschaftsverkehr tätig. 1991 wechselte der Jurist als Wissenschaftlicher Assistent an die Universität Konstanz, wo er sich vier Jahre später mit einer Schrift über den Zahlungsverzug im Zivil- und Handelsrecht habilitierte. Für seine erste Professur blieb er Baden-Württemberg treu und folgte einem Ruf an die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Seinen ersten Lehrstuhl hatte er jedoch 1996 noch weiter nördlich an der Bochumer Ruhr-Universität inne. Nach elf Jahren zog es ihn wieder zurück in den Süden Deutschlands: 2007 an die Universität Augsburg und jetzt nach München.

Peter Kindlers Arbeitsschwerpunkte liegen auf dem deutschen und internationalen Gesellschaftsrecht mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) sowie dem Vertriebsrecht (insbesondere Handelsvertreter- und Vertragshändlerrecht). Hinzu kommen das Internationale Vertrags- und Insolvenzrecht. In der Rechtsvergleichung hat sich der Jurist auf das italienische Zivil- und Wirtschaftsrecht spezialisiert. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören „Grundkurs Handels- und Gesellschaftsrecht“, „Internationales Handels- und Gesellschaftsrecht“ im Münchener Kommentar zum BGB und „Einführung in das italienische Recht“. Außerdem ist der Professor ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Recht der Internationalen Wirtschaft (RIW)“ und der „Zeitschrift für Vertriebsrecht“.

Der Pflege der Rechtsbeziehungen zu Italien widmet er sich auch in seinem Amt als Generalsekretär der Deutsch-Italienischen Juristenvereinigung.

Prof. Dr. Dieter J. Weiß

Prof. Dr. Dieter J. Weiß

bislang Universität Bayreuth, ab 01.10.2011 W3-Professor für Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Am Historischen Seminar der LMU hat seit Oktober 2011 Professor Dieter J. Weiß den Lehrstuhl für Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters inne.

Dieter J. Weiß wurde 1959 geboren. Er studierte Geschichte, Germanistik und Lateinische Philologie des Mittelalters an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Wien und der LMU. 1985 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab; 1990 wurde er mit der Dissertation über „Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter“ in Erlangen promoviert. 1996 folgte, ebenfalls in Erlangen, die Habilitation für Mittelalterliche und Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Landesgeschichte mit der Arbeit „Das Hochstift Bamberg in der Neuzeit. Verfassung und Bischofsreihe von 1522 bis 1693“. Seit 1988 war Weiß als Assistent und Oberassistent am Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte in Erlangen tätig. 1998 bis 2000 vertrat er die Professur für Neuere und Neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Landesgeschichte an der Universität Würzburg, 2001 erfolgte seine Berufung auf die Professur für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Bayreuth.

Wissenschaftlich hat Weiß sich insbesondere mit der Katholischen Reform und der Gegenreformation sowie der Biografie von Kronprinz Rupprecht von Bayern befasst, daneben mit der bayerischen und fränkischen Landesgeschichte vom Mittelalter bis in die neueste Zeit mit besonderer Berücksichtigung der Kirchengeschichte. Derzeit arbeitet er für das Forschungsprojekt „Germania Sacra“ an der Fortsetzung der Bamberger Bischofsreihe bis zur Säkularisation sowie an mehreren Artikeln für das Repertorium der Deutschen Königspfalzen und bereitet die Herausgabe eines Frankenbandes der Dokumente zur Geschichte von Staat und Gesellschaft in Bayern bei der Kommission für bayerische Landesgeschichte vor. Als weiteren Forschungsschwerpunkt plant Weiß die Erfassung der Gedenkorte der Wittelsbacher vor dem Hintergrund der aktuellen Forschungsdiskussion zur Erinnerungskultur. „Ebenfalls beabsichtige ich den Aufbau eines Forschungsprojekts ,Dynastien aus Bayern in Europa’ für das Früh- und Hochmittelalter“, so Dieter Weiß. „Dazu gehören etwa die Babenberger und die Andechs-Meranier mit ihren Besitzungen von der Adria im Südosten durch den bayerisch-österreichischen Raum bis Burgund im Westen und Franken im Norden.“

Prof. Dr. Fabian Herweg

Prof. Dr. Fabian Herweg

bislang Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU, ab 01.09.2011 dort W1-Professor für Mikroökonomie.

Warum viele Telefonkonsumenten einen Flatrate-Vertrag wählen – mit Fragen wie dieser beschäftigt sich der Ökonom Fabian Herweg. „In einer neueren Arbeit nehmen wir an, dass die Verbraucher damit versuchen, das negative Gefühl des ,Bill Shocks’ zu vermeiden – also der Enttäuschung darüber, dass eine Rechnung höher ausfällt als erwartet.“ Seit 1. September ist Fabian Herweg Juniorprofessor für Mikroökonomie an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität.

1980 geboren, studierte Herweg Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Von 2005 bis 2009 war er Doktorand an der Bonn Graduate School of Economics und fertigte in dieser Zeit seine Dissertation mit dem Titel „Essays in Industrial Organization and Behavioral Economics” an. Von 2009 bis 2011 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn tätig; ein Gastaufenthalt im Rahmen seines DAAD-Postdoc-Stipendiums führte ihn 2010 an die University of California at Berkeley.

Fabian Herwegs Forschungsgebiete sind einerseits Behavioral Industrial Organization, andererseits die klassische Industrieökonomik. „Im Bereich der Behavioral Industrial Organization untersuche ich, wie rationale, gewinnmaximierende Unternehmen auf nicht vollkommen rationale Konsumenten oder Arbeitnehmer reagieren“, so Fabian Herweg, „zum Beispiel in der Ausgestaltung von Verträgen – wie etwa Arbeits- oder Mobilfunkverträgen.“ Im Bereich der Industrieökonomik geht der Volkswirtschaftler dabei Fragen nach wie: Sollte man es Produzenten erlauben, unterschiedliche Konditionen mit unterschiedlichen Händlern auszuhandeln? Diese sogenannte Preisdiskriminierung spiele eine wichtige Rolle in zahlreichen wettbewerbspolitischen Entscheidungen der EU-Kommission. In der Lehre wird Fabian Herweg an der LMU Veranstaltungen zur Mikroökonomie und Industrieökonomik halten. Er ist Mitorganisator des Forschungsseminars „Micro Workshop“, in dem neben LMU-Doktoranden auch auswärtige Nachwuchswissenschaftler ihre Arbeiten vorstellen. „In meiner zukünftigen Forschung an der LMU“, erklärt Fabian Herweg, „werde ich untersuchen, wie ausgehandelte Verträge die Referenzpunkte der Vertragsparteien beeinflussen können. Dabei geht es darum, bei welcher Art von Verträgen die Parteien eher bereit sind, nachzuverhandeln oder andere Konditionen zu akzeptieren.“

Prof. Gordon Winder, Ph.D.

Prof. Gordon Winder, Ph.D.

bislang University of Auckland (Neuseeland), ab 01.09.2011 W2-Professor für Allgemeine Wirtschaftsgeografie mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsforschung, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Gordon Winder ist seit vergangenem Jahr Professor für Wirtschaftsgeografie mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit am Department für Geographie. Er ist auch Honorary Research Fellow an der School of Environment der University of Auckland in Neuseeland und Mitglied der Redaktionsleitung vom Journal of Historical Geography. Seine Forschungsbereiche umfassen mehrere zeitliche Epochen und Themenfelder, wie Industrialisierung, Urbanisierung, Globalisierung, Umweltveränderungen und die Analyse ökonomischer Netzwerke.

Winder ist Jahrgang 1960 und in Neuseeland geboren. Seinen Ph.D. erwarb er an der University of Toronto. Vor seinem Wechsel nach München arbeitete er an der University of Auckland und war außerdem am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte der LMU tätig. Winder ist überdies als Fellow am Rachel Carson Center.

Gordon Winders Forschung konzentriert sich auf die geografischen Vorstellungen und Diskurse, die über Nachrichten geformt werden. Dabei bezieht er sich vorrangig auf die Darstellung von Naturkatastrophen in den Medien der USA. Ferner forscht und publiziert der Geowissenschaftler auch über die aktuelle Finanzkrise. Zukünftig sollen insbesondere die Dynamik und Beziehungen zwischen den Rohstoffmärkten und ihrer Umgebung stärker untersucht werden. Seiner Meinung nach können viele Umweltprobleme auf spezifische Marktdynamiken zurückgeführt werden. Deshalb ist es an der Zeit, die Umweltfolgen des Handels und die Auswirkungen der Rohstoffmärkte genauer zu betrachten. Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, wird er dazu zusammen mit dem Rachel Carson Center im Laufe des Jahres einen Workshop mit dem Titel „Trading Environments“ veranstalten.

Darüber hinaus hat Professor Winder gerade ein Buch mit dem Titel „The American Reaper“ abgeschlossen. Dieses wird in Kürze erscheinen und behandelt Netzwerke und Technologien innerhalb der nordamerikanischen Industrie. Seine Forschungsergebnisse analysieren die transnationalen Unternehmensnetzwerke im 19. Jahrhundert. Zudem zeigt er die Folgen von Vernetzungen innerhalb einer Branche mit weit verteilten Produktionsstandorten, begrenzten Produktionstechnologien, Lizenzvergaben und strategischen Allianzen auf.

Prof. Dr. Berthold Rittberger

Prof. Dr. Berthold Rittberger

bislang Universität Mannheim, ab 01.09.2011 W3-Professor für Politikwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Internationalen Beziehungen, Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU.

Seit September vergangenen Jahres lehrt und forscht Berthold Rittberger am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, wo er seither den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen innehat.

Rittberger, geboren 1975, studierte Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz und erwarb einen Master of Science in „European Politics and Policy“ an der London School of Economics and Political Science. 1999 wechselte er an das Nuffield College der University of Oxford, wo er 2002 mit einer Arbeit zum Thema „Building Europe’s Parliament. Democratic Representation Beyond the Nation State“ promoviert wurde. Nach einem kurzen Forschungsaufenthalt am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung kehrte der Wissenschaftler 2004 ans Nuffield College als Postdoctoral Prize Research Fellow zurück. 2005 erhielt er einen Ruf an die Technische Universität Kaiserslautern auf eine Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre. Anschließend folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, den er von 2007 bis 2011 innehatte. Zwischen 2009 und 2011 war Rittberger Dekan der dortigen sozialwissenschaftlichen Fakultät. Heute ist er neben seiner Tätigkeit in München auch External Fellow am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung sowie Adjunct Professor an der University of Canterbury in Christchurch, Neuseeland.

In seiner Forschung befasst Berthold Rittberger sich vor allem mit der institutionellen Entwicklung der Europäischen Union seit deren Gründung. So interessieren ihn Fragen nach dem Abbau des vielfach beklagten Demokratiedefizits in der EU und den mitunter widersprüchlichen politischen Konsequenzen, die hieraus gezogen werden. Momentan liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeiten in der Analyse und Erklärung der Problematik, wie die EU die aktuellen Herausforderungen – wie beispielsweise die Finanz- und Schuldenkrise – institutionell verarbeitet. „Eine Antwort der EU auf die gegenwärtigen regionalen und globalen Herausforderungen liegt in einer immer stärkeren Differenzierung des Integrationsprojektes“, so Rittberger. Zugleich bänden sich auch Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz immer stärker an die EU an.

In der Lehre befasst sich Rittberger mit Fragen der Internationalen Politik und europäischen Integration. Besonderes Augenmerk richtet er hierbei auf Themen der vergleichenden Regionalismusforschung und der „Konstitutionalisierung“ internationaler Politik.

Prof. Dr. Göran Kauermann

Prof. Dr. Göran Kauermann

bislang Universität Bielefeld, ab 01.09.2011 W3-Professor für Statistik und ihre Anwendungen in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Gregor Bruno Kirchhof

bislang Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, ab 01.09.2011 W2-Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Elke Inckemann

Prof. Dr. Elke Inckemann

bislang Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU, ab 01.09.2011 dort W2-Professorin für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik.

Mit Lehrerforschung, Unterrichts- und Schulentwicklung befasst sich die Pädagogin Elke Inckemann. Anfang September wurde sie zur Professorin für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik an der LMU ernannt.

Inckemann, geboren 1964, studierte an der LMU Lehramt an Grundschulen, um anschließend einige Jahre lang als Referendarin und Lehrerin an verschiedenen Grundschulen in Oberbayern zu unterrichten. Von 1991 bis 1998 war sie als Wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Grundschuldidaktik der LMU tätig, wo sie 1996 mit einer Arbeit zum Thema „Die Rolle der Schule im sozialen Wandel. Bestimmung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft am Beispiel der Grundschule“ promoviert wurde. Bis 2004 war Elke Inckemann als Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik der LMU tätig, seit 2004 als Akademische Rätin. 2005 wechselte sie an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo sie bis 2007 den Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik II vertrat. Anschließend ging sie zurück an die LMU, wo sie sich im Jahr 2008 im Fach Grundschulpädagogik und -didaktik mit einer Schrift zum Thema „Förderdiagnostische Kompetenzen von Grundschullehrerinnen für den Umgang mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten – eine Modifikationsstudie“ habilitierte. Ein Jahr später wurde die Pädagogin an der LMU zur Akademischen Oberrätin ernannt.

Professor Inckemanns aktuelle Forschungsprojekte thematisieren vor allem den Umgang mit Heterogenität in der Grundschule. „Zu diesem Bereich“, so Elke Inckemann, „gehört zum Beispiel die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ,Tandemklasse’ an einer Grundschule mit dem Schulprofil ,Inklusion’, daneben die Begleitung und Untersuchung von Fördermaßnahmen in der Grundschule für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten sowie die Frage nach der Erstellung und Nutzung von Unterrichtsmaterialien für einen differenzierenden Deutschunterricht.“ Immer wieder hielt Inckemann in den letzten Jahren auch praxisrelevante Vorträge zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit vor Lehrerkollegien – wie etwa zu den Themen „Wie können Eltern und Schule die Kinder für das Lesen begeistern“ oder „Mündliche und praktische Leistungen feststellen und bewerten“.

Prof. Dr. Jörg Schreiber

bislang Max-Planck-Institut für Quantenoptik, ab 01.09.2011 W2-Professor für Experimentalphysik: Laser-Ionenbeschleunigung, Fakultät für Physik der LMU.

Prof. Dr. Joachim Winter

bislang Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU, ab 01.09.2011 dort W3-Professor für Volkswirtschaftslehre.

Prof. Dr. Christoph Trebesch

Prof. Dr. Christoph Trebesch

bislang Hertie School of Governance GmbH, ab 01.09.2011 W1-Professor für Öffentliche Finanzen, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Unter anderem mit staatlichen Schuldenkrisen befasst sich der Volkswirt Christoph Trebesch, der seit September vergangenen Jahres als Juniorprofessor für Öffentliche Finanzen an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der LMU tätig ist.

Der 1979 geborene Christoph Trebesch promovierte Anfang 2011 zum Thema „Sovereign Default and Crisis Resolution“ an der Freien Universität (FU) Berlin. Zuvor hatte er Volkswirtschaftslehre in Berlin und in Kiel studiert, wo er das „Advanced Studies Program“ am Institut für Weltwirtschaft abschloss. In seiner Promotionszeit arbeitete er von 2006 bis 2011 an der Hertie School of Governance in Berlin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem DFG-geförderten Projekt zu Schulden- und Finanzkrisen. Das akademische Jahr 2009/2010 verbrachte Christoph Trebesch als Fox International Fellow an der Yale University. Zudem ist er seit 2008 an verschiedenen Forschungsprojekten beim Internationalen Währungsfonds und für die Weltbank in Washington beteiligt. In der Politikberatung war Trebesch von 2006 bis 2009 immer wieder für die „Deutsche Beratergruppe bei der ukrainischen Regierung“ tätig, unter anderem für Projekte zur Entwicklung des Kapitalmarkts und des Bankensektors.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte von Christoph Trebesch sind insbesondere die Themen Schuldenkrisen, Staatsverschuldung, Internationale Finanzmärkte sowie Internationale Migration. „Derzeit arbeite ich vor allem zu der Frage, wie staatliche Schuldenkrisen schnell und effektiv gelöst werden können. Mich interessiert, wie die Kosten der Krisenlösung möglichst gering gehalten werden können. Meine Forschung baut dabei ganz wesentlich auf einem neuen Datenarchiv zu Schuldenkrisen auf, das in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Koautoren entstanden ist.“

In der Lehre plant er, volkswirtschaftliche Kurse unter Berücksichtigung des Finanzmarkts anzubieten. „Mein Ziel ist es, den Studierenden die theoretischen und praktischen Grundlagen zu vermitteln, um die derzeitige Finanz- und Schuldenkrise analytisch zu verstehen. Gute Kenntnisse in Financial Economics und International Finance werden aus meiner Sicht für Volkswirte immer wichtiger.“ Unter anderem hält er im Wintersemester 2011/12 ein Schwerpunktseminar mit dem Titel „Financial Crises: Theory and Empirical Evidence“. Im Sommersemester 2012 wird er dann die Bachelor-Vorlesung „The Economics of Financial Markets“ anbieten.

Prof. Dr. Rainer Glaß

bislang Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch, ab 01.09.2011 W2-Professor für Neurochirurgische Forschung (Schwerpunkt Neuroonkologie), Medizinische Fakultät der LMU.

Ob Nagetiere oder menschliches Gehirn: Rainer Glaß‘ Erfahrungsspektrum reicht von Biochemie, Molekularbiologie bis hin zu verschiedenen Operationstechniken. Die zellulären Mechanismen der Entstehung von Hirntumoren und der adulten Neurogenese zu verstehen, ist eines seiner zentralen Forschungsziele.

Es wird angenommen, dass die hochgradigen Hirntumore (Gliome) aus entarteten Stammzellen des Zentralen Nervensystems entstehen. Überraschenderweise treten die hochgradigen Gliome vor allem bei älteren Patienten auf, bei denen die Stammzellpopulation altersbedingt bereits stark reduziert ist. Rainer Glaß konnte zeigen, dass die größere Zahl der Stamm- und Vorläuferzellen im jungen Gehirn die Tumorbildung aktiv unterdrückt. In seinen aktuellen Forschungsarbeiten untersucht er jene tumorsuppressiven Faktoren, die aus den Stamm- und Vorläuferzellen sekretiert werden und möchte diese Faktoren für therapeutische Verfahren nutzbar machen. Bis zu seiner Berufung an die LMU zum 1. September lehrte der 43-Jährige Biochemie an der Freien Universität Berlin und Neuroonkologie an der Graduiertenschule für medizinische Neurowissenschaft an der Berliner Charité.

Geboren wurde Glaß 1968 in Krefeld. Sein Biologiestudium führte ihn über Mainz nach Frankfurt am Main. Am University College London untersuchte er in seiner Doktorarbeit die purinergen Rezeptoren in endokrinen Organen. Anschließend forschte der Neurowissenschaftler als Postdoktorand an der Universität Paris VII und am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin. Über zwanzig Publikationen, die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln, die Organisation einer Reihe internationaler Symposien und die Auszeichnung mit Forschungspreisen der Amerikanischen Neurochirurgischen Gesellschaft dokumentieren Glaß‘ hohes Niveau auf dem Gebiet der neurochirurgischen Forschung. Zu Beginn seiner Tätigkeit am Klinikum der LMU in Großhadern konnten Professor Glaß und seine Mitarbeiter bereits von einer großzügigen Spende profitieren. Mit diesen Spendenmitteln konnte ein wichtiges wissenschaftliches Gerät zeitnah angeschafft werden.

Wenn Professor Glaß nicht über Stammzellen und Tumore lehrt, interessiert er sich für zeitgenössische Kunst oder treibt Sport. Viel Zeit bleibt ihm dafür allerdings momentan nicht: In der Freizeit stehen seine Frau und der Nachwuchs im Vordergrund.

Prof. Dr. Martin Fischer

bislang Universität Witten/Herdecke, ab 01.08.2011 W3-Professor für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin, Medizinische Fakultät der LMU.

Professor Martin Fischer, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie, ist seit August vergangenen Jahres Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin am Klinikum der Universität München. „Es ist der erste Lehrstuhl dieser Art nach der privaten Universität Witten/Herdecke“, so Fischer. „Ich hoffe, dass in Zukunft weitere Institute und Lehrstühle im Bereich dieser Fachdidaktik an deutschen Hochschulen entstehen werden.“

Martin Fischer, Jahrgang 1964, studierte Medizin an der Universität Hamburg und der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und erwarb 2003 den Master of Medical Education an der Universität Bern. Von 1992 bis 2008 wirkte er als Arzt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Klinik – Innenstadt des Klinikums der Universität, zuletzt als Oberarzt und Leiter des Schwerpunkts Medizindidaktik. 1993 promovierte er an der Universität Freiburg im Bereich der Neuropharmakologie mit einer Arbeit zum Thema „Die Modulation der Serotoninfreisetzung aus Schnitten der Großhirnrinde bei kurzen Pulsfolgen“. Die Habilitation erfolgte 2009 an der LMU für das Fach Innere Medizin mit einer Schrift über „Fallbasiertes computergestütztes Lernen in der medizinischen Ausbildung am Beispiel des CASUS-Lernsystems: Entwicklung, Integration und Evaluation“.

Im selben Jahr erhielt Fischer die Venia Legendi. Von 2008 bis 2011 war er an der Universität Witten/Herdecke Lehrstuhlinhaber am Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen und Prodekan für die Lehre. Seit Oktober 2011 ist Martin Fischer Vorsitzender der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Studium und Lehre der LMU.

Am neuen Lehrstuhl für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin verfolgt Fischer mit seinem Team ehrgeizige Ziele. In der Forschung steht der Erkenntnisgewinn rund um das fallbasierte Lernen und Prüfen im Mittelpunkt. Projekte zur Wirksamkeit neuartiger Lehr- und Lernmethoden, wie das kooperative Lernen in den Gesundheitsberufen, die Unterstützung sozialer und kommunikativer Kompetenzen, die Entwicklung von Online-Curricula etwa zur Diabetesprävention sowie Untersuchungen zum evidenz-basierten Argumentieren werden derzeit weiterentwickelt.

Das zweite Aufgabenfeld des Lehrstuhls umfasst Dienstleistungen für die Medizinische Fakultät rund um das medizinische Curriculum MeCuM, darunter die Durchführung von Lehrevaluationen, die Unterstützung und Koordination von Prüfungen sowie die persönliche Lehrevaluation im Rahmen des Habilitationsverfahrens. Ein weiteres Ziel des neuen Lehrstuhls ist die Entwicklung, Implementierung und Evaluation von E-Learning-Konzepten zum Online-Lernen und -Prüfen. Außerdem koordinieren Fischer und sein Team die Dozentenschulungen im Rahmen der Fakultätsentwicklungsprogramme und wirken als Dozenten daran mit.

Der Lehrstuhl will eine Brücke zwischen medizinischer Fachdidaktik und den anderen an der LMU in der Bildungsforschung und für die Verbesserung der Lehre Engagierten schlagen und den interdisziplinären Austausch fördern. Die LMU bietet dafür hervorragende Voraussetzungen.

Prof. Dr. Josef Brüderl

Prof. Dr. Josef Brüderl

bislang Universität Mannheim, ab 01.08.2011 W3-Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt „Institutionen und Organisationen“, Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU.

Aus Mannheim wechselte jüngst der Soziologe und Volkswirt Josef Brüderl nach München. Seit August dieses Jahres ist er Professor für Soziologie an der LMU, seine Schwerpunkte sind dabei „Institutionen und Organisationen“.

Josef Brüderl, geboren 1960, studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der LMU. Nach der Promotion ebendort im Jahr 1990 war er als Wissenschaftlicher Assistent zunächst am Institut für Soziologie der LMU, später an der Universität Bern und der University of Chicago tätig. Er habilitierte 1997 an der Universität Bern mit einer Arbeit zum Thema „Ereignisdatenanalyse: Methodische Aspekte und Anwendungen in der Organisationsforschung, Arbeitsmarktforschung und Demografie“. Anschließend kehrte er zurück nach Deutschland, wo er von 1998 bis 2011 als Professor für Statistik und sozialwissenschaftliche Methodenlehre an der Universität Mannheim wirkte. Von 2001 bis 2002 war Josef Brüderl Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study in Wassenaar, und von 2006 bis 2007 Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst – Letzteres will die Kooperation international anerkannter Wissenschaftler aus aller Welt fördern. Seit 2011 ist Josef Brüderl zudem gewähltes Mitglied im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufenen Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten.

In den 1980er- und 1990er-Jahren forschte Brüderl über neu gegründete Betriebe und Karrieren in Organisationen – Letzteres war dabei auch sein Dissertationsthema. In den vergangenen Jahren verlagerten sich seine Forschungsinteressen zur Familienforschung. Seit 2004 ist er Mitinitiator einer einschlägigen großen Panelstudie, des Beziehungs- und Familienpanels pairfam, bei der er insbesondere für den Bereich Methodik und Datenanalyse verantwortlich ist. Inhaltlich forscht er hauptsächlich über Trennung und Scheidung von Beziehungen und die Ursachen des Geburtenrückgangs in Deutschland.

„An der LMU gilt es für mich zunächst“, so Professor Brüderl, „das Familienpanel aus Mannheim nach München zu transferieren.“ Er hofft, dass sich im Umfeld des Panels Anknüpfungspunkte an andere Bereiche der Universität ergeben werden; unter anderem arbeitet er seit Längerem mit der LMU-Pädagogin Sabine Walper zusammen, einer weiteren Mitinitiatorin des Familienpanels. „Aber auch die alten Verbindungen zur LMU-Statistik ließen sich etwa im Bereich der Panelmethodologie reaktivieren“, so Brüderl. In der Lehre wird Josef Brüderl an der LMU in den Bereichen Sozialstruktur, Methoden sowie Familien- und Organisationssoziologie tätig sein.

Prof. Dr. Arndt Brendecke

Prof. Dr. Arndt Brendecke

bislang Universität Bern (Schweiz), ab 01.08.2011 W3-Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Im Bereich der Frühen Neuzeit liegen die zukünftigen Arbeitsgebiete des Historikers Arndt Brendecke.

Dieser hat seit August 2011 den Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Seminar der LMU inne.

Arndt Brendecke, geboren 1970, studierte Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politikwissenschaften an der LMU, wo er im Jahr 1999 mit einer Arbeit zum Thema „Wirkung und Wahrnehmung der Jahrhundertwenden“ promoviert wurde. Von 2000 bis 2006 war er, mit Unterbrechung, als Wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der LMU tätig. Dabei war er Gründungsmitglied und von 2001 bis 2009 Teilprojektleiter sowie zwischenzeitlich stellvertretender Sprecher im Sonderforschungsbereich 573 „Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit“ an der LMU. 2008 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Wissensgeschichte des ersten transatlantischen Imperiums, des Spanischen Reiches, und erhielt die Venia Legendi in Neuerer Geschichte. Zwischenzeitlich war er Fellow des Instituto de Historia del Consejo Superior de Investigaciones Científicas in Madrid sowie Fellow der Fritz Thyssen Stiftung. Nach einem Aufenthalt als Visiting Research Fellow am Deutschen Historischen Institut, London, in 2009 wechselte er im darauffolgenden Jahr an die Universität Bern, wo er bis 2011 als außerordentlicher Professor für Geschichte und Kulturen Lateinamerikas und Direktor des Centers for Global Studies an deren Institute of Advanced Study tätig war.

„Der Forschungsbereich der Frühen Neuzeit“, so Brendecke, „eingespannt zwischen dem Ende des Mittelalters um 1500 und den großen Revolutionen um 1800, hat in den zurückliegenden Jahrzehnten wichtige methodische und konzeptuelle Fortschritte gemacht.“ Die Forschung habe nicht nur ein detailscharfes Bild des Alten Reiches hervorgebracht, sondern auf den Gebieten der Mentalitäts-, Mikro- und Alltagsgeschichte ganz neue Quellen und Perspektiven erschlossen. Diese großen Leistungen stünden im Widerspruch zur abnehmenden Resonanz der älteren Epochen im allgemeinen Geschichtsbewusstsein. Mit der Gründung eines Münchener Forschungszentrums „Fundamente der Moderne“ will Brendecke hier gegensteuern. Darüber hinaus will der Historiker dazu beitragen, dass die neueren Trends zur Globalisierung des Geschichtsbildes mit den Erkenntnissen und Erklärungsbedürfnissen der klassischen Felder, etwa auch der europäischen Geschichte und der Reichsgeschichte, verzahnt werden.

Prof. Dr. Cornelia Ortlieb

bislang Technische Universität Berlin, ab 15.07.2011 W2-Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik), Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Gregor Svindland

bislang École Polytechnique Fédérale de Lausanne (Schweiz), ab 15.07.2011 W1-Professor für Stochastische Methoden der Finanz- und Versicherungswissenschaften, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Deborah Schanz

Prof. Dr. Deborah Schanz

bislang WHU - Otto Beisheim School of Management, ab 01.07.2011 W3-Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Seit Juli 2011 ist die Betriebswirtin Deborah Schanz Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der LMU.

Geboren 1975, studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg sowie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und schloss ihren Aufenthalt an der University of Northumbria in Newcastle, Großbritannien, mit dem Abschluss „Bachelor of Arts in International Business Administration” ab. Praxiserfahrung sammelte sie von 1998 bis 1999 bei dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte in Stuttgart, bei dem sie als Unternehmensberaterin tätig war. 2004 promovierte Deborah Schanz als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre der Eberhard-Karls-Universität Tübingen mit einer Arbeit zum Thema „Die antizipierte und realisierte Steuerbelastung von Unternehmen“, die mit dem Monografiepreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB) ausgezeichnet wurde. Anschließend wechselte sie für eine Tätigkeit als Wissenschaftliche Assistentin an das Institut für Steuerlehre und Rechnungslegung der Karl-Franzens-Universität Graz; hier habilitierte sie sich mit einer kumulativen Schrift zum Thema „Auswirkungen der Besteuerung auf Investitionsentscheidungen“, die sie im Jahr 2007 abschloss. Im selben Jahr folgte die Betriebswirtin dem Ruf auf eine Professur an die „WHU – Otto Beisheim School of Management“ im rheinland-pfälzischen Vallendar, wo sie den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre innehatte. Im Jahr 2008 wurde sie in den Akkreditierungsausschuss des Wissenschaftsrates berufen, der die Bundesregierung berät.

Die Forschungsgebiete von Deborah Schanz umfassen den Einfluss von Steuern auf Investitions- und Finanzierungsentscheidungen, die steuerliche Gewinnermittlung sowie Internationale Besteuerung. Das Institut für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, das sie seit dem Sommersemester leitet, gehört dem Kompetenzfeld Accounting an der Betriebswirtschaftlichen Fakultät der LMU an. Ziel der Ausbildung an Deborah Schanz’ Lehrstuhl ist es, den Studierenden die Fähigkeit zu vermitteln, die Ausgestaltung und Wirkung steuerlicher Rechtsnormen kritisch zu analysieren. Nach Vermittlung der notwendigen steuerrechtlichen Kenntnisse lernen die Studierenden im Rahmen der Steuerplanung, mögliche Steuerwirkungen auf Investitions- und Finanzierungsentscheidungen nationaler und multinationaler Unternehmen aufzuzeigen und zu quantifizieren.

Prof. Dr. Gerasim Kokarev

bislang Université de Cergy-Pontoise (Frankreich), ab 01.07.2011 W1-Professor für Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Stephan Hoppe

bislang Universität zu Köln, ab 15.06.2011 W2-Professor für Bayerische Kunstgeschichte, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Simon Rothenfußer

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.06.2011 dort W2-Professor für Immunpharmakologie.

Seit 2006 leitete der Mediziner Simon Rothenfusser bereits die Arbeitsgruppe „Intrazelluläre Immunität“ in der Abteilung für Klinische Pharmakologie des Klinikums der Universität; im Juni dieses Jahres trat er dort eine Professur für Immunpharmakologie an.

Rothenfusser, geboren 1971, studierte Medizin an der LMU, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der University of London. 2002 schloss er in Freiburg seine Promotion zum Thema „Die Rolle inhibitorischer Rezeptoren für MHC Klasse I Moleküle bei der Erkennung von Tumorzellen durch humane γδ T-Zellen und natürliche Killerzellen” ab und war von 1999 an als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Therapeutische Oligonukleotide“ der Abteilung für Klinische Pharmakologie am LMU-Klinikum tätig. Zeitgleich begann er seine Ausbildung zum Internisten an der Medizinischen Klinik am Campus Innenstadt. 2001 erhielt er die Approbation als Arzt. 2003 wechselte Rothenfusser als Postdoktorand in die USA, wo er bis 2006 an der University of Massachusetts Medical School tätig war.

Im Jahr 2007 folgte die Habilitation für experimentelle Innere Medizin an der LMU, 2008 die Ernennung zum Privatdozenten. Seit 2011 ist Rothenfusser Facharzt für Innere Medizin und trägt zudem das Zertifikat „Gastroenterologische Onkologie“. Rothenfusser war assoziiertes Mitglied des Sonderforschungsbereichs 455 „Virale Funktionen und Immunmodulation” der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ist Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 1202 „Oligonukleotide in Zellbiologie und Therapie” an der LMU.

„Mit der neu eingerichteten Professur für Immunpharmakologie besteht die Möglichkeit”, so Rothenfusser, „in der Abteilung für Klinische Pharmakologie eine der in der deutschen Forschungslandschaft dringend benötigten produktiven Schnittstellen von Klinik und Grundlagenforschung zu stärken beziehungsweise zu schaffen. Große innovative Schubkraft für neue Pharmakotherapien geht derzeit von sogenannten Biologicals in Form von Antikörper-, Zell- und nukleinsäurebasierten Therapeutika aus.“

Rothenfussers Forschungsgebiet ist die Viruserkennung durch das Immunsystem und dessen Stimulierung durch Nukleinsäuren. Wichtigstes Forschungsziel ist es, die dabei gewonnenen Erkenntnisse für das Verständnis von Autoimmunerkrankungen und die Entwicklung von Therapiekonzepten zur Tumorimmuntherapie einzusetzen. Ein weiterer Bereich ist die Auswirkung genetischer Varianz auf Immunantworten. Diese nimmt Einfluss auf Verlauf und Therapieansprechen von Virus- und Autoimmunerkrankungen.

Prof. Dr. Stefan Ufer

bislang Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, ab 16.05.2011 W3-Professor für Didaktik der Mathematik und Informatik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Martin Lehnert

bislang Universität Zürich (Schweiz), ab 30.04.2011 W2-Professor für Religion und Philosophie Ostasiens, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Prof. Dr. Barbara Conradt

Prof. Dr. Barbara Conradt

bislang Dartmouth Medical School (USA), ab 01.04.2011 W3-Professorin für Zell- und Entwicklungsbiologie, Fakultät für Biologie der LMU.

Unter anderem mit der Regulation des programmierten Zelltods während der Entwicklung multizellulärer Tiere befasst sich die Biologin Barbara Conradt, die seit April dieses Jahres den Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie an der LMU innehat. Weiteres Hauptgebiet ihrer Forschung ist die Regulation und Funktion der mitochondrialen Dynamik. Mit diesen Arbeitsgebieten deckt sie zwei grundlegende Themenbereiche der Entwicklungsbiologie und der Zellbiologie ab.

Barbara Conradt, Jahrgang 1965, studierte Biologie an der Universität Hohenheim und der University of Massachusetts, USA. Anschließend promovierte sie, unterstützt durch ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, an der University of California, Los Angeles, mit einer Arbeit zum Thema „Biochemical Analyses of Vacuole Inheritance in Saccharomyces cerevisiae“; die Promotion erfolgte 1994. „Die Arbeit war rein biochemisch und zellbiologisch und führte zur Rekonstitution eines Membranfusionereignisses in vitro“, erklärt Barbara Conradt. „Dieses wird bis heute als Modell für biochemische Studien zur Membranfusion verwendet.“

Von 1994 bis 1999 arbeitete sie als Postdoktorandin am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA, auf dem Gebiet der Genetik und Molekularbiologie. Unterstützt wurde sie dabei durch Fellowships der Leukemia and Lymphoma Society of America und des Jane Coffin Childs Memorial Fund for Biomedical Research. 1999 wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried, wo sie bis 2003 als Nachwuchsgruppenleiterin wirkte. Anschließend ging sie abermals in die USA, wo sie bis 2011 eine Professur an der Dartmouth Medical School in Hanover innehatte.

In der Lehre will Barbara Conradt den Bereich Entwicklungsbiologie ausbauen und die bestehende Lehre in der Zellbiologie komplettieren. Zu ihren Forschungsgebieten erklärt sie: „Die Apoptose, eine Form des ,programmierten Zelltods’, ist für die Entwicklung von multizellulären Tieren notwendig und auch für die Aufrechterhaltung des zellulären Gleichgewichts sehr wichtig.“ Ihre Deregulierung könne zu Krankheiten führen. „Wir untersuchen die Regulierung der Apoptose im Nematoden C. elegans, der unter anderem durch seine konstante Zellzahl für Studien zur Apoptose optimal geeignet ist.“ Die Dynamik der Mitochondrien, der ‚Kraftwerke‘ unserer Zellen, ist auch ein relativ unerforschtes Gebiet, das aber vor Kurzem im Alterungsprozess impliziert wurde und somit zu einem der spannendsten Bereiche der Zellbiologie geworden ist.

Prof. Dr. Raimund Valerian Girwidz

Prof. Dr. Raimund Valerian Girwidz

bislang Pädadogische Hochschule Ludwigsburg, ab 01.04.2011 W3-Professor für Didaktik der Physik, Fakultät für Physik der LMU.

Ein Ziel von Raimund Girwidz ist es, Physik mittels moderner Anwendungen nach dem „didaktischen Dreiklang von Erleben, Verstehen und Anwenden“ zu vermitteln. Außerdem will er Lernprozesse im Physikunterricht mit Visualisierungen und Neuen Medien unterstützen. Seit April dieses Jahres hat Professor Girwidz den Lehrstuhl für Didaktik der Physik an der LMU inne.

Raimund Girwidz, Jahrgang 1956, studierte Physik, Sport und Mathematik an der Universität Würzburg. Nach dem ersten Staatsexamen im Jahr 1983 und der zweiten Staatsprüfung 1985 war er vier Jahre lang im Schuldienst tätig. 1989 ging er als Wissenschaftlicher Assistent an das Physikalische Institut der Universität Würzburg und promovierte 1994 im Fach Didaktik der Physik. Seine Dissertation trug dabei den Titel „Beiträge und Analysen zum Lernen in Physik mit dem Computer als Hilfsmittel“. Von 1995 bis 2001 war Raimund Girwidz als Akademischer Rat mit besonderen Aufgaben in der Lehre an der Universität Würzburg tätig. Kurz nach seiner Habilitation zum Thema „Bildmedien im Physikunterricht“ im Jahr 2001 an der Universität Würzburg wurde er auf die Professur für Physik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg berufen. Dort war er von 2008 bis Ende März 2011 auch Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung.

Die Forschungsschwerpunkte von Raimund Girwidz liegen in drei Bereichen. Zum Ersten geht er der Frage nach, wie sich moderne Anwendungen und aktuelle Themen der Physik für den Unterricht elementarisieren lassen, um Phänomene und zentrale Ideen allgemein verständlich zu erklären? Zweitens beschäftigt er sich mit dem Thema: Wie können Visualisierungen – wie Grafiken, Diagramme und Bilder – ein effektives Lernen unterstützen? „Lernprozesse mit bildbasierten Darstellungen sind in der Physikdidaktik noch viel zu wenig erforscht“, so Professor Girwidz. Und ein dritter Schwerpunkt befasst sich mit der Frage, welche Faktoren das Lernen mit Neuen Medien beeinflussen? „Sie bieten neue Lernmöglichkeiten, verlangen aber auch spezifische Fertigkeiten, geeignete Materialien und Anwendungskonzepte.“

Neue Erkenntnisse und Ergebnisse aus Untersuchungen gingen direkt in seine Lehrveranstaltungen zur Didaktik der Physik ein, so Girwidz. Angeboten werden sie für die Studiengänge Lehramt an Gymnasien, Realschulen, Haupt-, Sonder- und Grundschulen.

Prof. Dr. Gabriel Felbermayr

Prof. Dr. Gabriel Felbermayr

bislang Universität Hohenheim, ab 01.04.2011 W3-Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. reale und monetäre Außenwirtschaft, Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Internationale Migration, Internationale Klimapolitik sowie Internationaler Handel und Arbeitsmärkte: Seit April dieses Jahres hat Gabriel Felbermayr eine CESifo Stiftungsprofessur für Außenwirtschaft an der LMU inne. Diese gründet auf einem gemeinsamen Berufungsverfahren der LMU und des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität. Felbermayr wurde dabei zugleich zum Bereichsleiter Internationaler Handel des Ifo Instituts ernannt.

Felbermayr, Jahrgang 1976, studierte Volkswirtschaftslehre an der Johannes Kepler Universität Linz und promovierte 2004 am Europäischen Hochschulinstitut Florenz mit einer Arbeit zum Thema „Essays on Economic Growth and International Trade“. Von 2004 bis 2005 arbeitete er als Associate Consultant beim Beratungsunternehmen McKinsey & Co in Wien. Anschließend habilitierte er sich an der Eberhard Karls Universität Tübingen mit einer Arbeit zum Thema „Firm Heterogeneity, International Trade and Labor Market Outcomes“. Von Anfang 2009 bis März dieses Jahres hatte er eine Professur für VWL – insbesondere Außenwirtschaft – an der Universität Hohenheim bei Stuttgart inne. 2010 war er zudem für einige Monate als Gastprofessor an der Maxwell School for Citizenship and Public Affairs der Syracuse University, New York.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten erklärt Felbermayr: „Im Bereich Internationale Migration gehen wir der Frage nach: Wie müssen Institutionen – wie zum Beispiel der Wohlfahrtsstaat – ausgestaltet werden, damit Zuwanderung für das Empfängerland, das Herkunftsland und die Migranten selbst eine Verbesserung darstellt?“ In der Internationalen Klimapolitik geht es um Fragestellungen wie: Führen unilaterale klimapolitische Vorstöße (wie zum Beispiel der EU oder Deutschlands) zu einer internationalen Verlagerung der Produktion – und wie wirkt sich dies auf die globalen CO2-Emissionen aus? Und im Bereich „Internationaler Handel und Arbeitsmärkte“ erörtert Felbermayr die Frage: Führt internationaler Wettbewerb auf den Gütermärkten zu mehr Arbeitslosigkeit und ungleicheren Löhnen im Inland? Sein Forschungsansatz, so Felbermayr, sei dabei generell modellbasiert und auf die empirische Quantifizierung ausgerichtet.

In der Lehre hielt er in der Vergangenheit Veranstaltungen unter anderem zur Einführung in die Mikroökonomik, zur Theorie und Empirie der Außenhandelslehre, zur Theorie und Empirie internationaler Faktorbewegungen, zur Europäischen Integration und zur Monetären Außenwirtschaftslehre.

Prof. Dr. Thomas Østergaard Sørensen

bislang Aalborg Universitet (Dänemark), ab 01.04.2011 W2-Professor für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Christian Walter

bislang Westfälische Wilhelms-Universität Münster, ab 01.04.2011 W3-Professor für Völkerrecht und Öffentliches Recht, Juristische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Claudia Trepmann

Prof. Dr. Claudia Trepmann

bislang Ruhr-Universität Bochum, ab 01.04.2011 W2-Professorin für Geologische Deformation und Transformation von Gesteinen, Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Von der Ruhr-Universität Bochum wechselte die Geologin Claudia Trepmann kürzlich an die LMU. Seit April hat sie hier eine Professur für geologische Deformation und Transformation von Gesteinen inne. 1970 geboren, studierte Claudia Trepmann Geologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn und der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Promotion schloss sie im Jahr 2002 mit einer Dissertation über „Spannungen und Materialverhalten in Tiefen der mittleren Erdkruste im Einflussbereich großer Erdbeben“ am Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum ab. Von dort wechselte sie mit einem Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zwei Jahre an die University of New Brunswick, Kanada, wo sie sich mit der Verformung und Gefügeentwicklung in kristallinen Gesteinen bei Meteoriteneinschlägen beschäftigte. Von 2004 bis März 2011 war sie zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und anschließend als Juniorprofessorin für Endogene Geologie – Materialwissenschaften der Gesteine an der Universität Bochum in Forschung und Lehre tätig.

Claudia Trepmanns Forschungs- und Lehrgebiete liegen im Bereich der geologischen Prozesse bei der Deformation und Transformation von Gesteinen. „Diese laufen auf ganz unterschiedlichen Zeitskalen ab“, so Trepmann, „von menschlich wahrnehmbar – wie zum Beispiel bei Erdbeben – bis zum Zeitraum von mehreren Millionen von Jahren – wie etwa bei der Gebirgsbildung.“ Insbesondere interessiert sie sich für Prozesse in den tieferen Schichten von der mittleren Erdkruste bis zum oberen Erdmantel. „Gesteine, die vor Millionen von Jahren in diesen Tiefen deformiert worden sind, können durch verschiedene Prozesse an die Erdoberfläche kommen, wo sie beprobt und ihre geologische Geschichte analysiert werden können.“ Dabei berücksichtigt Trepmann die unterschiedlichen räumlichen Skalen – vom Maßstab von Kristallbaufehlern bis hin zum Lithosphärenmaßstab.

Einen weiteren Forschungsschwerpunkt der Geologin stellt der Einfluss transienter, episodischer Deformationsprozesse dar. „In diesem Bereich möchte ich an der LMU eine Arbeitsgruppe für Deformation, Rheologie und Mikrogefügeentwicklung in metamorphen Gesteinen aufbauen“, erklärt Claudia Trepmann. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe könnten von großer Bedeutung sein für die Aspekte der Geowissenschaften, die sich mit der Deformation der Lithosphäre beschäftigen.

Prof. Dr. Martin Aust

Prof. Dr. Martin Aust

bislang Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, ab 01.04.2011 W2-Professor für Geschichte Osteuropas/ Ostmitteleuropas, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

In den beiden vergangenen Wintersemestern hatte der Historiker Martin Aust bereits die Professur mit dem Schwerpunkt Ostmitteleuropa vertreten, die von der LMU und der Universität Regensburg gemeinsam für den Elitestudiengang Osteuropastudien eingerichtet worden war. Nun hat er Mitte Februar dieses Jahres die Professur für Geschichte Osteuropas/Ostmitteleuropas am Historischen Seminar der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU angetreten. Zugleich wurde er Professor desselben Fachs an der Universität Regensburg.

Martin Aust, Jahrgang 1971, studierte Neuere Geschichte, Ost- und Südosteuropäische Geschichte sowie Politikwissenschaft an der Universität Hannover und der Freien Universität (FU) Berlin. 2002 wurde er an der FU im Fachgebiet Osteuropäische Geschichte mit einer Arbeit über das Nachbarschaftsverhältnis russischer Adliger im 17. und 18. Jahrhundert promoviert; er erhielt hierfür ein Doktorandenstipendium von der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 2003 bis 2009 war Martin Aust Wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort habilitierte sich der Historiker 2008 mit einer Schrift über das Dreiecksverhältnis polnischer, ukrainischer und russischer Gedächtniskonflikte im 20. Jahrhundert und erhielt die Venia Legendi für Osteuropäische Geschichte. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem zu Bibliotheken, Archiven und wissenschaftlichen Instituten etwa nach Illinois, St. Petersburg, Moskau und Warschau. 2010 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft Martin Aust ein Heisenberg-Stipendium; dieses trat er wegen der Annahme des Rufs an die LMU jedoch nicht an.

In der Forschung sind Professor Austs aktuelle Arbeitsgebiete die Imperialgeschichte Russlands und der ehemaligen Sowjetunion, die Gedächtnisgeschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas sowie globalgeschichtliche Zusammenhänge osteuropäischer Geschichte. „Diese Themenfelder möchte ich in der Lehre an der LMU, insbesondere im Masterstudiengang Osteuropastudien, vertreten“, erklärt Martin Aust, „und dabei auch neue Forschungsprojekte entwickeln.“

Prof. Dr. Werner Bley

bislang Universität Kassel, ab 01.04.2011 W2-Professor für Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Prof. Dr. Mathias Habersack

Prof. Dr. Mathias Habersack

bislang Eberhard-Karls-Universität Tübingen, ab 01.04.2011 W3-Professor für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht, Juristische Fakultät der LMU.

Aus Tübingen wechselte jüngst der Jurist Mathias Habersack nach München. Seit April dieses Jahres hat er den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht an der Juristischen Fakultät der LMU inne.

Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Mathias Habersack, Jahrgang 1960, Rechtswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1985 absolvierte er das Erste Juristische Staatsexamen, nach dem Referendariat am Oberlandesgericht Karlsruhe das Zweite. An der Universität Heidelberg arbeitete Habersack daraufhin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht und wurde 1990 mit einer Arbeit über „Vertragsfreiheit und Drittinteressen“ promoviert. Ebendort habilitierte Mathias Habersack sich anschließend mit einer – 1995 abgeschlossenen – Arbeit über „Die Mitgliedschaft – subjektives und ‚sonstiges’ Recht“. Nach einer einsemestrigen Lehrstuhlvertretung an der Technischen Universität Dresden übernahm er 1996 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Regensburg. Von 2000 bis 2007 hatte er den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels-, Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne; dort war er von 2003 bis 2007 Direktor des Instituts für Kreditrecht. Anschließend ging Mathias Habersack an die Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er von 2007 bis 2011 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung innehatte.

Professor Habersacks Forschungsschwerpunkte liegen im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht sowie im Bürgerlichen Recht. Im ersteren Gebiet interessiert er sich insbesondere für das Aktien und GmbH-Recht; im Vordergrund seines Interesses stehen Fragen der Unternehmensfinanzierung wie Kapitalaufbringung, Kapitalerhaltung und Gesellschafterdarlehen, Fragen der Unternehmensverfassung, des Konzernrechts und des Übernahmerechts. Im zweiten Gebiet gilt sein Hauptaugenmerk dem Recht der Kreditsicherheiten, dem Verbraucherschutz- und dem AGB-Recht. Auch an der LMU wird sich Mathias Habersack mit diesen Themen beschäftigen. Ein aktuelles Projekt ist ein Gutachten für den 69. Deutschen Juristentag, der im Herbst 2012 in München stattfinden wird. Dabei wird Mathias Habersack das Thema „Möglichkeiten und Grenzen der Regulierung von Unternehmen“ bearbeiten.

Prof. Dr. Matthias Graw

bislang Medizinische Fakultät der LMU, ab 01.04.2011 dort W3-Professor für Rechtsmedizin.

Prof. Dr. Jan-Willem Strijbos

bislang Universiteit Leiden (Niederlande), ab 01.04.2011 W2-Professor für Lehr-Lernforschung, Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU.

Prof. Dr. Andrea Meyer-Lindenberg

bislang Tierärztliche Hochschule Hannover, ab 01.04.2011 W3-Professorin für Chirurgie der kleinen Haus- und Heimtiere, Tierärztliche Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Alexandra Susanne Kertz-Welzel

Prof. Dr. Alexandra Susanne Kertz-Welzel

bislang Hochschule für Musik Saar, ab 01.04.2011 W2-Professorin für Musikpädagogik, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

„Meine Tätigkeiten als Musikerin und Wissenschaftlerin zu verbinden, ist mir besonders wichtig“, erklärt Alexandra Kertz-Welzel, die seit April Professorin und Leiterin des Instituts für Musikpädagogik an der LMU ist. Ein dreieinhalbjähriger Postdoc-Aufenthalt in den USA habe ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte verändert, „hin zu einer internationalen Perspektive, zu Musikanthropologie und -ethnologie als wichtige Bezugspunkte zur Musikpädagogik und zu der Frage nach den Aufgaben von Musikunterricht innerhalb der Gesellschaft“.

Alexandra Kertz-Welzel, geboren 1970, studierte Schulmusik, Musikerziehung (Klavier und Cembalo), Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Hochschule für Musik und der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. In ihrer Dissertation im Jahr 2000 untersuchte sie Beziehungen zwischen Musik und Gefühl in den Schriften frühromantischer Autoren. Von 1992 bis 2000 war sie dabei Stipendiatin des Cusanuswerkes. Nach dem Referendariat im Saarland war Alexandra Kertz-Welzel von 2002 bis 2005 an der University of Washington in Seattle (USA) als Gastwissenschaftlerin und -dozentin für Musikpädagogik tätig. In dieser Zeit arbeitete sie an diversen Forschungsprojekten, wie dem Vergleich von deutscher und amerikanischer Musikpädagogik, dem Einfluss von Nationalismus und Patriotismus auf Musikunterricht sowie Verbindungen zwischen Musikanthropologie und Musikunterricht. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichte sie 2006 in ihrem Buch „Every Child for Music: Musikpädagogik und Musikunterricht in den USA“. Von 2005 bis 2011 war sie im Schuldienst und als Dozentin für Musikpädagogik und -didaktik an der Hochschule für Musik in Saarbrücken tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Organisten Dr. Martin Welzel, gründete sie 2004 das Emerald City Duo, das sich dem Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts für Klavier und Orgel widmet.

Alexandra Kertz-Welzels Forschungsinteressen umfassen die internationale und interkulturelle Musikpädagogik, Social Justice und Community Music, Musikanthropologie sowie die Philosophie der Musikpädagogik. An der LMU wird sie sich unter anderem mit einer auf die deutschen Bedingungen abgestimmten Weiterentwicklung der internationalen Konzepte von Social Justice und Community Music beschäftigen, mit internationalen musikpädagogischen Netzwerken kooperieren und Forschungsprojekte durchführen. Zusätzlich strebt sie eine Zusammenarbeit des Instituts für Musikpädagogik mit verschiedenen Institutionen des Münchener Musiklebens an.

Prof. Dr. Andreas Wirsching

bislang Universität Augsburg, ab 01.04.2011 W3-Professor für Neueste Geschichte, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Im April dieses Jahres übernahm Prof. Dr. Andreas Wirsching die Leitung des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) München - Berlin; zugleich wurde er Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der LMU. Seine Wahl war das Ergebnis eines gemeinsamen Berufungsverfahrens des IfZ und der Universität.

Geboren 1959, studierte Andreas Wirsching Geschichte und Evangelische Theologie in Berlin und Erlangen. Von 1985 bis 1996 war er Wissenschaftlicher Assistent beziehungsweise Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Universität Erlangen, am Deutschen Historischen Institut in Paris und am Institut für Zeitgeschichte in München. 1988 wurde er an der Universität Erlangen promoviert; der Titel seiner Dissertation lautete dabei: "Parlament und Volkes Stimme. Unterhaus und Öffentlichkeit im England des frühen 19. Jahrhunderts". 1995 folgte die Habilitation im Fach Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Regensburg mit einer Arbeit zum Thema "Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und Frankreich 1918-1933/39. Berlin und Paris im Vergleich". 1996 ging Andreas Wirsching an die Universität Tübingen, wo er bis 1998 als Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas wirkte. Anschließend wechselte er an die Universität Augsburg, wo er 13 Jahre lang - bis zu seinem Wechsel nach München - den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte innehatte. Gastprofessuren führten Andreas Wirsching an die Washington University in St. Louis/Missouri (USA), das Institut d'Etudes Politiques in Paris und die Université de Montréal. Auch das Institut für Zeitgeschichte kennt er bestens: Vier Jahre lang arbeitete er dort bereits in einem vergleichenden Forschungsprojekt zur deutschen und französischen Demokratie der Zwischenkriegszeit. Außerdem ist er Mitherausgeber der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte der IfZ.

Mit Wirsching, so das IfZ, habe man "einen der anerkanntesten Historiker in Deutschland" gewinnen können. Wirschings Hauptarbeitsgebiete liegen in der vergleichenden deutschen und französischen Geschichte im 20. Jahrhundert, der Geschichte von Paris in der Neuzeit, der Geschichte der Weimarer Republik, der Geschichte des Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus von 1918 bis 1945 sowie der deutschen und europäischen Geschichte seit den 1970er Jahren und der Geschichte und Theorie der Moderne.

Prof. Alexander Mario Danzer, Ph.D.

bislang Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU, ab 15.03.2011 dort W1-Professor für Volkswirtschaftslehre.

Vor allem im Bereich der empirischen Wirtschaftsforschung wird Alexander M. Danzer die Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU fortan verstärken. Seit 15. März dieses Jahres hat er dort eine Juniorprofessur für Volkswirtschaft inne.

Alexander M. Danzer, geboren 1978, studierte von 1999 bis 2005 im Doppelstudium die Fächer Volkswirtschaft und Humangeografie an der LMU, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Karls-Universität Prag. Das Diplom in beiden Fächern erhielt er in den Jahren 2005 (Humangeografie)und 2006 (Volkswirtschaftslehre) an der LMU. Anschließend absolvierte Danzer sein Doktorandenstudium im Fach Economics am Royal Holloway College der University of London, wo er 2010 promoviert wurde. Das Thema seiner Arbeit lautete „Labour Supply, Income Shocks and Total Compensation“. „Dabei geht es um die Konzeptualisierung und Messung eines ,Gesamteinkommens’“, so Danzer, „das nicht nur aus Löhnen besteht, wie in der Arbeitsmarktökonomie zumeist angenommen, sondern auch aus Rentenansprüchen sowie Arbeitsbedingungen – wie der Stundenzahl, dem Risiko von Arbeitslosigkeit etc. Nur ein solches Gesamtmaß erlaubt den Vergleich der Entlohnung in verschiedenen Sektoren und Berufen.“ Zwei weitere Kapitel seiner Dissertation beschäftigen sich mit den Verhaltensreaktionen von Arbeitnehmern auf bestimmte Einkommensveränderungen.

Auch an der LMU wird Alexander M. Danzer in der Forschung vorwiegend zu Themen der Arbeitsmarkt- und Entwicklungsökonomie arbeiten – etwa zur Evaluation von Reformen von Sozialleistungen, zur Migration, zur Integration von Immigranten sowie zu Armut und Einkommensschocks. „In Entwicklungs- und Transformationsländern bin ich in Kooperation mit der Weltbank auch an der Erhebung von Haushaltssurveys beteiligt“, erklärt Professor Danzer. Zudem ist er mit dem Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn affiliiert und Research Fellow des Osteuropa-Instituts Regensburg.

Über seinen Wechsel von London nach München sagt Alexander M. Danzer: „Die Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU zählt im deutschsprachigen Raum zu den Besten des Faches und ist sehr vielseitig aufgestellt, sodass die Zusammenarbeit mit den Kollegen interessante Anknüpfungspunkte bietet. In den letzten Jahren hat die empirische Ökonomie in Deutschland an Bedeutung gewonnen, sodass ich mit einer sehr empirisch orientierten Ausbildung in London in der Fakultät einen Beitrag leisten kann.“

Prof. Dr. Mario Halić

bislang Harvard Medical School (USA), ab 15.03.2011 W2-Professor für Zelluläre Biochemie, Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU.

Prof. Dr. Christoph Klein

bislang Medizinische Hochschule Hannover, ab 01.03.2011 W3-Professor für Pädiatrie (Lehrstuhl), Medizinische Fakultät der LMU.

„Kinder mit seltenen genetischen Erkrankungen“, erklärt Professor Christoph Klein, „gehören zu den Schwächsten der Schwachen. Denn viele dieser Erkrankungen gelten immer noch als unheilbar, ihre Ursachen bleiben unerforscht.“ Seit 1. März hat Klein den Lehrstuhl für Kinder- und Jugendmedizin an der LMU inne und ist seitdem Direktor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität. Der neue Ordinarius zählt international zu den führenden Wissenschaftlern bei der Erforschung seltener genetischer Erkrankungen des Blutes und des Immunsystems sowie der Entwicklung neuer Therapien. Er ist einer der wenigen Ärzte weltweit, die betroffene Kinder mit einer Stammzellgentherapie erfolgreich behandeln.

Der Kinderarzt studierte Philosophie und Humanmedizin an den Universitäten Ulm und Harvard sowie an der LMU. Seine Ausbildung zum Kinderarzt absolvierte er am Dr. von Haunerschen Kinderspital und in der Kinderklinik der Universität Freiburg. Es folgten Schwerpunktausbildungen in Pädiatrischer Immunologie/Hämatologie/Onkologie am Hôpital Necker in Paris sowie am Children’s Hospital der Harvard Medical School. Nach zwei Jahren als Dozent in Harvard wurde er im Jahr 2000 auf eine Professur der Medizinischen Hochschule Hannover berufen. Seit 2008 leitete er dort als Ärztlicher Direktor die Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft zeichnete Professor Klein im Jahr 2010 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis aus. Er ist Gründer der internationalen Care-for-Rare-Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung für Kinder mit seltenen Krankheiten; diese setzt sich unter anderem dafür ein, dass auch Kinder aus Schwellen- und Entwicklungsländern Zugang zur modernen Medizin erhalten.

Brücken zu bauen zwischen Klinik und Forschung, zwischen verschiedenen Disziplinen – das ist eines der zentralen Anliegen von Professor Klein an der LMU. Bei seltenen genetischen Erkrankungen, so der Mediziner, handle es sich oftmals um nur kleine Webfehler in den Genen – mit schwerwiegenden Konsequenzen. „Die Suche nach solchen Mutationen bleibt eine schwierige Detektivarbeit und erfordert spezialisierte Forschungslaboratorien.“ Heute seien mehr als 4.000 seltene genetische Erkrankungen bekannt. „Langfristig werden wir alle von diesen molekularen Erkenntnissen profitieren. Sie sind ein erster Schritt zur personalisierten Medizin der Zukunft, bei der die genetische Disposition eines Menschen für die Behandlung immer wichtiger wird.“

Prof. Dr. Thilo Meyer-Brandis

bislang Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU, ab 01.03.2011 dort W2-Professor für Angewandte Mathematik.

Seit März dieses Jahres hat der Mathematiker und Ökonom Thilo Meyer-Brandis eine Universitätsprofessur für Angewandte Mathematik an der LMU inne. Geboren 1971, absolvierte Meyer-Brandis ein Bachelorstudium in Mathematik und Volkswirtschaft an der Universität Oslo und anschließend Masterstudiengänge in Mathematik (Universität Oslo), Business Administration (Lyon) sowie Probability and Finance (Paris). Im Jahr 2005 wurde er im Fach Finanzmathematik an der Universität Oslo mit einer Arbeit zum Thema „White Noise Analysis and Stochastik Calculus for Lévy Processes with Applications to Finance“ promoviert. Anschließend forschte er, vom Norwegischen Research Council mit einem Postdoctoral Grant unterstützt, bis 2009 als Postdoktorand in Oslo. Von 2006 bis 2007 war er dabei ein Jahr lang als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mathematische Statistik der Technischen Universität München tätig. Von 2009 bis 2010 hatte er eine Vertretungsprofessur am Lehrstuhl für Angewandte Mathematik der LMU inne. Außerhalb der Universität sammelte Meyer-Brandis berufliche Erfahrungen unter anderem bei der Investmentbank Exane in Paris, wo er von 2000 bis 2001 als quantitativer Analyst arbeitete.

Meyer-Brandis’ Forschungsgebiet liegt in der stochastischen Analysis mit Anwendungen in der Finanz- und Versicherungsmathematik. „Im selben Bereich liegen auch meine Themen in der Lehre – wie zum Beispiel Itô Kalkül und Malliavin Kalkül für die Brownsche Bewegung, stochastische Differenzialgleichungen, Arbitrage Pricing Theory in diskreter und stetiger Zeit, Zinsmodelle und zinssensitive Finanzinstrumente sowie quantitatives Risikomanagement“, so Meyer-Brandis. „Meine Pläne für meine Tätigkeit an der LMU sind, meine internationalen Erfahrungen in der finanzmathematischen Ausbildung und aus der Finanzwirtschaft einzubringen, um ein hochwertiges und international vernetztes Kompetenzzentrum für Finanz- und Versicherungsmathematik in Lehre und Forschung mit aufzubauen“, erklärt er. „Unser Ziel ist es, eine interdisziplinäre Ausbildung auf höchstem Niveau anzubieten, die die Absolventen optimal auf den Einstieg in die Finanz- und Versicherungswirtschaft vorbereitet. Dabei legen wir neben einer theoretisch anspruchsvollen mathematischen Ausbildung Wert auf Praxisrelevanz und die Möglichkeit, durch angebotene Auslandsaufenthalte internationale Erfahrungen zu sammeln.“

Prof. Dr. Jens Waschke

bislang Julius-Maximilians-Universität Würzburg, ab 01.03.2011 W3-Professor für Anatomie - Vegetative Anatomie, Medizinische Fakultät der LMU.

Eine Professur für Vegetative Anatomie an der LMU hat der Mediziner Jens Waschke im März dieses Jahres angetreten. Die Bedeutung der vegetativen Anatomie, so Waschke, sehe man am Stellenwert des Kurses der makroskopischen Anatomie, also des Präparierkurses, für das Verständnis um den Bau des menschlichen Körpers. „Die klinisch orientierte praktische anatomische Ausbildung, in der sich die Studierenden an echten Präparaten durch eigenhändige Präparation die Anatomie erarbeiten, ist meines Erachtens unersetzlich.“

Jens Waschke, geboren 1974, studierte Humanmedizin an der Universität Würzburg. Im Jahr 2000 wurde er dort promoviert mit einer Arbeit zum Thema „Polarität und Organisationszentrum der Mikrotubuli im intestinalen Epithel in situ“. 2002 erhielt Jens Waschke die Approbation als Arzt. Von 2002 bis 2008 war er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg. In dieser Position arbeitete er unter anderem am Projekt „Modulation der Cadherinbindung“ im SFB 487. 2007 habilitierte sich der Mediziner an der Universität Würzburg mit einer Arbeit zum Thema „Cadherin-vermittelte Adhäsion in der Regulation von Epithelbarrieren“. Von 2008 bis Anfang 2011 hatte Jens Waschke den Lehrstuhl für Klinische Anatomie und Zellbiologie an der Universität Würzburg inne. Dabei leitete er unter anderem die Projekte „Regulation der Endothelbarriere durch Rho-Proteine in vivo und in vitro“ im SFB 688, „Signalwege und Zytoskelett-Mechanismen in der Pathogenese des Pemphigus“ sowie „Pathophysiologie der Darmbarriere“.

Professor Waschkes wissenschaftliche Schwerpunkte liegen im Fachgebiet der Zellbiologie: es sind die Regulation der Endothelbarriere, daneben die Signaltransduktion und Zelladhäsion von Endothelzellen, die Pathogenese des Pemphigus sowie die Regulation der desmosomalen Zelladhäsion. In einem seiner aktuellen Forschungsprojekte an der LMU soll die Rolle des Zytoskeletts bei der Autoimmunerkrankung Pemphigus untersucht werden. Bei dieser Erkrankung kommt es durch Autoantikörper gegen Adhäsionsproteine zum Verlust der interzellularen Haftung – und dadurch zu Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten.

Prof. Dr. Peter Pickl

Prof. Dr. Peter Pickl

bislang ETH Zürich (Schweiz), ab 01.03.2011 W2-Professor für Angewandte Mathematik, Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU.

Eine Professur für Angewandte Mathematik hat im September 2010 Peter Pickl angetreten. „München bietet für mich durch zwei Universitäten, die im Bereich Stochastik und Mathematische Physik hervorragend aufgestellt sind, ein sehr attraktives Forschungsumfeld“, so Pickl. Seine Professur an der LMU ist im Forschungsgebiet Stochastik angesiedelt.
Peter Pickl, geboren 1975, studierte Physik an der LMU. Von 2003 an arbeitete er als Wissenschaftlicher Angestellter am Mathematischen Institut der Universität, wo er 2005 mit einer Dissertation zum Thema „Existence of Spontaneous Pair Creation” promoviert wurde. Anschließend wirkte Pickl für ein Jahr als Postdoktorand an der Universität Tübingen. Nach einem knapp zweijährigen Aufenthalt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Wien arbeitete er zwei weitere Jahre lang als Postdoktorand an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Peter Pickls Forschungsschwerpunkt liegt in der Mathematischen Physik. Er lieferte Beiträge zur mathematischen Streutheorie, zur numerischen Lösung der Schrödingergleichung sowie zur Quantenelektrodynamik – letzteres ein Teilgebiet der Quantenphysik. Momentan beschäftigt sich Professor Pickl hauptsächlich mit der Beschreibung quantenmechanischer und klassischer Vielteilchensysteme. Dabei wird ein System vieler wechselwirkender Teilchen betrachtet, die anfänglich unabhängig voneinander verteilt sind. Man untersucht, ob die Unabhängigkeit zumindest näherungsweise auch für spätere Zeiten erhalten bleibt. Durch die Behandlung dieser Themen ist Pickl ein Experte auf den Gebieten der Analysis und Stochastik. Eine der Aufgaben Professor Pickls an der LMU wird die Mitgestaltung des neu geschaffenen Studienganges „Mathematik im Gymnasialen Lehramt“ sowie die Ausbildung im fachlichen Teil dieses Studiums sein. Seit Oktober 2010 hält er bereits den viersemestrigen Zyklus der mathematischen Grundausbildung im gymnasialen Lehramt. „Mit dieser Aufgabe geht eine große Verantwortung und damit eine große Herausforderung einher“, so Peter Pickl. „Ein tiefes Verständnis des später in der Schule behandelten Stoffes und ein Begreifen der Notwendigkeit der behandelten Themen sollte vorrangiges Ziel der Lehrerausbildung sein – damit sie Mathematik im Unterricht sinnvoll vermitteln können.“

Prof. Dr. Christoph Neuberger

Prof. Dr. Christoph Neuberger

bislang Westfälische Wilhelms-Universität Münster, ab 01.03.2011 W3-Professor für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienwandel, Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU.

„Die brisanten Veröffentlichungen in WikiLeaks, die kollaborative Ermittlung plagiierter Stellen in der Guttenberg-Dissertation oder die ,Facebook-Revolutionen’ in Tunesien und Ägypten“, sagt der Kommunikationswissenschaftler Christoph Neuberger, „sind nur wenige Beispiele für die weitreichenden Folgen, die der erweiterte Zugang zur Öffentlichkeit im Internet hat.“ Zum März 2011 hat Christoph Neuberger eine Professur für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienwandel an der LMU übernommen.

Neuberger, Jahrgang 1964, studierte Diplomjournalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, wo er anschließend von 1990 bis 2001 zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Wissenschaftlicher Assistent arbeitete. In dieser Zeit schloss er seine Promotion (1995) und seine Habilitation (2001) ab. Seine Dissertation befasste sich dabei mit dem Thema „Journalismus als Problembearbeitung. Objektivität und Relevanz in der öffentlichen Kommunikation“, die Habilitationsschrift mit „Journalismus im Internet. Theoriekontext und empirische Exploration“. Nach einer zweisemestrigen Vertretungsprofessur an der Universität Leipzig war Neuberger von 2002 bis 2011 als Professor für Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, bevor er an das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU wechselte.

„Durch digitale Medien, besonders durch das Internet, hat sich die öffentliche Kommunikation in den letzten Jahren in erheblichem Maße gewandelt“, so Neuberger. Im Zentrum seiner Forschung stehen Vermittlung, Qualität und Regulierung öffentlicher Kommunikation. Abgesehen von Studien über Suchmaschinen und sogenannte „Social Media“ wie Facebook und Twitter beschäftigt er sich vor allem mit der Neuausrichtung des professionellen Journalismus. Fragen, die er dabei erörtert, sind: Wie müssen sich die Redaktionen neu positionieren, wenn sie nicht mehr als „Gatekeeper“ alleine über den Zugang zur Öffentlichkeit entscheiden können? Und wie integriert der Journalismus sein Publikum über die neuen Beteiligungsformate? In seiner künftigen Arbeit will Neuberger die besonderen Strukturen, Prozesse und Akteure der Netzwerköffentlichkeit des Internets erfassen – etwa die Dynamik von Themenkarrieren und der Meinungsbildung. „Dafür müssen theoretisch und methodisch neue Wege beschritten werden“, so Christoph Neuberger.

Prof. Dr. Markus Glaser

Prof. Dr. Markus Glaser

bislang Universität Konstanz, ab 01.03.2011 W3-Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Kapitalmarktforschung und Finanzierung, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Seit März 2011 hat Professor Markus Glaser den Lehrstuhl für Kapitalmärkte und Finanzwirtschaft an der LMU inne. Er befasst sich unter anderem mit der Profitabilität von Anlagestrategien am Aktienmarkt und Investitionsentscheidungen von Unternehmen. „Für meine Tätigkeit in Forschung und Lehre“, so Glaser, „ist die LMU der ideale Ort. Die Fakultät für Betriebswirtschaft ist groß, sodass man viele Diskussionspartner bei inhaltlichen oder methodischen Fragen hat. Auch dass ein Experimentallabor existiert, ist hilfreich.“

1976 geboren, studierte Markus Glaser in seiner Heimatstadt Saarbrücken Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Nach einem dreijährigen Promotionsstipendium im Doktorandenprogramm der Universität Mannheim wechselte er an den dortigen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Finanzwirtschaft, insbesondere Bankbetriebslehre. An diesem wurde er 2003 mit einer Arbeit zu Anlagestrategien am Aktienmarkt und zum Verhalten von Anlegern in Kapitalmärkten promoviert. Anschließend begann er an der Universität Mannheim seine Habilitation, in deren Rahmen ihn Auslandsaufenthalte an die Fuqua School of Business der Duke University in den USA und an das Swedish Institute for Financial Research in Stockholm führten.

2009 habilitierte er sich mit einer Schrift aus dem Gebiet der Investitionsentscheidungen von Unternehmen und folgte einem Ruf an die Universität Konstanz. Den dortigen Lehrstuhl für Corporate Finance baute er neu auf und hatte ihn bis zu seinem Wechsel an die LMU inne.

Glasers Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Kapitalmärkte und der betrieblichen Finanzwirtschaft. „Im Bereich Kapitalmärkte befasse ich mich unter anderem mit der Erwartungsbildung und dem Anlageverhalten privater und institutioneller Investoren, mit der Altersvorsorge und Anlageberatung sowie mit Fragen der Banken- und Finanzmarktregulierung. Im Bereich der betrieblichen Finanzwirtschaft untersuche ich beispielsweise die unternehmensinterne Kapitalallokation. In beiden Feldern betrachte ich dabei nicht nur herkömmliche Ansätze, sondern auch neuere Theorien, die verhaltenswissenschaftliche Ansätze integrieren.“ In der Lehre will Markus Glaser die genannten Forschungsschwerpunkte in weiterführenden Veranstaltungen vertiefen. „Studenten sollen neben der Theorie auch den Umgang mit Daten und ihre Interpretation erlernen“, so Glaser, „und dabei immer die praktische Anwendung der Erkenntnisse im Blick behalten.“

Prof. Dr. Ulrich Harréus

bislang Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ab 01.03.2011 W2-Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde mit Schwerpunkt Onkologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Prof. Dr. Andreas Kaplony

Prof. Dr. Andreas Kaplony

bislang Universität Zürich (Schweiz), ab 01.02.2011 W3-Professor für Arabistik und Islamwissenschaft, Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU.

Der gebürtige Schweizer Andreas Kaplony hat seit Februar 2011 den Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaft der LMU inne.

Kaplony, geboren 1960, studierte Allgemeine Geschichte, Arabische Sprache und Literatur sowie Philosophie an der Universität Zürich. Von 1986 bis 1990 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Universität Zürich, anschließend bis 1995 am Institut für Islamwissenschaft der Universität Bern. 1994 promovierte er sich an der Universität Zürich mit einer Arbeit zum Thema „Konstantinopel und Damaskus. Gesandtschaften und Verträge zwischen Kaisern und Kalifen 640–750. Untersuchungen zum Gewohnheits-Völkerrecht und zur interkulturellen Diplomatie“. Nach einem Forschungsaufenthalt in Jerusalem von 1995 bis 1997 habilitierte er sich an der Universität Zürich im Fach Islamwissenschaft zum Thema „The Haram of Jerusalem (324–1099): Muslim Temple, Friday Mosque, Area of Spiritual Power“. Unterstützt wurde er dabei von einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds.

Von 2004 bis 2010 forschte er als Assistenzprofessor an der Universität Zürich, wo er seither Gesamtleiter des von der Andrew W. Mellon Foundation unterstützten Projekts einer „Arabic Papyrology Database“ ist. Von 2005 bis 2006 war er Gastprofessor für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt islamische Kultur im mediterranen Raum der Universität Wien, von 2010 bis 2011 außerplanmäßiger Professor für Islamwissenschaft der Universität Zürich.

„Wir wollen in München breit zur Vergangenheit und Gegenwart der Arabisch-Islamischen Welt forschen“, so Kaplony, „und dabei die hier vorhandenen, ungewöhnlich reichen Bestände der Bibliotheken und Sammlungen nutzen. Unsere eigentlichen Forschungsschwerpunkte betreffen arabische Papyrologie, das heißt arabische Originaldokumente vom 7. bis zum 16. Jahrhundert, und moderne arabische Massenmedien.“ Im Bereich der arabischen Papyrologie arbeitet Kaplonys Forschergruppe in München, Zürich und Wien an der Arabic Papyrology Database. „Dieses Korpus umfasst zurzeit den Volltext von über 1.200 arabischen Dokumenten und soll die arabische Papyrologie mit der demotischen – also altägyptischen – und griechischen Papyrologie in Leuven, New York, Duke und Heidelberg vernetzen.“ Auf dem Gebiet moderner arabischer Massenmedien stehe derweil die Inhaltsanalyse insbesondere islamistischer Zeitungsartikel und Fernsehsendungen im Mittelpunkt. Basis der Lehre solle eine ebenfalls breite, an der philologischen Auswertung arabischer Texte orientierte Ausbildung zur Geschichte und Gegenwart der Arabisch-Islamischen Welt sein.

Prof. Dr. Riccardo Giunta

bislang Technische Universität München, ab 10.01.2011 W2-Professor für Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Medizinische Fakultät der LMU.

Der plastische Chirurg Riccardo Giunta ist seit Januar Professor für Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie an der LMU. Er arbeitet damit als erster Spezialist für diesen Bereich übergreifend sowohl für die Chirurgischen Kliniken in Großhadern als auch der Innenstadt.

Geboren 1966, studierte er Humanmedizin an der LMU, wo er 1994 promoviert wurde. Im selben Jahr erhielt er die Approbation als Arzt. Nach Stationen an der Anatomischen Anstalt der LMU, dem Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale und dem Behandlungszentrum Vogtareuth wechselte er an das Allgemeine Krankenhaus der Universität Wien, wo er als Oberarzt in der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie tätig war. Anschließend ging er zurück an die LMU. Hier war er von 2001 bis 2011 in der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie tätig, die 2007 zur eigenständigen Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie wurde. 2003 erhielt er die Zusatzbezeichnung Handchirurgie. Im Jahr darauf habilitierte er sich mit einer Schrift zum Thema der morphologischen Aspekte der Beanspruchung des Handgelenkes und ihrer chirurgischen Konsequenzen, erhielt die Venia Legendi und wurde zum Privatdozenten ernannt. Am Klinikum rechts der Isar leitete Giunta als Oberarzt die Poliklinik Plastische Chirurgie, den Bereich Chirurgie der peripheren Nerven und des Plexus brachialis, den Bereich Plastische Chirurgie bei Kindern sowie den Laborbereich Plastische Chirurgie. Mit seinem Team leistet er neben Replantation und Handchirurgie auch Körper formende Eingriffe im Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie. In der Handchirurgie etwa geht es um die Erhaltung oder Wiederherstellung feingliedriger Funktionalität; etwa beim Verlust von Fingern oder bei operativen Eingriffen aufgrund von Tumoren.

Ein Thema seiner Forschung sind Methoden der Regenerativen Medizin – etwa die Plexuschirurgie. Diese wird vor allem bei Neugeborenen angewandt, die bei der Geburt im Geburtskanal stecken bleiben und etwa am Arm herausgezogen werden müssen. Dabei kann es zum Abriss von Nervenwurzeln aus dem Rückenmark kommen – mit der Folge, dass der Arm nicht oder kaum mehr bewegt werden kann. „Mit modernen Methoden der Mikrochirurgie“, so Giunta, „können wir durch Nerven-, Muskel- und Sehnentransfers inzwischen erfreuliche Erfolge erzielen. Unsere Forschungsarbeiten im Labor versprechen in Zukunft eine verbesserte Nervenregeneration.“ Zudem arbeitet er in der Forschung etwa mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen – zum Beispiel im Bereich Robotik.

Prof. Dr. Martin Kocher

Prof. Dr. Martin Kocher

bislang University of East Anglia (UK), ab 01.01.2011 W3-Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Experimentelle Wirtschaftsforschung (Lehrstuhl), Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU.

Wie können in Arbeitsverträgen optimale Anreize verankert werden? Und wie würde ein optimales Sanktionsregime zur Reduktion von Treibhausgasen aussehen? Unter anderem mit diesen Fragen befasst sich der Wirtschaftswissenschaftler Martin Kocher, der zu Beginn des Jahres die Professur für Verhaltensökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung an der LMU übernommen hat.

Martin Kocher, Jahrgang 1973, studierte Volkswirtschaftslehre und Politik an der Universität Innsbruck, wo er 2002 im Fach Volkswirtschaftslehre promovierte. Am „Institute of Public Finance“ und am „Center for Experimental Economics“ der Universität Innsbruck war er von 1998 bis 2004 als Wissenschaftlicher Assistent beschäftigt. Anschließend war er dort bis 2010 als assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter. Von 2007 bis April 2010 hatte er eine Vertretungsprofessur an der LMU inne. Anschließend wechselte Kocher für ein Dreivierteljahr auf den Lehrstuhl „Behavioral and Experimental Economics” der University of East Anglia, Norwich. Martin Kocher ist ständiger Gastprofessor an der Göteborgs Universitet und Research Fellow am National Centre for Econometrics Research in Australien. Als Experte beriet er unter anderem die Regierung des Fürstentums Liechtenstein und das Bundesfinanzministerium. An der LMU ist er, wie schon während seiner Vertretungsprofessur von 2009 bis April 2010, Studiendekan der Volkswirtschaftlichen Fakultät und zudem Stellvertretender Vorstandssprecher des wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Experimentallabors MELESSA – Kürzel für „Munich Experimental Laboratory for Economic and Social Sciences“ – der Universität.

Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit unterrichtet Martin Kocher vor allem Mikroökonomie und hält Kurse aus seinen Forschungsgebieten. Der Schwerpunkt seiner aktuellen Forschung liegt im Bereich Verhaltensökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung. Dabei untersucht er zahlreiche Aspekte institutioneller Rahmenbedingungen – zum Beispiel Anreize – hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf ökonomische Entscheidungen sowie die psychologischen Grundlagen wirtschaftlichen Handelns von Individuen und Gruppen. „Oft dreht sich meine Forschung um optimale Regeln in sozialen Dilemmata“, so Kocher, „oder um die bestmögliche Ausgestaltung von Auktionen – und die psychologische Reaktion der Beteiligten darauf.“ Zudem beschäftigt sich Martin Kocher mit Themen wie Sportökonomie und der Evaluation von wissenschaftlicher Forschung.

Prof. Dr. Christian Hofmann

Prof. Dr. Christian Hofmann

bislang Universität Mannheim, ab 01.01.2011 W3-Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Controlling, Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU.

Welchen Einfluss Controllinginstrumente auf die Mikroökonomie eines Unternehmens haben, wie Anreizsysteme in Firmen ausgestaltet sind und wann sie wirken – mit solchen Fragen befasst sich Christian Hofmann. Seit Januar dieses Jahres hat der Betriebswirt eine Professur am Institut für Unternehmensrechnung und Controlling der LMU inne.
Hofmann, geboren 1968, studierte zunächst Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Darmstadt sowie „Psychologie Expérimentale“ an der Université Louis Pasteur, Straßburg. Zudem war er ein halbes Jahr lang als Forschungsassistent am Centre National de la Recherche Scientifique in Straßburg. Von 1992 bis 1995 promovierte er im Fach Betriebswirtschaftslehre an der LMU mit einer Arbeit zum Thema „Interdependente Losgrößenplanung in Logistiksystemen“. Anschließend habilitierte er sich ebendort, unterstützt durch den „Bayerischen Habilitationsförderpreis – Hans-Zehetmair-Preis“, mit einer Schrift zum Thema „Anreizorientierte Controllingsysteme – Budgetierungs-, Ziel- und Verrechnungspreissysteme“ und erhielt im Jahr 2000 die Venia Legendi für BWL. In den folgenden Jahren war Hofmann als Universitätsprofessor, aber auch als Dozent an weiterbildenden Institutionen tätig – unter anderem an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule für Berufstätige in Lahr, am Henley Management College im englischen Greenlands und der Mannheim Business School.
Von 2001 bis 2004 war er Professor am Lehrstuhl Controlling der Universität Hannover, anschließend ab 2004 als Professor am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling der Eberhard Karls Universität Tübingen. 2007 folgte er dem Ruf auf eine Professur am Lehrstuhl für Allgemeine BWL und Controlling der Universität Mannheim. Positionen als Visiting Scholar führten ihn unter anderem an die University of British Columbia in Vancouver, Kanada, und an die Duke University im US-amerikanischen Durham.
In der Lehre befasst sich Hofmann vorrangig mit Fragen der Unternehmensrechnung und des Controlling. „In der Forschung“, erklärt er, „beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit Fragen der Anreizsetzung und der Performancemessung. Dies bietet vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten für Fragen des Rechnungswesens und des Controlling.“

 

Prof. Dr. Konstantin Strauch

Prof. Dr. Konstantin Strauch

bislang Philipps-Universität Marburg, ab 01.01.2011 W3-Professor für Genetische Epidemiologie, Medizinische Fakultät der LMU.

Zu Beginn dieses Jahres wechselte der Genetische Epidemiologe und Biometriker Professor Konstantin Strauch aus Marburg nach München, um den Lehrstuhl Genetische Epidemiologie an der LMU zu übernehmen. Zugleich wurde er Leiter des neu gegründeten Instituts für Genetische Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München.

Konstantin Strauch, Jahrgang 1973, studierte Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der State University of New York at Stony Brook. Nach dem Studienabschluss kehrte er aus den Vereinigten Staaten zurück nach Deutschland, wo er von 1997 bis 2000 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie der Universität Bonn wirkte. Während dieser Zeit promovierte er im Fachgebiet Statistische Genetik in der Theoretischen Biologie; seine Dissertation trug den Titel „Kopplungsanalyse bei genetisch komplexen Erkrankungen mit genomischem Imprinting und Zwei-Genort-Krankheitsmodellen“. Von 2001 bis 2005 arbeitete Konstantin Strauch als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie der Universität Bonn; in dieser Zeit habilitierte er sich auf dem Gebiet Genetische Epidemiologie mit einer Schrift zum Thema „Genetische Kartierung komplexer Krankheiten: Methodische Erweiterungen zur genetischen Modellierung des Phänotyps bei der Kopplungsanalyse“.

2005 folgte Konstantin Strauch dem Ruf auf eine Professur am Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie der Philipps-Universität in Marburg. Dort, wo er zugleich das Genetisch-Epidemiologische Methodenzentrum leitete, blieb er bis zu seinem Wechsel nach München.

Konstantin Strauchs Forschungsschwerpunkte liegen in der Genetischen Epidemiologie sowie in der Biostatistik. Unter anderem beschäftigt er sich dabei mit der Entwicklung und Implementation von statistischen Verfahren für Kopplungsanalysen (Familienstudien) und Assoziationsstudien, beispielsweise mit Methoden zur Modellierung geschlechtsspezifischer Effekte. Die Verfahren wendet er an, um Gene zu identifizieren, die für verschiedenste komplexe Krankheiten verantwortlich oder prädisponierend sind. Zu den untersuchten Phänotypen zählen Krankheiten wie Allergien und Asthma, die myeloische Leukämie, der Alkoholismus sowie andere neuropsychiatrische Störungen.

Für seine Forschung entwickelte der Epidemiologe eine Computer-Software, die das genomische Imprinting, das heißt eine elterliche Prägung der vererbten Genvarianten, sowie Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Genen bei der Analyse berücksichtigen kann. Im Rahmen seiner Tätigkeit an der LMU wird sich Konstantin Strauch schwerpunktmäßig komplexen statistischen Modellierungen bei genomweiten Assoziationsstudien und Sequenzierungsprojekten widmen.

Prof. Dr. Karin Hoisl

bislang Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU, ab 01.01.2011 dort W1-Professorin für Erfindungsprozesse und Intellektuelles Eigentum.

Erfindungen sind die Triebfeder moderner Wissensgesellschaften. An der LMU wurde jetzt die bundesweit erste Juniorprofessur für die Erforschung von Erfindungsprozessen und intellektuellem Eigentum eingerichtet. Sie ist seit Januar mit Professor Karin Hoisl besetzt. Ihre Professur ist am Institut für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship der Munich School of Management angesiedelt.

Karin Hoisl, Jahrgang 1976, studierte zunächst Mathematik an der LMU, wechselte dann zum Fach Betriebswirtschaftslehre. Nach dem Studienabschluss promovierte sie von 2002 bis 2006 am Institut für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship (INNO-tec) der LMU mit einer Arbeit zum Thema „A Study of Inventors: Incentives, Productivity and Mobility“. Diese wurde mit dem Hans-Sauer-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich „Forschung über Erfinder“ sowie dem Dissertationspreis des LMU Management Alumni e. V. bedacht. Seit September 2006 ist Karin Hoisl Habilitandin der Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU. Sie schreibt an einer kumulativen Arbeit zum Thema Erfinderkreativität und Erfindermobilität. 2007 war sie an einem Forschungsprojekt des Europäischen Patentamts mit dem Titel „Patent Validation – The Role of Fees and Translation Costs” beteiligt. Im vergangenen Jahr führte sie ein Forschungsaufenthalt an das College of Management des US-amerikanischen Georgia Institute of Technology. Dieser wurde durch ein Stipendium der DFG finanziell unterstützt.

Professor Karin Hoisl erforscht am Institut für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship der LMU die Prozesse rund um die Entstehung von Erfindungen und den Umgang mit geistigem Eigentum. „Die Person des Erfinders und ihr Beitrag zur Innovation stehen dabei genauso im Mittelpunkt meiner Forschung wie die Rolle von Gewerblichen Schutzrechten bei Unternehmensgründungen“, erklärt Karin Hoisl. Die neue Juniorprofessur wird von der in Deisenhofen ansässigen Hans-Sauer-Stiftung finanziert, zu deren Stiftungszielen unter anderem die Förderung von Erfindungen gehört. Die Stiftung, benannt nach dem Erfinder und Unternehmer Hans Sauer (1923 – 1996), investiert dabei einen hohen sechsstelligen Betrag in eine langfristig angelegte strategische und operative Partnerschaft. Zudem unterstützt sie das fakultätsübergreifende LMU Entrepreneurship Center.