Ludwig-Maximilians-Universität München
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Handwerk hilft Wissenschaft

Helfer im Hintergrund

München, 23.11.2016

Von Umzügen und Reparaturen über Schreiner, Schneider und den Winterdienst bis zur Verwaltung der Hörsäle und Technik: Die meisten Menschen bemerken die fleißigen Helfer der LMU nur, wenn mal etwas hakt. Dabei würde ohne die 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der wissenschaftliche Betrieb in den über 125 Gebäuden der LMU auf dem Münchener Stammgelände und den Außenstellen nicht funktionieren. Wer sind die Menschen, die täglich für den reibungslosen Ablauf der größten regulären Volluniversität Deutschlands sorgen?

Grafik: Haak & Nakat

Der Sage nach waren die Heinzelmännchen Hausgeister, die, während die Bürger schliefen, deren Arbeit erledigten. Jetzt sind die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LMU, die im Hintergrund für den reibungslosen Unibetrieb für die über 750 Professoren und 50.000 Studierenden sorgen, zwar Menschen aus Fleisch und Blut, die vornehmlich tagsüber arbeiten. Dennoch gibt es Parallelen – beispielsweise beim Umzug der Dauerausstellung „Die Weiße Rose“ von der DenkStätte am Lichthof in die Thomas-Mann- Halle, der wegen wegen der Neukonzeption nötig gewordenen war.

Innerhalb von nur einem Tag montierten fünf Angestellte insgesamt 48 großformatige Ausstellungstafeln über die studentische Widerstandsgruppe, Hörstationen mit Erinnerungen von Zeitzeugen sowie weiteres Inventar der DenkStätte ab und bauten alles im ersten Obergeschoss in gleicher Reihenfolge wieder auf. So verwundert es nicht, wenn sich die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V., Dr. Hildegard Kronawitter, „beeindruckt und höchst dankbar“ zeigt: „Ohne die Hilfestellung der Hausmeister hätten wir das nicht bewerkstelligen können“, versichert sie. Die Hausmeister der Hausverwaltung des Stammgeländes vom Referat IV .4 organisieren Umzüge von Lehrstühlen, ganzen Bibliotheken oder jüngst des neuen BioMedizinischen Zentrums (BMC) der LMU mit seinen 27 Seminarräumen. Obwohl häufig auch riesige Einrichtungsgegenstände ins Möbellager gehievt oder kistenweise Bücher auf den Speicher geschleppt werden müssen, seien Muskeln bei der Einstellung kein Kriterium, sagt Hausverwalter Michael Strauch und lacht: „Die nötige Kraft gewinnt man, wenn man bei uns arbeitet.“

Koordination von 120.000 Terminen – pro Semester
Im gleichen Referat angesiedelt ist die Hörsaalverwaltung des Stammgeländes, die sich mit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um die Koordination der Lehrveranstaltungen kümmert. Dazu gehören neben den regelmäßigen Vorlesungen in jedem Semester Kongresse und Konferenzen, Preisverleihungen und Promotionsfeiern, Messen, Workshops sowie Aufführungen – beispielsweise das Weiße-Rose-Gedenkkonzert im Lichthof. „Wir koordinieren insgesamt 120.000 Termine pro Semester“, erzählt Veranstaltungskoordinatorin Nadine Böhmer.

Vor der Terminvergabe müssen sich Böhmer und ihre Kollegen mit den anderen Hausverwaltern abstimmen, damit es keine Kollisionen gibt. Anschließend folgt mit den Mietern eine Geländebegehung mit Einweisung in Sicherheit und Brandschutz. Zusätzlich müssen unter anderem Verträge erstellt, Schlüssel ausgeliehen, Hausmeister und Techniker bestellt sowie bei externen Vermietungen Rechnungen geschrieben werden. Allein das Öffnen der Türen der großen Aula ist eine Kunst für sich: Wer den großen, alten Bartschlüssel zu weit ins Schloss steckt, bekommt ihn ohne Schraubenzieher nicht mehr heraus. „Auch neuen Mitarbeitern, die Begehungen haben, ist dies schon öfter einmal passiert“, sagt Böhmer und lacht. Darüber hinaus kümmert sich das Referat um Raummöblierung, studentische Servicekräfte und um Wartungsarbeiten. Gerade Letztere durchkreuzen nicht selten die mühsam abgestimmten Vermietungspläne.

„Wir reparieren alles, was sich bewegt, also Türen, Fenster, Tafelanlagen, Lamellenvorhänge und so weiter“, fasst Hans Heiß seine Arbeit zusammen. Er arbeitet im Bereich Metallbau- und Fördertechnik auf dem Stammgelände. Hinweise auf Schäden kommen neben der Hörsaalverwaltung und der Veranstaltungstechnik von Bereichsleiter Johann Ebner: Er geht ausgerüstet mit Notizblock und Stift sämtliche Hörsäle ab und inspiziert auf seinen Rundgängen, wo etwas kaputt gegangen ist. Seine Mitarbeiter machen sich anschließend mit einer mobilen Werkbank auf, um die Räume für die nächste Vorlesung oder Veranstaltung wieder fitzumachen.

Hilfe bei klemmenden Türschlössern
Allerdings lassen sich nicht immer alle Schäden sofort reparieren. Da manche Ersatzteile heute gar nicht mehr hergestellt werden, müssen die Mitarbeiter der Schlosserei immer wieder Originalteile nachbauen. Für einige Hörsäle haben sie beispielsweise Federn originalgetreu nachgebogen, damit Sitze wieder rauf- und runtergeklappt werden können. Notfälle gehen dabei natürlich immer vor: Die Schlosserei beispielsweise ist neben der Wartung der Räume auch für steckengebliebene Aufzüge und klemmende Türschlösser zuständig.

Um die Technik bei den Veranstaltungen kümmern sich Andreas Hofmann und sein zehnköpfiges Team von der Zentralwerkstatt. Aufgabe ist es etwa, die Medienanlagen in den Hörsälen vorzubereiten oder bei Problemen einzuspringen. „Dazu gehört die Fernbedienung für den Beamer einzustellen, das Umhängemikrofon vorzubereiten, Batterien einzulegen und eben der kurze Check: Funktioniert die Mikrofonanlage?“ Bei der „Weiße Rose-Gedächtnisvorlesung“ im Audimax verstärkt das Team mit der Medienanlage klanglich die Worte der Vortragenden – darunter zum Beispiel Bundespräsident Joachim Gauck.

Um die Betriebstechnik bei der Tiermedizin kümmert sich Gerald Chrusniak. In der Werkstatt in Oberschleißheim betreut der 45-Jährige die technischen Anlagen wie zum Beispiel Klimatechnik oder Heizung. Gemeinsam mit der Liegenschaftsverwaltung ist er zudem für die Planung von Neubauten zuständig. „Wir sind Vermittler zwischen Planern, Bauamt und Nutzern“, verdeutlicht er. Inzwischen gibt es sogar einen Leitfaden, in dem alle relevanten Daten drinstehen: Wie müssen die Lüftungsanlagen aussehen? Oder was ist bei sanitären Anlagen zu beachten? Besonders wichtig ist Chrusniak das Energiemonitoring. Dazu hat sein Kollege ein Softwaretool entwickelt. Der Clou: Über die spezifische Auswertungen können Anlagen geprüft und somit energetisch optimiert werden.